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Dolomiten West – 1

Samstag, 26.09. – Langkofel und Plattkofel

Der Wetterbericht ist auch hier in Südtirol ziemlich schwer verlässlich, nicht anders als oft bei uns in Deutschland! Gestern noch war für den gesamten Samstag Bewölkung mit 0 Stunden Sonne angesagt, heute früh sollte es dann plötzlich sonnige Abschnitte von 10 Uhr bis 14 Uhr geben. Da das genau unsere übliche Wanderzeit war, entschieden wir uns heute statt für den eigentlich geplanten Stadtbummel in Bozen dann doch für die Wanderoption. Ausgeguckt hatte ich die Runde um Langkofel und Plattkofel, eine längere Tour mit zwar vielen Höhenmetern, aber ohne einen größeren Auf- oder Abstieg, die zu bewältigenden Höhenmeter verteilten sich gut. Tatsächlich herrschte bei unserem Start gegen 9 Uhr auch schon strahlender Sonnenschein, dieses noch für sicher die nächsten 2 bis 3 Stunden, danach aber verschwand die Sonne leider, es zog sich zunehmend zu und ab 15 Uhr gab es sogar Schneefall! Und das, wo ich doch den Sommer in den Dolomiten erleben wollte, nachdem ich den Winter schon kannte – verrückte Welt! Bereits in der Nacht fiel Schnee auf den Bergen um unsere Fewo herum, die Berggipfel waren alle leicht überzuckert, die Schneefallgrenze konnten wir gut erkennen. Die Wanderung um Lang- und Plattkofel verlief nun aber oberhalb der Schneegrenze, ich hoffte, dass sie trotzdem machbar sein würde. Letztlich war das auch der Fall – Gott sei Dank! Wenn wir unterwegs hätten umkehren müssen, wäre das echt doof gewesen. Allerdings musste man auf den feuchten Steinen, dem Schnee und z.T. an vereisten Stellen schon aufpassen, um nicht auszurutschen. Am Nachmittag war dann einiges weggetaut, die Wege dafür schlammig, das war genauso rutschig und damit auch nicht viel besser! In 7 Stunden konnten wir die Runde trotzdem gut, mit vielen Fotopausen und einer Einkehr in der Plattkofelhütte beenden. Vor allem der erste Abschnitt war wunderschön, im frischen Neuschnee und bei strahlendem Sonnenschein. Er bot tolle Ausblicke, zunächst gen Norden, später dann eine fantastische Weitsicht über die Seiser Alm bis hin zu Schlern und den Rosszähnen. In der Ferne vermutete ich eventuell sogar den Ortler zu sehen, den höchsten Berg Südtirols, genau wusste ich das aber nicht, zumindest sah man langgezogene, schneebedeckte Bergketten Richtung Trentino und Vinschgau, in denen er versteckt sein könnte. Der Weg verlief stets auf und ab und war angenehm zu gehen, beinhaltete eigentlich nur einen einzigen, etwas längeren Aufstieg im zweiten Drittel vor der Plattkofelhütte, der aber auch nicht allzu steil war, also alles letztlich kein Problem! Die Plattkofelhütte verließen wir gegen 15:15 Uhr, jetzt setzte das schon erwähnte Schneetreiben ein, auf dem letzten Drittel des Weges zurück zum Auto stoppten wir daher nicht mehr so häufig. Gegen 17:30 Uhr waren wir wieder am Wagen am Sellajoch, mussten hier noch 9,50 € Parkgebühr zahlen und fuhren dann wieder zurück nach Kastelruth. In St. Ulrich hielten wir noch kurz an für einen kleinen Einkauf im Sparmarkt, ehe wir ca. gegen 18:30 Uhr wieder in unserer Ferienwohnung ankamen. Abends gab es Schnitzel mit Klößen und Salat, gegen 22 Uhr ging es, doch ein wenig k.o., nach einem tollen Tag ab ins Bett.

52 km

Sonntag, 27.09. – Geislerspitzen (Adolf-Munkel-Weg)

Leider war der Wetterbericht weiterhin uneindeutig, sowohl innerhalb einer App, als auch, wenn man verschiedene Apps verglich. Teilweise war bedecktes Wetter angesagt, teilweise mehrere Stunden Sonne, ich hatte keine Ahnung, was ich nun glauben sollte. Also verließen wir uns mal nicht aufs Handy, sondern schauten einfach nach draußen, sahen blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein und entschlossen uns deshalb zu einer Wanderung im Villnösstal am Fuß der Geislerspitzen auf dem Adolf-Munkel-Weg. In 45 Minuten fuhren wir dorthin und parkten auf dem Großparkplatz an der Zanser Alm (6 € pro Tag). Die heutige Tour verlief fast durchgehend unterhalb von 2000 m, also niedriger als die vom Vortag, trotzdem war auch hier noch vieles verschneit. Da die Wanderung sehr bekannt und beliebt war, das Wetter so schön und vermutlich auch, weil Sonntag war, waren leider sehr viele Menschen unterwegs, Touristen und Einheimische, es verlief sich nicht wirklich, was dem Vergnügen etwas abträglich war. Etwa eine Stunde lang schien zuerst noch die Sonne, dann zog es sich leider auch heute wieder zu und gegen Nachmittag setzte sogar wieder Schneefall ein. Die Wegführung verlief erst ein ganzes Stück bergan, dann im stetigen Auf und Ab, tendenziell aber weiter bergauf, bis wir an der Gschnagenhardt-Alm auf 2006 m den höchsten Punkt der heutigen Tour erreichten. Dort, wo Reinhold Messner, der aus dem Villnösstal stammt, einen Großteil der Freizeit in seiner Jugend verbracht hatte, kehrten wir zu Mittag ein, es herrschte leider auch hier viel Betrieb, bis wir einen Platz in der Hütte bekamen, mussten wir erstmal etwas warten, so voll war es sowohl drinnen in der Hütte als auch draußen auf der Terrasse! Die Frittatensuppe und die Buchweizenrolle, die ich mir anschließend noch gönnte, kann ich aber guten Gewissens weiter empfehlen. Etwas unterhalb der Gschnagenhardtalm lag noch die Geisleralm, die war deutlich größer, schien mir aber sehr kommerzialisiert, da hat mir die Gschnagenhardtalm besser gefallen. Nach der Pause liefen wir wieder hinab ins Tal, jetzt schneite es ein wenig, dann, als wir wieder am Auto waren, kam die Sonne heraus, das war schon ein bisschen ärgerlich. Der Weg zurück bergab war anfangs sehr schlammig, verlief aber später auch phasenweise auf einer breiten Forststraße und war meist einfach zu gehen. Insgesamt war ich vom viel gepriesenen Adolf-Munkel-Weg eher etwas enttäuscht, er bot nicht so spektakuläre Ausblicke, wie ich das erwartet hatte, wenn auch die Geislerspitzen über einem schon eindrucksvoll waren. Dennoch hatte ich ein wenig mehr erwartet, aber vielleicht lag das auch am trüben Wetter, dem vielen Betrieb hier oder der Tatsache, dass größere Teile des Wegs im Wald und ohne Aussicht verliefen, dass ich nicht so geflasht war wie erhofft. Insgesamt 3 Geocaches haben wir unterwegs suchen und finden können, unauffälliges Suchen war etwas schwer bei den vielen Wanderern.

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