Der “Rote Kontinent” stand lange Zeit nie wirklich oben auf der Wunschliste meiner Traumreiseziele, dort fanden sich eher die gemäßigteren bzw. grüneren (Natur-)Landschaften. Einzig Tasmanien reizte mich schon seit geraumer Zeit, spätestens seit meinem Urlaub 2001 in Neuseeland, da ich dort ein ähnliches Klima und ähnliche Landschaften wie auf der neuseeländischen Südinsel vermutete. Und auch von Kangaroo Island las ich viel Verlockendes, eine kleine, überschaubare Insel vor der Küste Südaustraliens, etwas abgelegen, nur mit der Fähre zu erreichen und mit vielfältiger und reichhaltiger Tierwelt.

Nun lebte seit geraumer Zeit schon ein Bekannter von mir in Sydney, den es durch das Studium nach Australien verschlagen hatte. Wie es so ist, wird da auch gerne mal die Aufforderung ausgesprochen, einen doch dort “down under” zu besuchen. Und als wir uns dann etwas intensiver unterhielten und er meine Überlegung mitbekam, einmal Tasmanien zu erkunden, war Ingo gleich angetan und schlug vor, ein paar Tage zu zweit auf der Insel zu verbringen, da er dort auch noch nie war und ihn ein Besuch sehr reizen würde. Mit diesen Aussichten schaute ich dann ab und zu mal nach günstigen Flügen und entdeckte dabei doch auch tatsächlich einen, der wie für mich gemacht schien: ein Gabelflug mit Qantas, hin nach Adelaide und zurück ab Sydney, zu vernünftigen Zeiten, mit einem akzeptablen Preis und dann auch noch beim Rückflug über London im A380, mit dem ich seit seiner Inbetriebnahme gerne mal fliegen wollte – da konnte ich nicht mehr anders, schlug zu und buchte – das nächste Urlaubsziel war perfekt!

Auf Tasmanien hoffte ich insbesondere auf schöne Wanderungen, denn die Insel ist auch für herrliche Touren in ungebändigter, z.T. sogar abweisender oder widriger Natur berühmt. Einen ganz besonderen Ruf hat da der Overland-Track, ein 70 km langer, auf sechs Tage angesetzter Fernwanderweg im grandiosen Cradle Mountain Lake St. Clair Nationalpark im Inneren der Insel. Diesen wollte ich unbedingt erkunden, das Permit wurde also im Vorfeld besorgt, was zum Glück gut geklappt hat. Fest gesetzt war auch noch die zweitägige Runde auf der Freycinet Halbinsel, ansonsten war die Planung für Tasmanien eher lose. Dasselbe galt für die letzten Tage in und um Sydney, wo ich bei meinem Bekannten wohnen wollte. Blieb noch die erste Woche zu verplanen. Ein Mietwagen, und dann auch noch mit Einwegmiete Adelaide – Melbourne, war mir zu teuer, zumal noch die Fährkosten für Kangaroo Island hinzukamen. Beim Recherchieren im Internet entdeckte ich dann Groovy Grape, einen lokalen Reiseveranstalter, der kurze Trips in einer kleinen, internationalen Gruppe anbot. So gab es neben einer Tour für 3 Tage nach Kangaroo Island eine weitere 3-Tage-Tour von Adelaide bis Melbourne. Das war eigentlich ideal für mich, zumal ich eben noch genau 1 Woche zur freien Verfügung hatte. Zwar liefen die Trips im Backpacker-Style ab, aber man ist ja genügsam, und der Preis war wirklich okay, zumal ein bisschen Gesellschaft manchmal auch nicht das Schlechteste ist. Also buchte ich noch von Deutschland aus auch diese beiden Touren, ebenso wie die Unterkünfte in Adelaide und Melbourne.

Blieb abschließend noch die Frage, wie ich von Australien nach Tasmanien und wieder zurück kommen sollte. Von Hobart nach Sydney kam eigentlich nur ein Flug in Frage, aber von Melbourne nach Tasmanien verkehrte auch eine Fähre. Das fand ich ganz verlockend, zumal diese über Nacht fuhr und somit auch recht zeitsparend war. Das reizte mich, so wurden also auch noch diese beiden Tickets gebucht, nachdem ich den Flug mit Ingo abgesprochen hatte, und dem Aufbruch auf den Roten Kontinent stand nichts mehr im Wege. Wobei – die Teile des Landes, die ich besuchen wollten, hatten mit einem “roten” Kontinent ja nur wenig zu tun, ich sollte das Land vielmehr als sehr grün erleben, auch überraschend regnerisch an manchen Tagen, wenn auch nicht immer da, wo ich es erwartet hätte. Und mit Tierbegegnungen sollte es auch nicht geizen. Die Vorfreude war groß und sollte also auch nicht enttäuscht werden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.