Es wurde mal wieder Zeit! – Die letzte Reise in die USA lag nun schon wieder sieben Jahre zurück, dazwischen kam Corona, eine längere Zeit, in der Reisen in die USA nicht oder nur sehr schwer möglich waren. Aber das war inzwischen Vergangenheit, und der Lockruf des Westens wurde immer lauter bei mir. Das heißt, eigentlich war es der Lockruf des Nordwestens, denn das war die Region, die bei mir ganz oben auf meiner Bucket List stand und die ich unbedingt besuchen wollte. Vor über 20 Jahren war ich schon einmal auf Vancouver Island, der pazifische, kühle Regenwald hat mich dort ungemein fasziniert, seitdem hielt sich hartnäckig der Wunsch in meinem Kopf, auch einmal die US-amerikanische Seite, also die Olympic Peninsula mit ihrem gleichnamingen Nationalpark zu besuchen. Um diese Gegend herum gab es aber noch so viele andere Ziele, die ich gerne sehen wollte: Seattle, den Mount St. Helens, die Oregon Coast, den Crater Lake, die Redwoods in Nordkalifornien und natürlich San Francisco mit seiner Golden Gate Bridge – alles Sehnsuchtsziele, die mich verlockten.
Mit welchem fahrbaren Untersatz wir reisen wollten, war von Anfang an klar: nach dem fantastischen Wohnmobilurlaub in den Rockies 2017 sollte es auf alle Fälle wieder ein RV sein! So bastelte ich mir zunächst eine Route zusammen, die uns von Seattle nach San Francisco mit einer Wohnmobil-Einwegmiete geführt hätte. Bei der Planung habe ich dann aber festgestellt, dass das entweder zu ziemlich viel Hin-und-Her-Gefahre im Zickzack geführt hätte, um alle Sehenswürdigkeiten, die auf meiner Liste stand, auch zu erreichen. Einige lagen nämlich an der Küste, andere wiederum im Inland. Oder aber man hätte einiges auslassen müssen. Das wollte ich natürlich nicht! Als ich dann mal probeweise über Google eine Rundtour plante, stellte ich fest, dass die gar nicht so viel länger war, was die Wegstrecke anbelangte. Und da dadurch die Einwegmiete wegfiel, wurde es sogar noch günstiger!
Sparen konnten wir dadurch außerdem beim Flug, denn Flüge nach San Francisco waren zum Zeitpunkt unserer Buchung durchweg preiswerter als solche nach Seattle. Bei British Airways erwischten wir ein richtiges Schnäppchen: für 540 Euro pro Person bei guten Flugzeiten konnte man nicht meckern!
Was die Wohnmobile anbelangt, waren diese im Preis inzwischen um einiges teurer als noch vor 7 Jahren. Road Bear als Premium-Anbieter, bei dem wir 2017 gebucht hatten, war uns einfach zu kostspielig inzwischen. Nur Cruise America hatte akzeptable Preise. Die Berichte über deren Wohnmobile sind aber leider nicht immer die besten, viele Defekte, schlechter Zustand – wir waren etwas skeptisch, buchten aber aus Kostengründen letztlich doch dort. Und was soll ich sagen: das RV, das wir erhielten, hatte zwar schon über 150.000 Meilen auf dem Buckel, als wir es übernahmen, aber es brachte uns treu und brav durch die drei Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington. Da hatten wir damals mit dem fast neuen RV von Road Bear mehr Pech und mussten ja leider eine Werkstatt aufsuchen…
Das Hotel für die ersten drei Nächte in San Francisco habe ich vorgebucht wie auch einige der Campgrounds aus Furcht, vielleicht nicht immer dort einen Platz zu erwischen, wo ich gerne hinwollte. Manchmal war das gut, meist aber gar nicht nötig, der Andrang an Touristen hielt sich in dieser Zeit und in dieser Gegend durchaus in Grenzen. Außer am Wochenende in Großstadtnähe waren die meisten Campground gar nicht ausgebucht.
Von der Flugbuchung schon im September 2023 bis zum Abflug sollten noch 8 Monate vergehen. Die waren aber angefüllt mit den übrigen Buchungen, Lektüren von Reiseführern und in Internetforen und einer immer größer werdenden Vorfreude, bis es am 29. Mai 2024 endlich losging. Let’s go (north-)west!
