Tarangire NP – Lake Natron

Zuerst fuhren wir auf einer 2 Jahre alten, noch nahezu perfekten Asphaltstraße bis Mto wa Mbu, wo wir tankten und einkauften, danach begann die „Abenteuerfahrt“ zum Lake Natron durch Massaigebiet. Die Straße war eine lange Schotterpiste, links von uns die Steilwand des großen, afrikanischen Grabenbruchs, davor immer wieder kleinere Dörfer der Massai, Schaf- und Rinderherden, tolle Weitblicke und ab und an auch Wildtiere in der Ferne: Zebras, Gnus, Grant-Gazellen, Sekretäre, Weißstörche(!) und andere Vögel – sehr abwechslungsreich und landschaftlich wirklich schön. Einmal mussten wir unterwegs an einer Schranke US-$ 5 Maut pro Person bezahlen, leider wurden wir dort, wie schon in Mto wa Mbu und auch später noch öfters, von Massai-Frauen und -Kindern zum Kauf von Schmuck bedrängt, zwar immer freundlich, aber doch ziemlich aufdringlich und nicht nachlassend, das fand ich recht lästig, für die Leute auch irgendwie ein bisschen demütigend, aber in Anbetracht der Armut natürlich auch verständlich. Mein Bild der „stolzen Massai“ jedenfalls hat sich dadurch ein wenig gewandelt, Armut und Vordringen des Tourismus haben auch hier schon ihre Spuren hinterlassen und offensichtlich über den sprichwörtlichen Stolz der Massai gesiegt. Das alles muss man halt wohl in Kauf nehmen, aber letztlich ist man als Tourist ja auch selbst Schuld an dieser Entwicklung – ein zwiespältiges Gefühl macht sich da breit… Lunchpause legten wir an einem Krater namens „Hole of God“ ein, dann ging es weiter in das Gebiet des Vulkans Ol Doinyo Lengai, des heiligen Bergs der Massai, der mit seiner Kegelform immer näher ins Blickfeld rückte. Wir mussten ihn umrunden, mittlerweile wurde die Straße extrem schlecht, führte auch immer mal wieder über Ausläufer der Lavaflüsse. Schließlich erreichten wir Ngare Serai, einen Massai-Ort, wo wir ein tolles, schön gelegenes und ordentliches Camp vorfanden mit schicken Freiluftduschen und Blick auf den Lake Natron in der Ferne.

Wanderung zum Ngare Sero Wasserfall

Nach ½ Stunde Pause fuhren wir um 16 Uhr noch zum nahe gelegenen Wasserfall, zu dem uns ein lokaler Führer für US-$ 3 / Person brachte. Was sich zunächst wie ein eher langweiliger Spaziergang anhörte, entpuppte sich letztlich als kleine „Abenteuer-Tour“, ein bisschen wie Canyoning. Der Weg führte uns durch einen tief in den Berg eingeschnittenen Bachlauf bis zu einem herrlich klaren Wasserfall, der aus der Höhe herabstürzte und unter dem man duschen und baden konnte. So etwas hätte ich hier nicht erwartet, es hat unheimlich viel Spaß gemacht! Und noch etwas Unerwartetes passierte: auf dem Weg zum Wasserfall brach doch tatsächlich der Vulkan aus und schleuderte Aschewolken in die Höhe, ein beeindruckendes Schauspiel, das mir natürlich auch ein wenig Sorgen bereitete… Gegen 18 Uhr waren wir wieder im Camp, duschten und aßen zu Abend. Anschließend tranken wir in der für hiesige Verhältnisse extrem schicken Bar für US-$ 2 noch eine Cola, ehe wir gegen 21:30 Uhr ins Bett gingen.

Freitag, 15.02.2008: Lake Natron

Weiter ging die Fahrt in die entlegensten Winkel Tansanias. Heute war noch mehr Fahrstrecke als am Vortag vorgesehen, wobei allerdings zwischenzeitlich die Landschaft nicht mehr so spektakulär war. Aber Anfang und Ende des Tages waren fantastisch! Nach dem Frühstück um 7:30 Uhr fuhren wir zunächst um 8:30 Uhr das kurze Stück ans Südufer des Natronsees, um die dortigen Flamingos zu bewundern. Zwar war der ganze See nicht über und über rosa gefärbt von Millionen Flamingos, wie man das z.T. von Fotos so kennt, aber ein paar Hundert waren es doch, auf die wir trafen. Allerdings waren sie sehr scheu und flogen rasch auf, wenn man nur ein Stückchen zu nah kam. Zum Glück waren wir aber die ersten Besucher des Tages, so konnten wir die Vögel noch recht schön und in Ruhe beobachten. In der Nacht hatte es wieder heftig geregnet, dadurch war die Straße zum Natronsee in ein reißendes Bachbett verwandelt worden, was unsere Fahrt recht abenteuerlich machte. Nach einem abschließenden Blick auf den See und den Vulkan Ol Doinyo Lengai von einem nahegelegenen Hügel aus fuhren wir wieder zurück Richtung Camp und dann ein ganzes Stück durch karge Steinwüste am Westufer des Sees entlang Richtung Norden, ehe wir nach Westen abbogen und die Höhen der Wand des Rift Valley erklommen.

Lake Natron – Serengeti NP (Lobo Area)

Das Landschaftsbild wechselte nun, zuerst ockerfarbene Erde, später wurde es zunehmend grüner, bis wir den oberen Rand des Grabenbruchs mit fantastischer Aussicht erreichten. Wir verließen schließlich das Siedlungsgebiet der Massai, wie man an den anders ausschauenden Menschen und auch der anderen Bauweise der Häuser erkennen konnte. Es ging immer weiter auf abenteuerlicher Piste, durch Wälder, über Hochebenen, stetig bergauf, die Straße blieb gleich schlecht, einmal musste Lazaro vor einem besonders matschigen Stück Wegs sogar aussteigen und die Lage peilen, ehe er weiterfuhr, bis wir um 16 Uhr das Klein’s Gate im Nordosten der Serengeti erreichten.