Donnerstag, 05.03.2009: Fahrt in die Grampian Mountains

Aufstehen war um 6:30 Uhr angesagt. Mit leichter Verspätung von 5 Minuten kam der nächste Groovy Grape-Bus, zum Glück, ich hatte schon Angst, man hätte mich versetzt! Nachdem wir noch die restlichen der diesmal insgesamt 11 Leute aufgesammelt hatten, ging es los, diesmal mit unserem Guide Jenny, einer Waliserin, die wohl auch deshalb besser zu verstehen war als J.P., unser australischer Guide auf der ersten Tour, der doch einen argen Akzent hatte. Der erste Tag der anstehenden, dreitägigen Fahrt von Adelaide nach Melbourne war der Tag mit der längsten Fahrstrecke, fast 500 km. Die Fahrt erfolgte bei unverändertem Wetter, meist Sonnenschein, wenigen Regenschauern, zum Glück bekamen wir aber keinen ab, da wir ja auch die meiste Zeit im Bus saßen. Es ging durch weite, flache, landwirtschaftlich geprägte Flächen und wenige, kleine Orte, unterbrochen durch ein paar Tankstopps und einen kurzen Fotostopp bei einem Gehege mit ein paar weißen Kängurus, die keine Albinos, sondern lediglich eine Farbvariante darstellten. Irgendwann am Nachmittag, nach Überqueren der Grenze von South Australia nach Victoria, tauchten dann plötzlich und unerwartet hohe Berge auf, wir hatten die Grampians erreicht! Der Weg wurde auf einmal eng und kurvig, manchmal regelreicht steil, ganz anders als die bisherige Landschaft. Unterwegs sahen wir auch noch 4 Emus, zum Glück, ich weiß gar nicht, wo ich sonst noch die Möglichkeit haben würde, welche zu sehen. Schließlich stoppten wir an den Mackenzie Falls, ein steiler Abstieg führte hier zu den schönen Wasserfällen, die trotz Spätsommer noch reichlich Wasser führten. Nach einem weiteren Fotostopp an Reed Lookout mit tollen Weitblicken über die Grampians in mehrere Richtungen erreichten wir schließlich unsere Unterkunft, Ned’s Backpackers in Halls Gap, wo wir eine Art Ferienwohnung für 14 Personen in Form eines Bungalows bezogen, sehr gemütlich, leider gab es nur 2 Bäder. Dazu gehörten, wie oft hier in Australien und stets umsonst benutzbar (selbst auf öffentlichen Picknickplätzen!) 2 BBQ-Grills, die wir sofort anschmissen, um abends ein wirklich leckeres und üppiges Essen mit Fleisch und Gemüse zu zaubern. In der Zwischenzeit versammelten sich unglaublich viele (sicher 100!) Kängurus auf einer Wiese hinter dem Haus, die dann später nach Sonnenuntergang noch näher kamen, außerdem gab es in den Bäumen noch weitere Sittiche und Gelbhaubenkakadus zu entdecken. Später saßen wir gemütlich zusammen und spielten ganz nette, für ein internationales Publikum geeignete Spiele. Das sorgte für einen lustigen Abend, bis ich gegen 23 Uhr zu Bett ging.

Freitag, 06.03.2009: Grampian Mountains, Twelve Apostles

Wieder mal war frühes Aufstehen angesagt, um 6:30 Uhr frühstückten wir, um 7:30 Uhr ging’s dann schon los. Heute war ein durchgängig bewölkter Tag, so gut wie gar keine Sonne stand am Himmel, es gab aber auch so gut wie gar keinen Regen. Als erstes stand eine kurze Wanderung auf dem Programm, 4,2 km vom Wonderland Car Park über die Pinnacles (mit toller Aussicht über Halls Gap nach Norden) bis zum Sundial Car Park, wo uns Jenny wieder abholte. Danach besichtigten wir das Brambruk Aboriginal Cultural Center, das sehr interessant war, die ¾ Stunde, die wir Zeit hatten, reichte leider bei weitem nicht aus – schade! Es folgte dann eine etwas längere Fahretappe (ca. 200 km) bis Warrambool, auf der wir witzigerweise über bestimmt 2 Minuten ein Känguru direkt vorm Auto herlaufen hatten, mehrere Serpentinen entlang, bis es endlich in den Wald abbog. In Warrambool kauften wir in einem Supermarkt ein und fuhren mit den gekauften Sachen zu einem Picknickplatz in Meernähe, wo wir eine Lunchpause einlegten und uns Burger grillten. Schließlich begann dann die Fahrt entlang der Great Ocean Road, wo wir an diversen Aussichtpunkten anhielten, um die sagenhafte Landschaft zu genießen: Bay of Islands, London Bridge, The Arch und The Twelve Apostles. Welche Felsformationen eindrucksvoller sind, kann man gar nicht sagen, wobei die Twelve Apostles schon einen Höhepunkt darstellten, besonders, da sich hier doch noch an einigen Stellen über dem Meer die Sonne herauslocken ließ, diese das Meer zum Strahlen brachte und außerdem der starke Seegang zu eindrucksvoller Brandung führte. Gegen 18 Uhr waren wir schließlich in unserem Hostel, diesmal waren hier auch noch andere Gäste, aber wir hatten immerhin einen ganzen Schlafsaal mit 14 Betten für uns alleine, wie zu Klassenfahrtszeiten in der Jugendherberge! Nach dem Abendessen (Hackfleisch, Kartoffelbrei, Gemüse) gingen noch einige der Gruppe in den lokalen Pub, ich ging mal neugierig mit, schon ein spezielles Erlebnis, keine finstere Spelunke, eher eine ziemlich normale Kneipe mit Speisenangebot, wo man auf einen ganzen Querschnitt der Dorfbevölkerung stieß, vom „Outbacktypen“ über die Jugend bis zu Eltern mit Kleinkind. Gegen 23:15 Uhr war ich dann nach dem langen Tag aber doch so müde, dass ich mich auf den Weg zurück ins Hostel und ins Bett machte.

Samstag, 07.03.2009: Great Ocean Road, Great Otway NP

Der letzte Tag mit Groovy Grape, heute stand die Weiterfahrt auf der „Great Ocean Road“ an. Zuerst besuchten wir aber nochmal die Loch Ard Gorge, wieder eine sehr eindrucksvolle Kalkstein-Formation, diesmal eine Höhle, benannt nach ehemals 25 Schiffbrüchigen der „Loch Ard“, einem der vielen Schiffe, die hier an der „shipwreck coast“ auf Grund liefen und sanken. Auch warfen wir noch einen Blick auf andere Formationen wie die „Salz- und Pfeffer-Streuer“ oder den „Razorback“. An einer Stelle konnte man sogar bis runter an den Strand und dort in den Höhlen Tropfsteine bestaunen. Danach kam ein weiterer Höhepunkt der Tour, die Möglichkeit eines Helikopterflugs über die Twelve Apostles. Eigentlich sollten wir den schon am Vortag machen, verschoben ihn dann aber in der Hoffnung auf besseres Wetter auf den heutigen Tag, und das hat sich auch gelohnt, denn bei Sonnenschein sah alles doch nochmals viel schöner aus! Der Flug dauerte bloß 8 Minuten, war aber dafür mit $ 70 durchaus erschwinglich. Alle die Formationen, die wir heute schon von der Küste aus sahen, und auch die Twelve Apostles vom Vortag wirkten aus der Luft mindestens genauso eindrucksvoll, aber so hatte man eine ganz andere, tolle Perspektive. Das hat sich wirklich gelohnt! Auf der nun folgenden Strecke wurden noch einige weitere, jetzt i.A. aber nur noch sehr kurze Stopps eingelegt, die sich aber ebenfalls alle lohnten. Wir hielten beispielsweise an für einen kurzen, schönen Spaziergang durch den tropischen Regenwald des Great Otway National Parks, hier sah es ähnlich aus wie in Neuseeland. Später stoppten wir direkt an der Straße in einem Wald, in dem es einige Koalas zu sehen gab, wobei für mich die Koalasichtungen auf Kangaroo Island natürlich nicht mehr zu toppen waren. Irgendwo im Nirgendwo tranken wir einen Kaffee, in dem Lokal gab es eine Futterstelle, an der zahlreiche, bunte Sittiche angefüttert wurden, und schließlich kamen wir nach Apollo Bay zum Mittagessen, es gab Fish & Chips. Der Ort war ganz hübsch, leider aber auch sehr voll wegen des langen Wochenendes hier, das heute gerade anfing, alles drängelte sich an der Küstenstraße, das war dann nicht mehr so toll. Es folgte die Fahrt über das eigentliche „Kernstück“ der Great Ocean Road, bei Sonne, blauem Himmel und tollen Ausblicken wirklich ein Erlebnis. Nach dem Ende der Great Ocean Road, wo ein Tor über der Straße stand und ein Denkmal an die WWI-Heimkehrer erinnerte, die die Straße in den 1920ern bauten, wurde die Besiedlung deutlich dichter, die Fahrt dadurch nicht mehr so schön, wenn es auch einige interessante und z.T. sehr kuriose Villen zu bestaunen gab, es handelte sich hier schließlich um ein bevorzugtes Wochenend-Wohngebiet der Melbournians. Nach zwei weiteren, kurzen Stopps, einmal am Bell’s Beach, einem bekannten Surfstrand und Drehort des Films „Gefährliche Brandung“, dann im Ort Torquay, dem Surfermekka Südaustraliens und Heimstatt von Ripcurl und Quiksilver, fuhren wir schließlich über Geelong, die Autobahn und einige Vororte nach Melbourne, wo wir gegen 18:30 Uhr ankamen. Ich wurde als 2. der Gruppe an meinem Hostel abgesetzt, bekam problemlos mein Zimmer und spannte (endlich mal wieder allein!) erstmal ein wenig aus. Das Hostel war recht groß, für ein Großstadthostel ganz o.k., die Zimmer allerdings leider fast alle innenliegend (!), ein einfaches Frühstück gab’s umsonst und auch eine Dachterrasse, die allerdings nur vereinzelte Durchblicke gewährte, da die meisten der umliegenden Hochhäuser deutlich höher waren als die 7 Stockwerke des Hostels. Abends gegen 21:30 Uhr ging ich nochmals raus, die Luft war lau, die Stadt unglaublich voll mit Menschen, und gerade, als ich am Yarra-Fluss ankam, begann ein Feuerwerk anlässlich des jährlichen Moomba Waterfest’s, sehr bunt, knallig und effektvoll. Ich schlenderte noch ein wenig über die dazugehörige Kirmes und war schließlich um 23:15 Uhr wieder im Hostel, dessen eindeutiger Vorteil wirklich die superzentrale Lage war – toll! Müde und k.o. von 3 Tagen vollgestopft mit Programm und mit viel Fahrstrecke kroch ich ins Bett und schlief sofort ein.