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Schweden 2021

Wie schon der Urlaub in der Pfalz im Juni, so war auch der “große” Sommerurlaub im September 2021 letztlich wieder ein ganz kurzfristiger Entschluss. Lange war dank Corona nicht klar, wo es hingehen sollte. Eine Fernreise schien mir immer noch nicht wirklich sinnvoll, auch wenn einige Ziele durchaus schon hätten angesteuert werden können. Aber auch wenn ich schon komplett geimpft war, waren mir ein zehnstündiger Flug, dicht gepfercht in einem Flugzeug, und ein Urlaub in einem Land, das nicht unbedingt den Standard unseres deutschen Gesundheitssystems hat, nicht wirklich geheuer. Die Option eines Urlaubs in der Auvergne schob ich nun schon eine ganze Weile vor mir her, aber auch in Frankreich waren die Inzidenzwerte noch recht hoch, höher als in Deutschland, und einige Städte hatten sogar noch Maskenpflicht im Freien, was mir nicht so wirklich behagte, einen entspannten Stadtbummel mit Maske im Urlaub konnte ich mir nicht so gut vorstellen.

Recht gut standen allerdings inwzischen die skandinavischen Länder da, die ihre Inzidenzwerte zuletzt deutlich senken konnten und in etwa auf einem Niveau mit Deutschland lagen. Landschaftlich sind Norwegen und Schweden sowieso großartig, und nachdem in den Sommerferien mehrere aus meiner Verwandtschaft einen erholsamen Urlaub dort verbracht hatten und nur Gutes berichteten, stand Mitte August das Reiseziel endlich fest: nach Schweden sollte es mal wieder gehen! Das letzte Mal war ich dort vor 13 Jahren für eine Wanderung auf dem Padjelantaleden, es wurde also auch mal wieder höchste Zeit!

Was die Regionen betraf, die ich mir anschauen wollte, kamen grundsätzlich zwei in Frage: Småland und Dalarna, die beide als typisch schwedisch galten und am ehesten unserem Klischeebild des Landes entsprachen. Nun war aber die Reisezeit September für einen richtigen “Sommerurlaub” schon ein bisschen spät, und Småland, im Süden Schwedens gelegen, schien sich mir eher dafür anzubieten.

Also entschieden wir uns für Dalarna, das ein ganzes Stück weiter nördlich liegt, um den Siljan-See herum und bis zur norwegischen Grenze. So hoffte ich, am Ende des Urlaubs eventuell sogar schon ein wenig in den Genuss der herbstlichen Laubfärbung zu kommen.

Die Entfernung vom Ruhrgebiet nach Dalarna beträgt knapp 1500 km, also eine ganz schön lange Strecke! Da bot es sich an, diese mit dem Schiff abzukürzen. Wenn man die über Nacht verkehrende Fähre von Kiel nach Göteborg nahm, sparte man ca. 600 km und kam frühmorgens entspannt in Schweden an. So wollten wir das auch! Zugegebenermaßen ist diese Fährüberfahrt nicht ganz günstig, aber durch die kürzere Zeit im Auto, den geringeren Stress und dadurch, dass man auch Sprit und eine Zwischenübernachtung in einem Hotel sparte, relativierte sich das schon wieder etwas.

Auf dem Weg nach Dalarna lagen auch noch ein paar andere – wie ich fand – besuchenswerte Ziele, um die herum wurde nun die weitere Reiseplanung gestrickt. Im Endeffekt reservierte ich im Vorfeld 5 Unterkünfte, an denen wir jeweils 3 bis 5 Nächte blieben, außerdem noch ein Hotel für eine Nacht auf der Rückfahrt vom Norden Richtung Göteborg. So hatten wir an den einzelnen Etappen jeweils genug Zeit, uns ein wenig in der Gegend umzusehen und auch die Fahrstrecken zwischen den Etappen im Land waren nicht allzu lang.

Bei herrlichem Spätsommerwetter brachen wir schließlich Anfang September auf gen Norden, neugierig darauf, ob das Bild, das wir uns vom Land von Pippi Langstrumpf, Knäckebrot und IKEA machten, auch der Wirklichkeit entsprach. Hej, Sverige!