Samstag, 16.02.2013: Anreise Deutschland – Sexten

Im Winterurlaub 2013 sollten gleich zwei Wünsche von mir erfüllt werden. Zum einen wollte ich mal einen Urlaub zum Schneeschuhwandern machen, zum anderen wollte ich schon immer gerne mal die eindrucksvollen Berge der Dolomiten besuchen. Was das Schneeschuhwandern anbelangt, so war ich etwas skeptisch, ob ich das einfach so alleine ausprobieren sollte, oder ob es nicht vielleicht besser ist, sich da ein bisschen Technik zeigen zu lassen von jemandem, der darin erfahrener ist. Um es kurz zu machen: die Technik beim Gehen ergibt sich quasi intuitiv, da braucht man keine Anleitung, das hätte ich auch so hinbekommen. Aber es ist schon nicht schlecht, wenn man im Hochgebirge wie hier einen Reiseleiter dabei hat, der sich in der Gegend auskennt und vor allem die Gefahrenlage besser einschätzen kann als ich als Laie aus dem Flachland! Denn die Gefahr von Lawinenabgängen ist hier nicht ohne. Eine Tour, die ursprünglich in der Reiseausschreibung mit aufgeführt war, haben wir letztlich dann genau aus dem Grund nämlich nicht gemacht. Die Gruppenreise, an der ich teilgenommen hatte, hatte natürlich auch mal wieder den Vorteil, dass man nette Gesellschaft hat, so reist es sich auch gleich viel angenehmer.

Auf der Suche nach einem Reiseveranstalter mit ansprechendem Programm, passendem Termin und reellem Preis bin ich diesmal bei der ASI (Alpinschule Innsbruck) gelandet auf der Reise “Winterwandern in den Dolomiten”. Angeboten wurde die Tour für Anfänger und auch als anspruchsvollere Variante für Fortgeschrittene. Aus den o.g. Gründen entschied ich mich für die erste, habe aber im Nachhinein gedacht, ich hätte doch eher die Fortgeschrittenen-Tour nehmen sollen, denn manche Wanderungen der Anfängertour waren doch recht einfach. Egal – schön war’s trotzdem!

Die Tour wurde ohne Anreise angeboten, so musste ich mich darum selbst kümmern. Die lange Strecke mit dem Auto zu fahren hatte ich keine große Lust, also entschied ich mich für die Variante mit der Bahn. Auch für mein ökologisches Gewissen… Die Bahn bot auch recht günstige Europa-Spezialtickets an, für Hin- und Rückfahrt musste ich nur 150 Euro zahlen, aber 10,5 Stunden Bahnfahrt pro Strecke sind schon eine gewisse Herausforderung an die Geduld und das Gesäß! Abfahrt zuhause war morgens um kurz vor 8 Uhr, angekommen bin ich abends um kurz nach 18 Uhr. Ein Shuttlebus holte mich am Bahnhof von Innichen ab und brachte mich ins Hotel “Kreuzbergpass”, wo ich die kommenden sieben Nächte Unterkunft finden sollte.

Sonntag, 17.02.2013: Winterwanderung vom Helm zum Kreuzbergpass

Der heutige Tag war quasi so eine Art Vorprogramm, denn die eigentliche Gruppenreise sollte erst am 18.02. beginnen, ich war aber schon einen Tag eher angereist, den nutzte ich für eine Einstiegswanderung zu Fuß, noch ohne Schneeschuhe, um mir einen ersten Überblick über das Sextental zu verschaffen. Mit dem Bus fuhr ich vom Hotel nach Sexten, von dort mit der Gondelbahn auf den Helm (bzw. bis zur Bergstation der Gondelbahn unterhalb des Gipfels), um von dort zum Kreuzbergpass zurückzulaufen. Der Weg führte mich über Hahnspielhütte – Lärchenhütte – Festung Mitterberg – Klammbachhütte wieder bis zum Hotel. Dort genoss ich im Anschluss an die Tour die hoteleigene Sauna, ehe ich beim Abendessen meine Mitwanderer für die kommenden Tage kennenlernen sollte.

Montag, 18.02.2013: Schneeschuhwanderung vom Kreuzbergpass zur Alpe Nemes

Auf unserer ersten Schneeschuhtour ging es vom Kreuzbergpass über den Seikofel und die Panorama-Loipe bis zur Alpe Nemes, wo wir auf einen Glühwein einkehrten. Anschließend kehrten wir zurück zum Hotel. Teilweise verlief die Tour heute auf demselben Weg, den ich schon am Vortag zu Fuß gegangen bin, meist aber auf Schneeschuhpfaden durch schöne, lichte Wälder. Während das Gehen mit den Schneeschuhen auf den gespurten Wanderwegen sehr einfach war, einfacher noch als am Vortag mit Wanderschuhen, da man nicht so einsank, so war das Gehen im Tiefschnee doch durchaus ein wenig anstrengend. Die Landschaft aber entschädigte einen dafür wieder um ein Vielfaches!

Dienstag, 19.02.2013: Schneeschuhwanderung Schluderbach – Strudelkopf – Plätzwiese – Brückele

Heute sollten wir die längste Wanderung dieses Urlaubs unternehmen, von 08:30 Uhr – 17:20 Uhr waren wir (inkl. Transfer) unterwegs. Zunächst ging es mit dem Bus durch’s Höhlensteintal nach Schluderbach, von wo aus wir über die Dürrensteinhütte zum Heimkehrerkreuz am Strudelkopf aufstiegen, um von dort aus ein grandioses Panorama bis zu den weltberühmten Drei Zinnen zu genießen. Beim Abstieg kehrten wir in der Plätzwiesenhütte ein auf einen Kaiserschmarren und einen Apfelpunsch, ehe wir die letzte Etappe angingen bis Brückele, wo uns der Transferbus wieder einsammelte.

Mittwoch, 20.02.2013: Schneeschuhwanderung zur Drei-Schuster-Hütte

Eine kurze Tour führte uns heute ins Innerfeldtal. Zum Startpunkt der Tour fuhren wir mit dem öffentlichen Bus, um von dort aus das gesamte Tal bis zur Dreischusterhütte zu durchwandern. Auf der Hütte gab es Speckknödelsuppe und Jagertee, allerdings war es hier ziemlich voll, dementsprechend nicht so ganz gemütlich. Der Rückweg entsprach weitgehend dem Hinweg.

Donnerstag, 21.02.2013: Schneeschuhwanderung vom Kreuzbergpass zur Malga Coltrondo; Stadtbummel in Sexten

Heute herrschte wieder tollstes Winterwetter! Die ganze Nacht über hatte es geschneit, nun strahlte die Sonne! Eine relativ einfache Tour stand auf dem Programm. Über die schon bekannte Alpe Nemes ging es bis zur Coltrondohütte, wo ich mir heute Schlutzkrapfen und Holunderpunsch schmecken ließ. Früh waren wir wieder zurück im Hotel, so dass am Nachmittag noch Zeit war, sich den Ort Sexten anzuschauen. Dorthin ging es wieder mit dem Bus, neben der Besichtigung des kleinen Ortes selbst und der Kirche mussten natürlich auch noch ein paar Souvenirs gekauft werden, u.a. in der örtlichen Käserei.

Freitag, 22.03.2013: Schneeschuhwanderung im Fischleintal

Die letzte Wanderung des Urlaubs führte uns durch’s Fischleintal. Eigentlich sollten wir nach einem kurzen Transfer eine Tour in der Nachbarprovinz Veneto unternehmen, da diese aber wegen Lawinengefahr ausfallen musste, gab es heute eine nicht minder schöne Alternative. Los ging’s im Ortsteil Moos, wir liefen das gesamte Tal entlang bis zur Talschlusshütte und stiegen dort noch ein wenig im Altensteiner Tal auf. Der Weg hier hätte bis zur Drei-Zinnen-Hütte geführt, gerne wäre ich weiter gewandert, aber das wäre nur mit der Fortgeschrittenentour möglich gewesen – schade! Auch so konnte ich jedoch bei auch heute wieder herrlichem Wetter die Landschaft genießen und mich ein letztes Mal an den leckeren Südtiroler Spezialitäten erfreuen. Diesmal gab’s in der Talschlusshütte auf dem Rückweg Buchteln mit Vanillesoße und noch einmal Jagertee. Abends genoss ich ein letztes Mal die Sauna, ehe wir zusammen zu Abend aßen und uns von unserem Reiseleiter verabschiedeten, bevor am Folgetag dann die Heimreise angetreten werden sollte. Mir hat’s jedenfalls sehr gut gefallen in Südtirol und ich habe mir fest vorgenommen, noch einmal wiederzukommen, bevorzugt im Sommer, um zu schauen, wie es dann hier wohl so aussieht!