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Süden

Montag, 06.12.2021 – Guardilama und La Geria

Wandern und Wein standen heute auf dem Programm. Dafür ging es nicht wieder in den Norden, stattdessen hielt ich mich heute erneut im südlichen Teil der Insel auf und startete meine Wanderung auch ganz in der Nähe meiner Unterkunft. Nach dem Frühstück fuhr ich knapp 9 km und parkte den Wagen am Wanderparkplatz an der Bodega Stratvs (schreibt sich so, kein Tippfehler!), von wo aus ich eine knapp 13 km lange Rundtour über zwei der zahlreichen Vulkane und durch die hiesigen Weinberge startete. Bei der Planung der Wanderung hatte ich ursprünglich noch gedacht, dass hier, abgesehen von den Vulkanen, alles recht flach ist, tatsächlich wachsen die Weinstöcke aber auch an den Hängen der Berge, insofern trifft das Wort Wein-“Berge“ durchaus zu. Wie auch schon an den Vortagen war es am Vormittag noch ziemlich bewölkt, man musste schon großes Glück haben, wenn die Sonne mal durch die Wolken lugte, nachmittags besserte sich das Wetter dann aber wieder deutlich. Auch der Wind ließ im Laufe des Tages nach, dieser blies morgens noch ziemlich heftig, das merkte ich insbesondere auf dem Gipfel des Guardilama, meinem ersten Ziel. Der Weg führte durch die Weinberge stetig bergauf, jedoch bequem zu gehen auf breiten, geschotterten Wirtschaftswegen. Je höher ich kam, desto besser wurde die Aussicht, allerdings muss man auch sagen, dass die Weinberge zunehmend vernachlässigter wirkten, je weiter man sich von der Straße und den großen Bodegas dort entfernte. Leider war die Zeit der Traubenlese natürlich im Dezember schon vorbei, es würde mich aber wirklich mal interessieren, wie viele und wie große Trauben hier denn so wachsen bei dem trockenen Klima. Die Weinstöcke sahen meist eher mickrig aus. Ihre Feuchtigkeit bekommen die Trauben auf der Insel vor allem aus dem Tau, der im vulkanischen Gestein über Nacht gespeichert ist, aber ob das wirklich für viele, dicke Trauben reicht, da habe ich so meine Zweifel. Tatsächlich wurde an manchen Stellen auch mit Schläuchen nachbewässert, an anderen wiederum steckten Wasserkanister in der Erde, aus denen die Pflanzen ein bisschen zusätzliches Nass bekamen. Man munkelt ja auch, dass die riesigen Mengen Wein, die hier von manchen Bodegas verkauft werden, gar nicht alle auf der Insel geerntet werden können… Egal, nachdem das ehemals fruchtbare Ackerland der Region unter den Folgen des Vulkanausbruchs im 18. Jahrhundert begraben wurde, ist es schon eindrucksvoll, was man hier geschaffen hat. Man ringt dem Boden sicherlich das Beste ab, was er hergibt. Ziemlich arbeitsintensiv ist der Anbau auch, wenn man bedenkt, dass in jeder Vertiefung immer nur ein einziger Weinstock wachsen kann. So dicht wie bei uns in Mitteleuropa stehen die Stöcke wahrhaftig nicht!

Irgendwann ließ ich die Weinberge hinter mir, erreichte den Kraterrand des Guardilama und war überrascht, dass auch das Innere des Kraters nahezu komplett noch mit Weinstöcken bepflanzt ist. Es ging langsam aber stetig bergauf, der Wind blies immer heftiger, ich hatte wirklich Angst um meine Basecap, die ich deshalb einen Großteil der Zeit mit der Hand festhielt. Nach einem Beweisfoto am Gipfel machte ich mich an den Abstieg, der um einiges steiler war als der Aufstieg, so war ich aber rasch unten, denn der Abstieg ließ sich trotzdem gut gehen. Ich würde sagen, ich habe die richtige Variante gewählt – langsamer Auf- und rascher Abstieg.

Als nächstes ging es dann auf die Umrundung des Kraterrandes des daneben liegenden Vulkans Tinasoria. Dabei war ich erst etwas verwirrt, denn trotz zahlreicher Tracks, die ich mir runtergeladen hatte und die hier entlang liefen, war an einer Stelle der Weg plötzlich versperrt durch ein Tor mit dem Hinweis “Zutritt verboten, Privateigentum”. Das irrtierte mich ziemlich. Ich lief die Umrundung des Kraters dann einfach entgegen dem Uhrzeigersinn, traf da dann komischerweise auf kein solches Schild mehr. Irgendwie seltsam… Man hatte hier, wie schon vorher vom Guardilama, überall tolle Ausblicke nach Richtung Timanfaya-Nationalpark nach Westen, über Uga und Yaiza nach Süden bis in das Ajaches-Gebirge und nach Osten über die dicht besiedelte Küstenebene bis zum Ferienort Puerto del Carmen. Ein kurzes Stück ging es zurück auf dem schon bekannten Weg und schließlich am Hang des Guardilama wieder hinab zur Autostraße nach La Geria.

Eigentlich wollte ich dort in der Bodega Rubicon eine Kleinigkeit zu Mittag essen. Das war aber nicht so einladend, drinnen sah es ungemütlich aus, die vier Tische in der Sonne waren alle besetzt, die fünf Tische im Schatten alle leer, aber da war es zu kalt, dort wollte niemand sitzen. So verzichtete ich erst einmal aufs Essen, schaute mir noch das recht nett eingerichtete Herrenhaus an und den Weinkeller, kostete aber keinen Wein, denn irgendwie fand ich das etwas komisch, es schien nur drei Sorten zur Auswahl zu geben, weiß, rot und rosé, am roten stand noch nicht einmal die Traube dran, da habe ich von einer Bodega irgendwie mehr Professionalität und Spezielleres erwartet. Bei den vielen Leuten hier sah das doch ein bisschen nach Massenabfertigung für Pauschaltouristen aus.

Ich lief dann noch die letzten knapp 2 km, wieder durch Weinberge, zurück zu meinem Wagen und kehrte dort neben dem Parkplatz in der Bodega Antonio Suarez ein. Dort war kaum etwas los, es handelte sich auch um eine kleine private Bodega. Auch hier gab es zwar nur drei Sorten Wein zu trinken, irgendwie wirkte das Ganze aber doch sympathischer, authentischer und nicht so durchorganisiert. Ich konnte schön in der Sonne im Innenhof auf einem aufgeschnittenen Fass sitzen, Käse mit Oliven essen, Rotwein trinken und mich von der Wanderung ausruhen. Um noch ein Andenken mitzunehmen, kaufte ich mir eine Flasche Süßwein. Der soll angeblich als Aperitif dienen, für mich schmeckt er eher nach Digestif, ich denke, dafür wird sich zu Hause schon eine Gelegenheit finden! Weiter ging es nach dieser Mittagspause an die Westküste von Lanzarote.

Los Hervideros, Salinas de Janubio und El Golfo

Dort war ich bereits nach der geführten Nationalparkwanderung am zweiten Tag kurz, um mir die Felsformationen von Los Hervideros anzusehen. Es herrschte damals ja ein heftiger Wind, ich hatte erwartet, dass daher die Gischt ordentlich spritzt, schließlich heißt der Ort übersetzt sowas wie „Hexenkessel“. Dem war allerdings leider nicht so, egal, es war trotzdem ein eindrucksvolles Schauspiel.

Hier in der Nähe liegen auch noch die Salinen von Janubio, die ich aber erst am drittletzten Tag des Urlaubs besuchte, denn die direkte Straße von Los Hervideros (das nur wenige Kilometer entfernt liegt) zu den Salinen war gesperrt, sonst hätte ich den Besuch schon direkt im Anschluss an die Besichtigung von Los Hervideros absolviert. In der Sonne strahlte das Salz hellweiß, wie man sich das so vorstellt. Was mich allerdings überraschte war, dass viele Becken schon trocken lagen, ich weiß nicht, ob das an der Jahreszeit lag oder ob sie gar nicht mehr genutzt werden. Grundsätzlich wird hier nämlich durchaus noch Salz gewonnen, an manchen Stellen konnte man das auch schön sehen. Leider waren die Salinen nur von ferne, von der Straße bzw. von den Parkplätzen am Rande aus zu bestaunen, hindurchgehen konnte man nicht, was laut Beschilderung der Tatsache zuzuschreiben war, dass hier eben noch gearbeitet wurde, aber das ist ja dann durchaus auch verständlich.

Nach der Wanderung durch die Weinberge steuerte ich nun also El Golfo an. Dort wollte ich mir zunächst die grüne Lagune angucken und parkte den Mietwagen auf dem Parkplatz am Ortseingang, wobei man von dort aus nur zu einer Aussichtsplattform kam, jedoch nicht zur Lagune selbst absteigen durfte (was aber manche Spanier nicht daran hinderte, das doch zu tun). Der Ausblick von hier oben war aber auch wirklich schön, die Farbe der Lagune wirkte von oben noch besser und eindrucksvoller von unten, wenn man direkt davor stand. Trotzdem wollte auch ich noch einmal unten an den Strand und fuhr deshalb zum anderen, südlich des Sees gelegenen Parkplatz mit entsprechenden Zugang. Dieser Parkplatz war allerdings gesperrt, angeblich, da die Felswände hier abzubrechen drohten, wie ich später herausfand. Alle, die trotzdem von dort aus zum See laufen wollten, parkten daher einfach an der Straße, was ich dann auch tat. Fast noch eindrucksvoller als die grüne Farbe des Sees, die man von hier unten nicht so gut erkennen konnte, waren die Erosionsveränderungen im umliegenden Gestein, die z.T. bizarre Formen bildeten. Außerdem hatte man von hier aus einen tollen Blick über das Wasser bis zum Ort El Golfo.

Dorthin fuhr ich schließlich, um in einem der Fischrestaurants am Wasser zu Abend zu essen. Geraten wurde mir von anderen Wanderern, die ich traf, zu einem Besuch im Restaurant Bogavante, allerdings war das proppenvoll, ich bekam keinen Sitzplatz. Stattdessen steuerte ich das Lago Verde an, wo man ebenfalls nahe am Wasser, aber geschützt hinter Glasscheiben sitzen konnte. Ich bestellte Thunfisch, den gab es nicht, stattdessen empfahl man mir den Fang des Tages, Gallo Canario, ein lokaler Fisch, recht grätenarm, festes Fleisch und wirklich lecker. Letzteres galt auch für die beiden vermutlich hausgemachten Mojosaucen, die es dazu gab. Zum Nachtisch gönnte ich mir noch eine Gofio-Mousse, zahlte im Endeffekt knapp 30 €, wobei ich aber auf das Trinkgeld verzichtete, denn im Gegensatz zum guten Essen war der Service ziemlich lausig, und das, obwohl kaum Leute da waren, aber der Kellner schien mit anderen Dingen mehr beschäftigt als dass er sich darum bemühte, sich um seine Gäste zu kümmern. Auf mich als Einzelgast traf das in besonderem Maße zu, eine größere, spanische Gruppe erhielt da schon mehr Zuwendung, was mich irgendwie ärgerte.

Mittlerweile war die Sonne untergegangen, der Sonnenuntergang war recht hübsch, wenn auch nicht spektakulär. Kaum war die Sonne weg, war es auch schon wieder kühl. Ich spazierte noch einmal durch den Ort auf und ab, setzte mich dann ins Auto und fuhr zurück ins Hotel. Kaum dass ich das Hotel betrat, ging ein höllisch lauter Alarm los. Zum Glück war es aber nur ein Fehlalarm, trotzdem war natürlich das ganze Haus aufgeschreckt, so durchdringend war der Lärm. Es dauerte bestimmt 15 Minuten, bis man ihn endlich abstellen konnte. Danach erst traute ich mich zu duschen, ehe ich noch ein kurzes Telefonat nach Hause absetzte, Tagebuch schrieb und schließlich den Rucksack für den nächsten Tag packte.

🚗 62 km / 🥾 12,2 km

Mittwoch, 08.12.2021 – Los Ajaches

Nach Checken des Wetterberichts entschloss ich mich für diesen Tag zur Wanderung im Ajaches-Gebirge. Zuvor musste ich aber noch einmal in einem Supermarkt vorbei fahren, um mir wieder Getränke zu holen, denn ich hatte gestern meine letzten Vorräte aufgetrunken, und eine längere Wanderung ganz ohne Flüssigkeit geht natürlich gar nicht. Wobei ich nicht daran gedacht hatte, dass heute in Spanien Feiertag war, nämlich Maria Empfängnis. Der Hiperdino, in dem ich am ersten Tag einkaufen war, hatte aber zum Glück geöffnet, so konnte ich mich doch noch eindecken.

Nachdem ich mir die Salinen von Janubio zuvor noch ausgiebig angeschaut hatte, fuhr ich schließlich nach Femés. Es ging ordentlich bergauf, vom Meeresniveau auf fast 400 Meter. An der Kirche im hübschen, properen, weißen Ortszentrum parkte ich den Wagen und lief gegen 11:30 Uhr los. Von Femés ging es zunächst kurz bergauf bis zu einer Ziegenkäserei, dann folgte ein längeres Stück in leichtem Auf und Ab am Hang des Pico Redondo entlang. Dabei hat man schon erste Einblicke in den tollen, farbenfrohen Barranco de la Higuera unter mir in Blickrichtung zum Meer. Durch diesen sollte später mein Rückweg führen, für den Hinweg wählte ich den südlich davon verlaufenden Barranco de la Casita. Hier ging es nach Umrundung des Pico Redondo langsam und gemächlich bergab. Die Landschaft war sehr kahl, kaum Vegetation, viel Gestein, das gar nicht mehr unbedingt vulkanisch aussah, die Bergkuppen waren gerundet, es verwunderte nicht, dass dieses der geologisch älteste Teil der Insel sein soll. Bei Sonne und blauem Himmel wirkt alles noch einigermaßen freundlich, allerdings ließ sich die Sonne im Laufe des Tages immer weniger, zum Schluss gar nicht mehr sehen, da wirkte die Steinwüste eher abweisend und trotstlos. Ein wenig erinnerte mich das an manche Wanderungen in Tunesien, die ich vor vielen Jahren mal unternommen habe, allerdings waren da dann doch noch mehr Bäume zu sehen, etwa Olivenbäume und ähnliches, hier gab es überhaupt keine höhere Vegetation. Kurz bevor man ins eigentliche Bett des Barranco de la Casita kam, folgte noch ein kurzer, recht steiler und sehr gerölliger Abstieg, bis ich schließlich durch den immer flacheren Barranco das Meer erreichte.

Am Strand traf ich auf einen überraschend pittoresken Ort, einen sehr gepflegten Kakteen- und Palmengarten, daneben unter einem Felsüberhang eine Art Marienaltar mit ‘zig Devotionalien, Erinnerungsstücken, Spielzeug und ähnlichem neben einer kleinen Madonnenstatue, ein wunderschöner und für viele Leute sicherlich auch wichtiger Ort. Ich löste hier das Rätsel eines kleinen Multicaches, dessen Final ich auf meinem weiteren Weg dann auch rasch fand. Dieser Weg führte jetzt die Küste entlang in stetem Auf und Ab, immer mit Blick auf Arrecife, Puerto del Carmen und Playa Quemada, bis ich schließlich den letztgenannten Ort erreichte. Dort legte ich eine kurze Rast ein, genoss die Aussicht in die Ferne, bis nach Fuerteventura, ehe ich ein Stück wieder zurückging zur Playa del Pozo. Diesmal wählte ich dafür den direkten Weg entlang der Küste, auf dem Hinweg hatte ich einen parallel verlaufenden Weg etwas weiter landeinwärts genommen. Der Küstenweg war sicher spektakulärer, bot aber auch mehr Auf und Ab und war zum Teil schon etwas ausgesetzt, so dass man aufpassen musste, wo man hintrat.

Der letzte Abschnitt meiner Wanderung schließlich führte mich durch den langgezogenen Barranco de la Higuera zurück hinauf nach Femés. Schon vom Strand aus konnte ich in der Ferne das Ziel erkennen, ähnlich wie bei langen Fjellwanderungen in der offenen Landschaft Skandinaviens dauerte es aber eine ganz schön lange Zeit, bis ich endlich dort ankam. Da die Sonne sich mittlerweile überhaupt nicht mehr blicken ließ, der Weg im Tal verlief und der Wind weiter zunahm, wurde es auch immer frischer, ich war schließlich froh, als ich dann doch noch rechtzeitig um kurz vor 18 Uhr wieder in Femés war. Dort traf ich gerade noch rechtzeitig ein, um die Sonne über dem Meer bei Fuerteventura untergehen zu sehen.

Gerne hätte ich auch hier oben gegessen, leider hatten beide empfohlenen Lokale heute geschlossen – schade! So entschied ich mich, hinab ins Tal nach Uga zu fahren und dort das Restaurant Casa Gregorio aufzusuchen, das ebenfalls gut im Internet und in meinem Reiseführer bewertet wurde. Es gab für günstiges Geld deftige Hausmannskost. Ich entschied mich für eine Vorspeise und ein Hauptgericht, das war aber viel zu viel, obwohl die Bedienung bei meiner Bestellung meinte, dass ich das problemlos schaffen würde! Das Essen war wirklich lecker, wenn es auch hier mit den Relationen für unsere Verhältnisse nicht so wirklich stimmte. Mein Hauptgang beispielsweise bestand aus 2 Scheiben Tomate, 3 Mini-Kartoffeln und einem Berg Fleisch. Da hätte ich lieber eine halbe Portion bestellen sollen, was ebenfalls möglich gewesen wäre, dazu dann eine Portion Papas Arrugadas, das hätte für mich besser gepasst. Zur Verdauung gab es noch einen Café Solo, ehe ich bezahlte und mich im Dunkeln wieder auf den Weg zurück zu meinem Hotel machte.

🚗 61 km / 🥾 17,6 km

Donnerstag, 09.12.2021 – Playas Papagayos

Bis zu den Playas Papagayos war von meinem Hotel aus eine überraschend lange Fahrtstrecke mit dem Auto zurückzulegen. Die Stadt Playa Blanca am Ziel zog sich auch noch mal ewig, ein Hotel- und Apartmentkomplex am anderen, ich fand es grässlich und war froh, hier nicht untergekommen zu sein. Ganz am westlichen Ende des Ortes parkte ich meinen Wagen an der Straße und machte mich dann auf, die Strände auf einer kleinen Wanderung zu erkunden. Kaum hatte ich die Höhen erklommen, sah ich in der Ferne auch schon die Lokale an der Playa Papagayo, also quasi mein Endziel. Die Fernsicht war gut, das Ganze war ja auch nur 2 km Luftlinie entfernt und irgendwelchen Bewuchs, der die Sicht versperrte, gab es hier in dieser wüstenhaften Landschaft nicht. Die Playas Papagayos waren eigentlich eine ganze Reihe von Stränden und Buchten, von denen einer der schönste ganz im Osten war und daher Namensgeber für die gesamte Küstenregion. Auf dem Weg dorthin ging es stetig auf und ab, teils über die Klippen, teils durchs Hinterland, teils am Strand entlang. Es gab zahlreiche mehr oder weniger gut erkennbare Wege, nicht nur die, die in der Karte verzeichnet waren, so verliefen sich auch die wenigen Menschen ganz gut, die an diesem Nachmittag noch hier waren. Vermutlich lag es am miesen Wetter, dass so wenig Betrieb war. Tatsächlich gebadet haben daher auch allenfalls eine Handvoll Leute. Als ich den ersten Strand, die Playa Mujeres erreichte, kam tatsächlich mal wieder die Sonne heraus, auch später war das ab und zu noch der Fall, zwischenzeitlich verdunkelten aber auch wieder dicke Wolken das Licht, da sahen die Strände dann gleich viel abweisender aus. Speziell am letzten Strand, der eigentlichen Playa Papagayo, war wieder etwas mehr Betrieb, vermutlich aber auch deshalb, da man mit dem Auto direkt hier hinfahren konnte. Der geschwungene Strand mit den Felsen rechts und links in der eingezogenen Bucht war aber auch wirklich traumhaft schön, kein Wunder, dass er so einen guten Ruf hat. Nachdem ich nun den Wendepunkt meiner kleinen Wanderung erreicht hatte und der Wind mittlerweile so stark zugenommen hatte, dass er mich fast von der Klippe wehte, kehrte ich um und lief auf anderen Wegen dieselbe Strecke wieder zurück. Nach etwas über zwei Stunden war ich schließlich wieder am Auto. Nachdem der Sonnenuntergang in Femés am Vortag so schön war, hatte ich mir überlegt, heute noch mal dorthin zu fahren, was ich dann auch tat. Es ging wieder durch das schreckliche Playa Blanca und dann hinauf in die Berge, wobei der Ausblick vom Balcon de Femés heute aber kein Vergleich zu dem vom Vortag war, da es kaum Lücken in den dichten Wolken gab und so auch kein so spektakuläres Abendrot. Ich entschied mich daher rasch, direkt ins benachbarte Lokal “Balcon de Femés” zu gehen, wo ich Tomatensalat mit Thunfisch und Kaninchen aß, auch hier wieder deftig und lecker. Eine Abneigung gegen Knoblauch darf man in Spanien aber definitiv nicht haben, auch heute waren wieder Massen davon im Essen! Durch den Sturm „kämpfte“ ich mich anschließend zum Auto und fuhr zurück ins Hotel, wo ich gegen 19:30 Uhr im Dunkeln ankam. Für den kommenden Tag war der Wetterbericht deutlich besser vorhergesagt, fast dauerhaft Sonne und viel weniger Wind, wollen hoffen, dass das auch so zutrifft!

🚗 99 km / 🥾 6,1 km

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