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Glaskogen NR

Montag, 20.09.2021 – Fahrt zurück nach Süden, erste Runde im Glaskogen Naturreservat

Da heute ein längerer Fahrtag auf dem Programm stand, hatten wir nichts großartig weiter geplant. Vom nördlichsten Punkt unserer Rundreise durch Schweden ging es wieder zurück Richtung Süden, leider auch ein Zeichen dafür, dass die Heimreise immer näher rückte. Wir standen gegen 7 Uhr auf, frühstücken noch in aller Ruhe, packten das Auto und reinigten anschließend unser Ferienhäuschen, was wieder recht schnell gelang, da wir in drei Nächten ja kaum Dreck gemacht hatten. Als nächstes fuhren wir gegen kurz nach 9 Uhr ab nach Särna, da wir den Schlüssel wieder dort abgeben sollten, wo wir ihn abgeholt hatten. Leider war niemand zuhause, so musste ich ihn in einem von mir gewählten Versteck deponieren in der Hoffnung, dass er dort auch wiedergefunden wird! Von Särna aus ging es dann weiter Richtung Sälen. Anfänglich verlief die Strecke noch durch schönen Herbstwald, je näher wir dem Wintersportort Sälen jedoch kamen, umso „zivilisierter“ wurde die Gegend, es gab mehr und mehr Häuser, an den Hängen boten sich gelegentlich Ausblicke auf Skipisten und leider sah man auch zunehmend mehr Stellen im Wald, wo Bäume auf einer größeren Fläche gefällt waren. Dieses erstreckte sich über einige Kilometer vor und hinter Sälen, erst spät ließen die Anzeichen der Zivilisation wieder nach und die Fahrt verlief endlich wieder durch schönen, dichten Wald bis zum Ort Malung. Hier trafen wir auf ein kurzes Wegstück, das wir schon vor acht Tagen in entgegengesetzter Richtung zurückgelegt hatten, etwa 40 km nahmen wir dieselbe Strecke, dann ging es auf neuen Wegen weiter bis nach Torsby. Wir trafen dort gegen 13 Uhr ein, tankten den fast leeren Wagen erst einmal wieder voll, und das zum günstigsten Benzinpreis, den wir bisher in Schweden fanden. Anschließend suchten wir uns eine Lokalität in der Stadt zum Essen und wurden beim Lokal „Oregano“ fündig, das Lunchbuffet zu Mittag anbot. Für 100 Kronen gab es drei warme Gerichte, die man auch alle drei hätte nehmen können, Salat, Wasser, Kaffee und Kekse. Alles schmeckt auch gar nicht mal so schlecht, da konnte man nicht meckern!

Schließlich ging es weiter bis Sunne am Fryken-See. Diesem folgten wir eine ganze Weile am Ufer entlang, parkten auch einmal kurz am Aussichtspunkt Tossebergsklätten und bogen schließlich ab Richtung Westen, um einen weiteren Stopp am Aussichtspunkt Frykenshöjden einzulegen. Von beiden Punkten aus war die Sicht durchaus nicht schlecht, das Besondere des Sees, nämlich die Tatsache, dass er sich über 70 km lang und schmal von Nord nach Süd erstreckt, konnte man aber nicht so gut erkennen und fotografisch auch nicht so wirklich einfangen. Ab jetzt wurde die Landschaft wieder ländlicher, mehr Wälder, hübschere Gehöfte, es gefiel mir zunehmend besser im Gegensatz zu den doch recht dicht besiedelten Regionen entlang der Ufer des Fryken. Im recht großen Ort Arvika erledigt wir im Coop einen letzten Lebensmitteleinkauf für die kommenden drei Nächte im Glaskogen Naturreservat, dessen Besucherzentrum wir dann knapp 30 Minuten später erreichten.

Die Rezeption war nicht mehr besetzt, wir fanden aber unseren Schlüssel an einer Pinnwand, konnten so ins Ferienhäuschen einziehen und es uns gemütlich machen. Das Haus war nicht mehr das neueste, aber gut in Schuss, gemütlich, die Heizung lief, es war fast alles da, vor allem für den doch recht günstigen Preis gab es absolut nichts zu meckern. Wir richteten uns ein, räumten die Lebensmittel in den Kühlschrank, bezogen die Betten (wie das in allen Ferienhäusern in Schweden und teilweise sogar in Pensionen üblich ist) und drehten dann noch einen ersten Erkundungsspaziergang um einen nahegelegenen, kleinen See beim Sonnenuntergang. Die Sonne war in Anbetracht der dichten Wolkendecke allerdings kaum sichtbar, so fiel auch ihr Untergang nicht so spektakulär aus. Beim Rückweg passierten wir den dazugehörigen Campingplatz, der mir ausgesprochen gut gefiel, denn die Plätze lagen weit auseinander in einem Waldgelände, es sah fast so aus wie ein typischer Nationalpark-Campingplatz in den USA. Da wir heute Mittag schon warm gegessen hatten, gab es zum Abendessen nur noch kalte Küche, ehe wir den Tag in Ruhe ausklingen ließen.

3 Übernachtungen im Ferienhaus in Lenungshammar/Glaskogen: 63,87 € / Nacht

🚗: 352 km / 🥾: 4,3 km

Dienstag, 21.09.2021 – 2 Kurzwanderungen im Glaskogen Naturreservat

Ein entspannter Tag im Glaskogen Naturreservat. Morgens konnten wir uns Zeit lassen, gemütlich aufstehen und frühstücken, denn ab 10 Uhr war die Rezeption erst besetzt und wir mussten uns ja noch anmelden. Das war nicht so schlimm, da für den Vormittag auch Regen angesagt war, also zog es einen eh nicht sofort nach draußen. Die Anmeldung verlief kurz und reibungslos, gegen 11 Uhr hatte der Regen langsam aufgehört und wir schickten uns an, eine erste Runde zu drehen. In Angriff nahmen wir den etwa 5 km langen Natur- und Kulturwanderweg, ausgehend direkt von unserem Ferienhaus in Lenungshammar, der von der Wegbeschaffenheit her sehr einfach zu begehen sein sollte und auf dem vor einigen Jahren sogar schon einmal Prinzessin Victoria von Schweden gewandert ist. Tatsächlich war der Weg, gerade nach dem Regen, problemlos zu bewältigen, nahezu durchgängig kinderwagentauglich, also genau das Richtige für das heutige Wetter. Ab und zu nieselte es noch auf den ersten Kilometern, das ließ dann aber nach, spätestens ab 13 Uhr hatte der Regen gänzlich aufgehört. Die Wanderung war insofern ganz interessant, als dass am Weg, dem Namen entsprechend, an verschiedenen Stellen Informationstafeln aufgestellt waren, die Auskunft über kultur- und naturhistorische Besonderheiten in der Region gaben. An einer Stelle wichen wir auch mal ein wenig von der ursprünglichen Beschilderung ab, liefen parallel dazu auf schmalen Pfaden durch Wälder und Hügel, was eine ganz schöne Abwechslung war, trafen später aber wieder auf den eigentlichen, leichten Wanderweg, der mit einem weißen Punkt markiert war. Nach knapp drei Stunden waren wir gegen 13:45 Uhr zurück an unserem Ferienhaus, tranken erst einmal gemütlich Kaffee und aßen Kekse.

Danach entschied ich mich noch zu einer weiteren Wanderung, diesmal in die Regionen westlich von Lenungshammar. Thomas hatte keine Lust mehr und blieb deshalb zu Hause. Diese Wanderung ging nun nahezu durchgängig über schmale Waldpfade, nur kurze Stücke verliefen auf den Schotterstraßen des Naturreservats. Die Landschaft war herrlich, auf den ersten Kilometern ging es durch üppig grünen, moosbewachsenen Wald und über kleinere Hügelkuppen, später dann am Ufer des Sees Övre Gla entlang, wo sich immer wieder schöne Aussichten aufs Wasser boten. Mehrfach hielten wir heute auf unseren Touren Ausschau nach Elchen, auch diesmal hatte ich aber leider kein Glück mit einer Sichtung, und das, obwohl das Wetter so feucht-kühl war und auch kaum Wanderer unterwegs. Ansonsten hielt sich die Tierwelt ebenfalls sehr zurück, abgesehen von Bachstelzen, vereinzelten Spechten, 2 Tauchern und einigen anderen Vögeln sahen wir keine weiteren Tiere. Gegen Abend am Seeufer piesackten mich dann noch einige Mücken, aber auch das hielt sich aber sehr in Grenzen. Abends kam tatsächlich noch mal kurz die Sonne heraus, das Laub leuchtete schön zum Sonnenuntergang, da konnte man noch einige Fotos schießen.

Zurück in der Unterkunft war ich gegen 17:45 Uhr, duschte und schrieb Tagebuch, bis nach einem leckeren Abendessen mit Bratwurst und Möhrengemüse schließlich das Bett rief.

🚗: 0 km / 🥾: 15,7 km

Mittwoch, 22.09.2021 – Wanderung am See Lelången

Der zweite Tag im Glaskogen Naturreservat. Nachdem gestern zwei kleinere Rundwege auf dem Programm standen, war heute ursprünglich eine große Wanderung rund um den See Lelången angedacht. Für morgens war nebliges Wetter angesagt, im Laufe des Tages sollte sich der Nebel aber verziehen, der Himmel bewölkt sein, Regen war nicht mehr wirklich angesagt, die Niederschlagswahrscheinlichkeit allerdings immer noch mit 40% angegeben. Wir machten uns nach dem Frühstück gegen 8:45 Uhr auf den Weg und fuhren die kurze Strecke zum südlich unseres Ferienhauses gelegenen See auf der Schotterpiste in wenigen Minuten ab. Die Fahrt war lustig, die Straße verlief nämlich fast achterbahnmäßig rauf und runter, zum Teil dabei auch noch kurvig, manchmal konnte man gar nicht über die nächste Kuppe sehen. Unterwegs mussten wir einmal ausweichen, da ein Planierfahrzeug kam, das den Belag erneuerte, nachdem das vorbei war, waren wir dann die ersten, die auf der jungfräulichen Straße fahren durften! Am Straßenrand hatten wir Glück und sahen ein Reh, leider wieder keinen Elch, schade, aber zumindest ein kleiner Trost! Wir parkten den Wagen an der Stelle, an der die Straße auf den Lelången traf, hier befand sich etwas abgelegen links ein Parkplatz. Um kurz nach 9 Uhr starteten wir dort unsere Wanderung.

Der Weg war teils einfach zu gehen, teils etwas unebener und steiniger, nach dem Regen an manchen Stellen auch rutschig, aber insgesamt für schwedische Verhältnisse nur mäßig schwer. Er führte im steten Auf und Ab durch Wald und Heide am Seeufer entlang und bot teils tolle Ausblicke auf den See, alles in allem viel Abwechslung. Es machte wirklich Spaß, hier zu laufen. Der Nebel hatte sich mittlerweile auch verzogen, das Wetter war jetzt trocken – herrlich! Etwas ärgerlich war dann leider, dass wir nach knapp vier Kilometern plötzlich auf ein Schild stießen, das verkündete, dass die Ruderboote, mit denen man für den Rundweg eine kleine Passage über dem See hätte zurücklegen müssen, leider schon zur Winterpause eingeholt worden waren. Das war natürlich sehr doof, so konnte die komplette, geplante Runde um den See nicht abgeschlossen werden – schade! Warum eigentlich hat man das Schild nicht direkt am Parkplatz aufgestellt, dann hätte man die Wanderung vielleicht gar nicht erst begonnen bzw. nach Alternativen Ausschau gehalten!? Andererseits war, wie gesagt, der Weg bis hierher schon sehr schön, so dass sich der Tag bis jetzt trotzdem gelohnt hat. Wir entschlossen uns jedenfalls, dennoch die folgenden 2 km bis zur Anlegestelle des Bootes weiter zu laufen, um zumindest einmal ans Ufer des Sees zu gelangen. Dort fanden wir zwar noch ein einzelnes Ruderboot vor, das aber schon an Land gezogen war, auch war auf der anderen Seite des Sees kein zweites Boot zu entdecken, das man eigentlich dann hätte zurückbringen müssen, damit immer an jeder Seite des Sees eines für die ankommenden Wanderer zur Verfügung stand, also war hier nun Schluss. Wir legten eine kurze Pause ein, aßen jeder einen Apfel und liefen dann ein kurzes Stück den schon gelaufenen Weg zurück. Kurze Zeit später trafen wir auf eine Schotterpiste, die wir auf dem Hinweg bereits gestreift hatten. Um nicht denselben Weg komplett zweimal gehen zu müssen, entschieden wir uns, den Rückweg auf dieser Schotterpiste zu gehen. Das war zwar nicht ganz so abwechslungsreich, man kam aber schneller voran, außerdem hatte es den Vorteil, dass die Hosenbeine endlich trocknen konnten, denn auf dem schmalen Pfad waren diese nach dem feuchten Morgen und dem teilweise hohen Gras ständig nass. Darüber hinaus hatte es nämlich mittlerweile auch immer mal wieder zu nieseln angefangen, jetzt kam also entgegen der Wettervorhersage auch noch regelmäßig das Nass von oben dazu, das machte uns nicht wirklich Spaß, auch deshalb entschieden wir uns für den Fahrweg. So kamen wir schließlich deutlich rascher wieder am Auto an als ursprünglich gedacht.

Da das Wetter inzwischen richtig feucht war, entschieden wir uns, zurück ins Ferienhaus zu fahren und dort in aller Ruhe und im Warmen unsere Lunchpakete zu essen. Gegen 14 Uhr kamen wir wieder in Lenungshammar an, wärmten uns erst einmal auf und stärkten uns. Den Nachmittag verbrachten wir damit, das Gepäck umzupacken, so, dass wir in den zwei letzten Nächten im Hotel bzw. auf dem Schiff jeder nur noch unsere Reisetasche mitnehmen mussten und nicht mehr die schweren Koffer, diese stattdessen im Auto lassen konnten. Zum Abendessen gab es Spaghetti mit Tomatensoße, Pilzen und Salat, so langsam gingen unsere Lebensmittelvorräte auch zur Neige. Satt und müde ging es dann schließlich zu Bett.

🚗: 13 km / 🥾: 10,2 km

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