Mittwoch, 25.03.2009: Blue Mountain Trek Tag 1

Früher Aufbruch! Der einzige Zug in die Blue Mountains, der auch in Redfern hielt, ging um 7:28 Uhr, den nahm ich also, kaufte vorher noch ein paar Lebensmittel in einer Tankstelle und fuhr dann in 1 Stunde aus Sydneys endlosen Vororten raus, ehe der Zug in einer zweiten Stunde die Berge erklomm und ich um 9:40 Uhr in Blackheath ausstieg. Für $ 8 nahm ich ein Taxi zum Visitor Center, wo ich zu meinem Schreck erfuhr, dass der Blue Gum Track, auf dem ich eigentlich wandern wollte, wegen Erdrutsch z.Zt. gesperrt war und ich daher leider umplanen musste, was zu mehr Wegstrecke und vor allem zu noch mehr Höhenmetern führte, und das an einem so super-sonnigen Tag wie heute! Ich ging meine Wanderung nun also in Form einer 8 an, erst vom Visitor Center nach Süden in den Grand Canyon Loop und dann den eigentlichen Abstieg ins Grose Valley und zum Blue Gum Forest nach Norden. Einen tollen Service zur Sicherheit gab’s hier auch noch: man konnte sich kostenlos ein Notfall-GPS-Tracking-Gerät ausleihen, das man ggf. nutzen kann, um Hilfe herbeizurufen, wenn man sie benötigt, ansonsten gibt man es einfach nach Ende der Tour wieder ab – toll, gerade, wenn man allein wandert! Gegen 10:45 Uhr ging es endlich los, wegen der Routenänderung zunächst zum Govett’s Leap Lookout mit einem ersten, tollen Überblick über das Tal, man sah auch die Bridal Veil Falls, die aber leider, der Jahreszeit entsprechend, kaum Wasser führten – schade! Der Weg führte dann durch ein Seitental (Breaside Walk, sehr hübsch), eine eher öde Forststraße entlang und schließlich auf den Grand Canyon Loop. Dieser war eine echte Überraschung, wunderschön, subtropisch, im tiefen, engen Einschnitt eines Felscanyons, mit z.T. abenteuerlicher Wegführung, durch einen Tunnel, über Leitern, in den Felsen gehauen, ich blieb ständig stehen, genoss die Landschaft, fotografierte und vertrödelte so eine Menge Zeit, die sich aber unbedingt lohnte! Auch konnte ich endlich mal länger eine Schlange beobachten, die sich auf dem Weg sonnte und erst nach einer ganzen Zeit von dannen trollte. Schließlich führte der Weg noch ein Stück direkt durch ein Bachbett, ehe der Aufstieg zu Evans Lookout anstand, der heute Zugabe war, da der weitere Weg geradeaus ja gesperrt war. Oben angekommen genoss man auch hier einen tollen Ausblick, dann ging’s weiter auf dem Clifftop Walking Trail, der allerdings kaum direkt an der Kante entlang verlief, einzelne Aussichtspunkte am Weg waren aber schon spektakulär, v.a. der Aussichtspunkt kurz vor den Bridal Veil Falls, da ging’s hinter dem Absperrzaun senkrecht runter, auch konnte man den neuerlichen Abstieg ins Tal sehen, den ich kurze Zeit später noch nehmen wollte und der steil in der Wand hinunter verlief zum Rodriguez Pass. Von hier oben aus fragte man sich schon, wie man da eigentlich runter kommen sollte… Gegen 16 Uhr kam ich wieder an Govett’s Leap Lookout an, eigentlich viel zu spät, aber es war halt überall und stets so schön auf dem bisherigen Weg! Leider fing es auf einmal an zu nieseln mit nur kurzen Pausen, ab 18 Uhr gab es Dauerregen bis 21 Uhr, das war natürlich nicht mehr so schön, ich ging daher aber ab jetzt recht zügig durch, nach dem Abstieg am Fuß der Bridal Veil Falls vorbei, durch das Tal hindurch bis zur Rocky Junction und weiter bis zu den Acacia Flats, fast ohne Fotopausen, gegen 19 Uhr kam ich endlich am Zeltplatz an. Rasch baute ich das Zelt auf, wegen Regen und einbrechender Dunkelheit, kochte in der geschlossenen Apsis des Zelts mein Abendessen, las noch etwas, sortierte meine Sachen und schlief gegen 21:30 Uhr unter den letzten Regentropfen ein.

Donnerstag, 26.03.2009: Blue Mountain Trek Tag 2

Beim Aufwachen um 6:30 Uhr war der Himmel noch bewölkt, klarte dann aber immer mehr auf und es wurde wieder ein herrlicher Tag! Gegen 8:30 Uhr brach ich auf, nachdem ich gestern Abend noch dachte, ich sei der einzige auf dem Campground, stellte ich heute früh fest, dass an der anderen Ecke des langgezogenen Zeltplatzes doch noch ein paar Zelte standen. Nach ein paar tollen Eindrücken vom Blue Gum Forest (die Eukalyptusbäume waren bei trübem Wetter viel „blauer“ als bei Sonne) begann ich den schweißtreibenden Aufstieg zu Perry’s Lookdown, der steilste Weg aus dem Tal heraus, für den ich 2 Stunden benötigte. Oben ging’s weiter über eine Schotterstraße bis zum Pulpit Rock, bei exponierter Lage in meinen Augen der schönste Aussichtspunkt dieses Tals, von dort hangelte sich der Weg wieder an der Kante entlang zurück zu Govett’s Leap Lookout, wo ich um 14 Uhr meine Tour beendete, zwar k.o., aber nochmal mit tollen Eindrücken. Mit dem Bus fuhr ich nach Katoomba, nahm dort den Zug zurück nach Sydney, wo ich um kurz nach 18 Uhr ankam. Ich packte dann rasch meine Sachen um, denn um 20 Uhr waren wir bei einem von Ingos Sydneysider Bekanntem zum Essen eingeladen, anschließend schauten wir noch DVDs. Gegen Mitternacht waren wir wieder zurück, es ging dann auch gleich zu Bett, unangenehmerweise war es heute das erste Mal richtig schwül!