Retima Hippo Pool – Seronera Area (Serengeti NP)

Schließlich erreichten wir den “Hippo Pool” und beobachteten hier ca. 50 Flusspferde, die sich darin tummelten. Aufgrund des Regens der letzten Tage war der Wasserstand hier sehr hoch, so war kaum Ufer vorhanden und wir sahen leider auch keine Krokodile dort liegen, nur einen einzigen Krokodilschwanz konnten wir im Grün erspähen. Schließlich ging’s auf die letzten Kilometer zum Camp. Auf dem Weg dorthin trafen wir noch auf eine Ansammlung von 8 Jeeps, ein untrügliches Zeichen für eine Tiersichtung. Hier war es ein Leopard, der in einem Baum schlief, viel sah man aber nicht, nur ein Stück seines Rückens – na ja… Im Camp kamen wir gegen 18:45 Uhr an, die Sonne ging gerade unter, die Grillen zirpten, leider war die Lage des Platzes lange nicht so schön wie die vom Lobo Camp der letzten Nacht. Dazu kam noch, dass wir hier nicht die einzigen waren, sondern uns den Platz mit ca. 20 Zelten teilen mussten – ade Einsamkeit! Nach dem Abendessen und einem kleinen Schwätzchen ging es dann auch wieder früh ins Bett, das Camp durfte man schließlich auch hier natürlich nicht für einen Spaziergang verlassen, das wäre dann doch zu gefährlich gewesen.

Sonntag, 17.02.2008: Pirschfahrt in der Seronera Area (Serengeti NP)

Der Tag fing schwach an, steigerte sich dann aber deutlich. Wir standen wieder früh auf, um 6 Uhr, da wir mal wieder eine Morgenpirsch machen wollten in der Hoffnung auf viele Tierbegegnungen – Pustekuchen! Selten sahen wir bisher in einem Nationalpark so wenig Tiere wie in den 3 Stunden zwischen 6:30 Uhr und 9:30 Uhr, in denen wir hier herumfuhren: viele Marabus, vereinzelte Strauße, Thompson-Gazellen, Affen und Nilpferde – das war’s! Eine ziemlich magere Ausbeute und eher enttäuschend für das Tierparadies Serengeti. Dafür gab es nach der Rückkehr ins Camp noch einige Vögel und auch ein paar putzige Mangusten zu beobachten und zu fotografieren.

Seronera Area – Naabi Hill Gate (Serengeti NP)

Nach dem Frühstück brachen wir dann zu einer zweiten, ca. 2½stündigen Fahrt auf, und wurden gut entschädigt. Nach einigen Büffeln, ganz nah, flüchtenden Gazellen und ebenfalls ziemlich nahe neben dem Jeep umherlaufenden Straußen entdeckten wir endlich die ersten Löwen: 2 Männchen im Feld, nicht allzu nah, aber sehr gut anhand ihrer Mähne zu erkennen. Danach fuhren wir durch eine riesige Büffelherde, sicher ca. 100 Tiere, ehe wir noch eine Elefantenbegegnung unmittelbar am Wagen hatten, 2 Elefanten kamen sogar ein kurzes Stück drohend auf uns zu, das hatte schon etwas Unheimliches. Zum Glück blieb es aber bei den Drohgebärden – ziemlich beeindruckend! Nach dem Mittagessen machten wir uns gegen 13:30 Uhr, das Camp war inzwischen schon recht leer, auf die Weiterfahrt zu unserer nächsten Übernachtungsstätte. Wir verließen die Seronera Area und kamen in endlos weite, nur leicht hügelige, aber jetzt völlig baumlose Graslandschaft, eher den Great Plains der USA ähnlich als so, wie ich mir die Serengeti vorgestellt hatte. Tiere gab es hier auch eher wenige, am Horizont entdeckten wir nochmal 2 Geparden, die sich aber kaum rührten und für ein Foto zu weit weg waren. Schließlich erreichten wir das Naabi Hill Park Gate, wo wir einen kurzen Stopp einlegten, bevor dann ein paar weitere Höhepunkte folgen sollten.

Ngorongoro Conservation Area

Unser Guide Lazaro hatte sich bei den anderen Fahrern umgehört, die er am Gate traf, und fuhr uns zu einem anderen Löwenmännchen, das nur wenige Meter neben dem Weg döste, eindrucksvoll, bedrohlich und wunderschön! Inzwischen hatten wir die Serengeti verlassen und waren in der Ngorongoro Conservation Area. Hier trafen wir nun außerdem Hunderte von Zebras, Gnus und Thompson-Gazellen. z.T. bis an den Horizont reichend. Auch eine einzelne Elen-Antilope entdeckten wir. Wir befanden uns mitten in der „Großen Migration“, während der Tausende Antilopen und Zebras im Jahreszyklus das Grenzgebiet zwischen Kenia und Tansania in einem großen Bogen durchstreiften und die sich um diese Jahreszeit stets hier befanden. Es war ein eindrucksvolles Spektakel mit auch vielen Jungtieren, man kam aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus. Während die Serengeti als Nationalpark unbesiedelt war, befanden wir uns nun wieder im Siedlungsgebiet der Massai, von denen wir jetzt viele mit ihren Viehherden sahen. Schließlich erklommen wir den Rand des Ngorongoro-Kraters, hatten bei der Fahrt hinauf fantastische Rückblicke auf die Serengeti und entdeckten zahlreiche Giraffen, so viele wie bisher an keinem anderen Ort unserer Rundreise. Beim Erreichen des Kraterrandes bot sich ein eindrucksvoller und grandioser Blick in die Caldera, mit einem großen See in der Mitte, rosa von zahlreichen Flamingos, und auch viele andere Tiere konnte man von hieraus bereits erahnen, das ließ einiges für die Pirsch am Folgetag erhoffen! Nach rasanter Fahrt auf guter Straße kamen wir gegen 18:30 Uhr im Simba Camp an, leider bot sich von dort aus aber kein wirklicher Blick in den Krater trotz der randnahen Lage, und auch sonst war das Camp nicht so toll: sehr voll, keine wirklich ordentlichen Toiletten und nur einen große „Speisekäfig“ mit 3 Tischreihen und entsprechend großer Lautstärke, wie in einer Bahnhofskantine. Unser Abendessen war trotzdem lecker, wir ließen es uns schmecken und gingen um 21 Uhr zu Bett, nach ca. 30 Minuten Tagebuchschreiben machte ich schließlich das Licht aus. Ein toller Tag ging zu Ende!