Schon als Kind habe ich Serien und Filme wie “Daktari”, “Hatari” oder Grzimeks “Ein Platz für Tiere” geliebt! Alles, was mit Afrika, wilden Tieren, Safaris und der Serengeti zu tun hat, hat mich unheimlich fasziniert. Am liebsten wäre ich schon als kleiner Junge dorthin gereist, aber in meiner Jugend war an solche Fernreisen ja im Traum nicht zu denken, das war eine ganz andere Welt! Ich wurde aber älter, hatte natürlich auch mehr Geld zur Verfügung als früher mein Taschengeld, und Fernreisen wurden zunehmend “normaler”. Was lag da näher, als meinem Jugendtraum eines Tages mal nachzueifern.

Was als Kind oder Teenager noch gar nicht auf dem Plan stand, war das Wandern. Da ich inzwischen aber auch das für mich entdeckt hatte, rückte auch der Kilimanjaro in den letzten Jahren immer mehr ins Blickfeld meiner Neugierde. Als einer der “7 summits”, also der jeweils höchsten Berge eines Kontinents, war er technisch ohne Probleme zu erklimmen, musste eigentlich lediglich “erwandert” werden. Besondere Ausrüstung oder Bergsteigererfahrung braucht man dafür nicht, wie ich las. Es gab nur ein Problem, das aber auch nicht zu verachten war, und das war die Höhe. Mit knapp 6000 Metern über NN ist der Berg so hoch, wie man als Normalsterblicher eigentlich nie im Leben kommt. Wanderungen in dieser Höhe mit der entsprechend dünnen Luft kann man daher auch nicht wirklich trainieren. Darüber hinaus droht in solcher Höhe auch noch die Gefahr, die Höhenkrankheit zu bekommen, die auch nicht zu verachten ist. Hier muss man u.U. schnell und adäquat reagieren, um nicht Hirn- oder Lungenschädigungen, womöglich gar sein Leben zu riskieren. Allerdings ist das Risiko für Höhenkrankheit unterschiedlich, manche sind dafür sehr anfällig, andere eher weniger, und das hat auch nicht unbedingt etwas mit dem Trainingszustand zu tun. Man kann also körperlich absolut fit sein, Marathonläufer z.B., aber trotzdem von der Höhenkrankheit befallen werden, während es einen untrainierten Flachlandwanderer nicht zwingend treffen muss. Bei dem könnte aber natürlich trotzdem das Problem auftreten, dass er den Aufstieg in solch dünner Luft konditionell gar nicht schafft.

Ich überlegte viel hin und her, wog das Für und Wider ab, letztlich siegte aber doch die Neugier und der Wunsch nach ein wenig kalkuliertem Abenteuer und einem tollen Urlaubserlebnis. Zumal ich davon ausging, dass die Chance einer erfolgreichen Gipfelbesteigung sinken würde, je älter und ggf. auch gesundheitlich anfälliger ich werde, was ja in der Natur des Menschen liegt. Der Plan stand also, ich hatte einen Urlaub in Tansania ins Auge gefasst mit einer Kombination aus Safari und Kilimanjaro-Besteigung.

Für die Besteigung gibt es verschiedene Routen. Auf der am meisten begangenen Marangu-Route wird in Hütten übernachtet. Allerdings sollten diese, nach allem, was ich gelesen habe, nicht in bestem Zustand sein, und auch die zu erwartenden “Massen” an Touristen auf dieser auch sog. “Coca Cola-Route” schreckten mich ab, so dass ich mich für eine andere Tour entschied. Auf allen Alternativrouten muss zwar in Zelten übernachtet werden, was mir aber gar nichts ausmachte, mich im Gegenteil eher reizte. Hier gab es nun verschiedene Möglichkeiten. Allen Touren gemeinsam aber war, dass sie innerhalb einer Woche abliefen. Bei einem zu überwindenden Höhenunterschied von fast 4000 Meter sollte man zwar eigentlich viel mehr Zeit einplanen, um der Höhenkrankheit vorzubeugen. Da das aber aus organisatorischen Gründen bei keiner der Routen möglich war, war dieser Aspekt zu vernachlässigen. Ich entschied mich letztlich für die Rongai-Route, und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum einen stellt sie quasi die einzige Nord-Süd-Überquerung des Kilimanjaro dar mit Start im Norden an der kenianischen Grenze und Ziel im Süden bei Marangu. Zum anderen ist sie recht wenig frequentiert, so dass ich hoffte, etwaigen Touristenmassen dadurch entfliehen zu können. Und schließlich versprach sie für mich auch die meiste landschaftliche Abwechslung. Die Nordseite des Bergs ist eher trocken, die Südseite feuchtem Klima ausgesetzt, so konnte ich hoffentlich ein wenig Abwechslung erwarten.

Nun ging es noch darum, den richtigen Anbieter zu finden. Der Nachteil der eher weniger gefragten Rongai-Route war natürlich, dass sie von Reiseveranstaltern eher nicht so häufig angeboten wird. Ich musste also ein wenig im Internet recherchieren. Fündig wurde ich schließlich beim kleinen Afrika-Spezialisten “Elefant-Tours” in Freiburg. Dort konnte man Bausteine buchen und ich bekam dadurch genau das Paket, das alle meine Wünsche erfüllte. Ich konnte auf der Rongai-Route wandern, denn die Buchung eines Mitreisenden lag schon vor, die Reise war also gesichert. Ich konnte eine Safari durch die Nationalparks anschließen, und der Preis war auch noch okay. Das Besondere bei der Zeltsafari in der zweiten Woche war außerdem, dass die Fahrt u.a. auch entlang des Ostafrikanischen Grabenbruchs zum Lake Natron verlaufen sollte mit Einfahrt in die Serengeti von Norden her, ein Routing, das etwas Besonderes zu werden versprach!

Um für die Besteigung des Bergs noch ein wenig Kondition aufzubauen, begann ich, bis dahin eher nicht regelmäßig sportlich aktiv, im Herbst des Vorjahres ein systematisches Lauftraining. Das startete anfangs auch ganz gut, leider entwickelte ich mit der Zeit plötzlich Knieprobleme, die nicht verschwanden. So entschloss ich mich, das Laufen wieder aufzugeben und bis Reisebeginn weniger kniebelastenden Aktivitäten wie Wandern nachzukommen,. Auch wenn das im Winter vor der Reise natürlich nicht ganz so problemlos realisierbar war wie im Sommer. Anfang Februar war dann aber endlich Aufbruch! Ich hoffte, ausreichend fit zu sein, nicht anfällig für Höhenkrankheit und genug Durchhaltevermögen und Motivation zu haben, um das Abenteuer Kilimanjaro mit Safari anzugehen!

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