Montag, 02.03.2009: Fahrt nach Kangaroo Island

Frühes Aufstehen um 5:30 Uhr nach einer gut durchgeschlafenen Nacht bereitete mir keine Probleme. Um 6:30 Uhr wurden wir abgeholt, denn außer mir hatte noch ein 2. Gast des Hostels die „Groovy Grape Kangaroo Island Tour“ gebucht, zu der ich für die nächsten drei Tage aufbrach. Insgesamt gehörten noch 11 Leute zu der Gruppe: 2 Schotten, 2 Belgier, 1 Holländerin, 1 Australierin, 2 Spanier, 2 Schweizer und 1 Deutsche – international! Plus unsere 2 „einheimischen“ Guides natürlich. Wir fuhren zunächst gemütlich über die Fleurieu Halbinsel, überraschend hübsch, hügelig, mit den ersten Kängurus am Weg, stoppten an einer Bäckerei unterwegs und waren gegen halb neun an der Fähre, die um 9 Uhr ablegte. Die Sonne schien, die See war ruhig, das Schiff schaukelte trotzdem überraschend stark, aber nach 1 Stunde Fahrt ohne Seekrankheit kamen wir, zusammen mit vielen anderen Touristen und auch Schulklassen, auf Kangaroo Island an. Nach zwei ersten Stopps an der wirklich sehr idyllischen Pennington Bay und am Prospect Hill (kleiner Aufstieg, Aussicht ganz o.k.) hielten wir in der „Hauptstadt“ der Insel, in Kingscote, wo wir noch ein paar Lebensmitteleinkäufe tätigten, am Hafen spazieren gingen, dort auch Lunchpause machten und dann weiterfuhren zur Stokes Bay, einem Strand an der Nordküste ohne eigentlichen Zugang, dieser musste erst in den Fels gesprengt werden Der Strand war auch recht hübsch, aber nicht so schön wie Pennington Bay. Leider fing es nun an zu nieseln, dieses Wetter sollte auch noch etwas anhalten, eher unschön… Wir fuhren daher zuerst einmal in unsere Unterkunft nach Vivonne Bay, eine sehr, sehr einfache Hütte, auch ein bisschen vergammelt, dafür mitten im Nichts, ideal für Tierbeobachtungen, und die gab es hier reichlich! Die ersten Kängurus hüpften schon bei unserer Ankunft hinter der Hütte herum, und den ganzen Tag über sah man bei Spaziergängen immer wieder welche, die auch nicht wirklich scheu waren. Nachdem wir abends lecker gegrillt hatten, machten wir anschließend im Dunkeln, nach 21 Uhr, noch eine Tour mit dem Bus über das Gelände der (ehemaligen?) Farm, und jetzt wimmelte es hier nur noch so vor Kängurus und v.a. Tamar-Wallabys, die in der Dunkelheit zum Äsen auf die Wiese gekommen waren und z.T. nur langsam aus dem Scheinwerferlicht des Wagens flohen, vermutlich dadurch auch etwas irritiert waren. Danach besuchten wir noch eine kleine Kolonie von „Little Penguins“ in der Vivonne Bay, die im Schutz der Dunkelheit an Land kamen. Gegen 22 Uhr sahen wir insgesamt 3 der putzigen Racker, die aber leider durch die vielen Touristen etwas verschreckt wirkten, da hatte man dann doch ein schlechtes Gewissen. Zurück auf der Farm besuchte uns noch ein gar nicht scheues Possum, das völlig ungeniert auf den Esstisch köttelte und unsere gesamten Kochutensilien durchwühlte! Da es immer und immer wieder regnete, z.T. schüttete, verzichtete ich auf die Möglichkeit, die Nacht im Freien zu schlafen (zumal das Possum dort weiter aktiv war), blieb lieber drinnen in der Hütte. Und auch den Wecker, der am nächsten Tag eigentlich um 6:30 Uhr zur morgendlichen Tierbeobachtung schellen sollte, stellte ich nachts wieder ab, denn der Regen hörte und hörte nicht auf!

Dienstag, 03.03.2009: Remarkable Rocks, Hansen Bay

So gab es ein gemütliches Frühstück gegen 8:30 Uhr, eigentlich wollte ich auch noch ein paar Fotos von den Koalas machen, die in einem Baum nahe der Farm saßen und für die es am Abend schon zu dunkel war, als ich sie entdeckte, aber bei dem Regen heute war gar nichts drin, die Koalas hatten sich nur noch zu nassen Fellbällen zusammengekugelt, nachvollziehbar, aber für mich schade! Wegen des Wetters wurde auch das Programm umgeschmissen, statt der Rangertour bei den Seelöwen, besichtigten wir die kleinen, aber ganz schönen Kelly Hill Caves, „trockene“ Tropfsteinhöhlen, in denen die Tropfsteine durch Einsickern des Wassers von außen durch den porösen Limestone (Kalkstein) entstehen. Neben Stalaktiten und Stalagmiten gab es hier auch Heliktiten, die in alle möglichen Richtungen wachsen, unabhängig von der Schwerkraft, niemand weiß, warum, faszinierende Gebilde! Danach, der Regen hatte zum Glück endlich aufgehört, fuhren wir zu den Remarkable Rocks, und die Sonne kam tatsächlich raus! Bei diesem Highlight auf Kangaroo Island handelt es sich um fantastische Felsformationen aus erodiertem Granit in exponierter Lage und toller Landschaft. Dafür, dass der Regen verschwand, hatte u.a. ein heftiger Wind gesorgt, der einen hier oben jetzt aber auch fast umblies. Weiter ging die Rundfahrt über die Insel zu einer Kolonie Neuseeländischer Seebären am Cape du Couedic, die man von Aussichtspunkten oberhalb schön einsehen konnte, auch viele Jungtiere gab es hier, sehr putzig. Toll und sehenswert am Cape du Couedic war auch der natürliche Felsbogen Admiral’s Arch, richtig beeindruckend. Nach der Mittagspause stand dann noch eine Wanderung an, 9 km auf dem abwechslungsreichen Hanson Bay Trail, der an den Kelly Hill Caves startete. Es ging durch lichten Busch, farbenfrohen Eukalyptuswald und zum Schluss durch Marschland in einer Flussaue. Leider fing es auf den letzten Metern dann plötzlich wieder derart an zu schütten, dass wir innerhalb von Sekunden patschnass waren und den traumhaft schönen Strand am Ende des Wegs kaum richtig genießen konnten. Immerhin traf ich auf dem Weg (als Nachhut der Truppe) noch einen flotten und aktiven Schnabeligel (Echidna), nachdem wir einen ersten schon auf unserer „Autosafari“ in Vivonne Bay am Vorabend gesichtet hatten. Und nachdem sich der Regen verzogen hatte, wurden wir noch mit einem tollen Regenbogen belohnt! Um 18 Uhr ging es dann zu unserer nächsten Unterkunft, der Flinders Chase Farm. Hier gab es immerhin Duschen, so dass man sich bequem der feuchten Sachen entledigen konnte. Abends aßen wir leckeren Gemüse-Nudel-Topf, allerdings mussten wir dazu unter der überdachten Veranda sitzen, denn es schauerte auch weiterhin immer mal wieder. An Fotomotiven gab es neben einem (unglaublich lärmenden) Schwarm Rosakakadus (Galahs) abends im Dunkeln auch hier Besuch von mehreren Kängurus und Wallabys, die, gar nicht scheu, das saftige Grün der bewässerten Farmwiesen genossen und die Fotografen unter uns (3x Canon EOS 400D!) zu einer regelrechten „Blitzorgie“ veranlassten, das schien die Tiere aber kaum zu stören, wahrscheinlich waren sie schon lang dran gewöhnt.

Mittwoch, 04.03.2009: Seal Bay, Rückfahrt

Aufstehen war heute etwas eher angesagt, um 7 Uhr, beim Frühstück schüttete es leider schon wieder, aber den 3 übrigen Regenschauern des Tages konnten wir zum Glück entfliehen und wurden nicht noch einmal nass. Zuerst ging’s heute zur Seal Bay zu den Australischen Seelöwen, wo wir an einer der obligatorisch rangergeführten Touren teilnahmen, ohne Ranger darf man hier nicht zum Strand. Es war wirklich schön dort, man kam sehr nah an die eleganten Tiere heran, die dank Fehlen eines dicken Fells zwar kälteempfindlicher sind als die gestrigen Neuseeland-Seebären (und sich deshalb an Land geschützt unter Bäumen ausruhten), aber dafür viel graziler und edler wirkten. Sie lagen überall in den Dünen, auch direkt am Weg und unter dem Steg bzw. einer Treppe, waren kaum scheu. Mir flog dann leider durch eine plötzliche Windbö meine Basecap vom Kopf und landete mitten im Reservat, wo man sie vorerst nicht wiederholen konnte – ärgerlich! Auch sonst war der Wind heute hier sehr stark, man war am Strand einem regelrechten Sandstrahlgebläse ausgesetzt, was nicht so angenehm war. Danach ging es zu den in der Nähe liegenden, hohen Sanddünen der sog. „Little Sahara“, wo man nach kurzem, anstrengendem Aufstieg bäuchlings flott und spaßig auf einer Art Surfbrett die Düne hinunterrutschen konnte. Zur Mittagspause fuhren wir wieder zu unserer Unterkunftshütte der ersten Nacht an der Vivonne Bay, was den Vorteil hatte, dass ich heute, bei jetzt sehr schönem Wetter, doch noch ein paar richtig tolle Koalafotos machen konnte. Erst war ich enttäuscht, als ich die Tiere im Baum vom Vortag nicht wiederfand, aber zum Glück entdeckten wir die 3 in einem anderen Baum ganz in der Nähe wieder, viel bewegen tun sie sich offensichtlich wirklich nicht. Es gab Tortillas zu Mittag, danach traten wir schließlich den Rückweg über die 100 x 80 km2 große Insel an. Bis zur Abfahrt der Fähre hatten wir noch etwas Zeit, machten daher einen Abstecher über eine holprige Wellblechpiste zum Cape Willoughby, genossen die Aussicht, den Sturm und die unglaubliche Gischt, ehe wir zurückfuhren und um 17 Uhr am Fähranleger in Penneshaw ankamen. Die Fähre war diesmal eine andere, ein Katamaran, es gab so gut wie kein Aussichtsdeck, also saßen wir drinnen. Wegen des heftigen Windes war deutlich mehr Seegang als bei der Hinfahrt, so wurde mir leider ein bisschen übel, aber es hielt sich noch in Grenzen. Nach 50 Min. kamen wir am „Festland“ wieder an, und nach erneutem Umpacken des Gepäcks (da der Bus jeweils nicht mit auf die Fähre kam) fuhren wir die knapp 90 km zurück nach Adelaide in ca. 2 Stunden, wo wir gegen 20:30 Uhr ankamen. Mein Zimmer im Hostel war diesmal ein anderes, aber auch okay, war sogar ein DZ mit TV! Beim Auspacken und Duschen fand sich immer noch jede Menge Sand von der Seal Bay und der Little Sahara, mal sehen, wie lange das für die nächsten Tag noch der Fall sein würde! Um 22:30 Uhr ging es wieder zu Bett, bloß, um am nächsten Tag schon wieder früh aufzustehen …