earthgui.de

Allgäu Sommer 2016

11.06.2016: Ankunft in Birgsau

Nach einer gemütlichen Anreise mit Zwischenstopp in Franken, wo wir in Marktbreit lecker zu Mittag aßen, kamen wir am späten Nachmittag in Birgsau an. Die Siedlung liegt im Stillachtal, etwas südlich von Oberstdorf, noch ein Stück weiter folgt nur noch Einödsbach, der bekanntermaßen südlichste, bewohnte Ort Deutschlands. Den Abend verbrachten wir damit, unsere Ferienwohnung zu beziehen und drehten noch eine erste Runde durch Birgsau, auch, um im nahegelegenen “Birgsauer Hof” Brötchen für die nächsten Tage zu bestellen, die boten nämlich netterweise so einen Service an, man musste die Brötchen dann nur noch dort abholen.

12.06.2016: Wanderung über Einödsbach zur Enzianhütte

Für heute wollten wir uns nach dem langen, gestrigen Fahrtag erstmal eine Pause vom Autofahren gönnen und begannen unsere Wanderung daher direkt in Birgsau vor der Haustür. Der Weg führte uns zunächst nach Einödsbach, ein Weg, den wir schon im Vorjahr im Winter gegangen waren. Hinter Eindödsbach folgte dann aber Neuland für uns. Es ging ab jetzt stetig weiter bergauf, anfangs noch flach, später steiler, bis als erstes Zwischenziel die Petersalpe erreicht wurde, die auch zu einer Rast einlud. Für uns war das allerdings noch zu früh, wir liefen weiter, immer schön bergauf, genossen dabei zunehmend tollere Blicke ins Stillachtal mit Birgsau hinter uns und auf die umliegende Bergwelt. Schließlich an der Enzianhütte angekommen, ließen wir es uns erstmal bei einer deftigen Hüttenjause schmecken. Da wir danach noch gut in der Zeit lagen und um nicht denselben Weg wieder zurückgehen zu müssen, entschlossen wir uns, zunächst ein wenig weiter aufzusteigen bis kurz vor den Rappensee. Der Weg verlief meist parallel zum Hang, erst zuletzt ging es nochmal bergauf. Immer wieder mussten dabei Altschneefelder gequert werden, da hieß es aufmerksam zu sein, damit man nicht abrutscht. Schließlich erreichten wir eine Wegkreuzung, von dort aus ging es dann wieder hinab bis zur Schwarzen Hütte ins Rappenalptal, die südliche Verlängerung des Stillachtals. Leider wurde das Wetter im Verlauf des Tags etwas schlechter, Nebel und auch ein wenig Regen zogen auf, dennoch kamen wir gut voran. Erfreulicherweise war kaum etwas los, nur sehr wenigen Wanderern begegneten wir unterwegs. Wie üppig jetzt im Juni alles blüht, konnten wir heute schon an unserem ersten Wandertag entdecken, sogar Frauenschuh sahen wir beim Abstieg direkt am Weg, eine Orchidee, die ich bisher noch nie in freier Natur bewundern konnte, sicher eine der schönsten, die wir hier in Deutschland haben.

13.06.2016: Wanderung ins Traufbachtal

Heute ging es mit dem Wagen bis nach Oberstdorf, wo wir ihn auf einem Parkplatz etwas außerhalb der Innenstadt (dank Kurkarte kostenlos) abstellen konnten, mit dem Bus fuhren wir von dort aus ins Trettachtal, ein östlich gelegenes Paralleltal zum Stillachtal, und stiegen in Spielmannsau aus. Nachdem die gestrige Tour für uns “Flachlandtiroler” vielleicht doch etwas zu anstregend war, hatten wir uns für die heutige Wanderung eine kürzere und leichtere Strecke ausgeguckt, die man dank des Busverkehrs im Trettachtal zum Schluss auch noch nach Belieben variieren konnte. Ab Spielmannsau stiegen wir zunächst im engen Bachtal des Traufbachs auf bis zur Traufbergalpe, liefen das Tal bis zum Talschluss aus, um auf dem Rückweg in der hinteren Traufbergalpe eine Kleinigkeit zu trinken. Für den Rückweg nach Spielmannsau nahmen wir diesmal die Fahrstraße, was allerdings dazu führte, dass noch ein paar Höhenmeter bergauf hinzukamen. Unten angekommen hatten wir trotzdem noch genug Energie, um ein Stückchen weiterzugehen, so spazierten wir – trotz Regen – gemütlich das Tal entlang bis zum Christlessee. Da wir die Abfahrt des Busses dort erst in einer Stunde war, konnten wir noch einmal einkehren und ließen uns im Gasthaus Christlessee Kaffee und leckeren Kuchen schmecken. Danach ging es mit dem Bus wieder nach Oberstdorf und mit dem Auto zurück in unsere Unterkunft.

14.06.2016: Stadtbesichtigung in Kempten

Zwei Wanderungen lagen nun schon hinter uns, beide mit beträchlichen Höhenmetern, die wir bei uns in NRW so nicht wirklich gewohnt sind. Außerdem sagte der Wetterbericht für den heutigen Tag noch mehr Regen für Oberstdorf voraus als schon an den Tagen zuvor. Daher entschlossen wir uns, eine Wanderpause einzulegen und stattdessen nach Kempten zu fahren für eine Stadtbesichtigung der schönen, historischen Altstadt. Netterweise sollte das Wetter in Kempten sich im Laufe des Tages sogar als besser erweisen, als es eigentlich angesagt war, also alles richtig gemacht! Um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kemptens zu sehen, nahmen wir uns einen Multicache zu Hilfe, der uns mit mehreren Stationen an alle interessanten Ecken und Gebäude des Ortes führen sollte. Zu Mittag kehrten wir ein, alles in allem war es ein schöner, entspannter Tag, an dem wir trotzdem einiges zu sehen bekamen.

15.06.2016: Wanderung auf das Hahnenköpfle

Nach der gestrigen Pause war heute wieder Wandern angesagt! Die Wettervorhersage war besser, also suchten wir uns eine Tour mit Aussicht aus, auf das Hahnenköpfle sollte es gehen. Wieder fuhren wir erst mit dem Auto Richtung Oberstdorf, stellten es diesmal auf dem Parkplatz Renksteg ab und nahmen von dort aus den Bus ins Trettachtal, den wir am Christlessee verließen. Durch den z.T. schluchtartigen Hölltobel ging es hinauf nach Gerstruben, die Wasserfälle, über die der Dietersbach sich hier ergoss, waren schon sehr eindrucksvoll. Auch Gerstruben hatten wir im letzten Winter schon besucht, vieles erkannten wir wieder, natürlich sah jetzt “in Grün” aber auch einiges ganz anderes aus. Hinter Gerstruben folgte nun der weitere, kontinuierliche Aufstieg auf das Hahnenköpfle, bis wir schließlich an seinem Gipfel auf 1735 m ankamen. Dort wurde eine Brotzeitpause gemacht, anschließend ging es auf der Nordseite des Bergs wieder hinab Richtung Oytal, noch ein Ort, den wir vom letzten Februar her kannten. Mittlerweile begannen dunkle Wolken, sich am Himmel zusammen zu ballen, ab und zu fing es auch an zu regnen, trotzdem konnten wir unsere Tour noch gut beenden. Nach dem Stück auf der langen, geraden Fahrstraße durchs Oytal folgte der etwas stärker abfallende Abstieg über den Dr. Hohenadel-Weg, und südlich entlang der Trettach und um den Golfplatz herum erreichten wir schließlich wieder unser Auto am Parkplatz.

16.06.2016: Wanderung auf den Piesenkopf

Die Anfahrt mit dem Auto zum Start der heutigen Wanderung war etwas länger, die letzten Kilometer davon verliefen auf einer mautpflichtigen Privatstraße. Als wir in Rohrmoos ankamen, schien aber noch die Sonne, was uns hoffen ließ. Leider sollte sich das im Laufe des Tages ändern, das Wetter wurde immer schlechter, Nebel und Regen zogen auf und die berühmte Aussicht auf die Gottesackerwände, die man auf dieser Wanderung bestaunen können sollte, blieb uns leider verwehrt. Schade, denn auch im letzten Winter, als ich hier im Tal eine Runde mit Langlaufskiern gedreht hatte, war das Wetter kaum besser. So durften wir uns heute an den Kleinigkeiten am Wegrand erfreuen, was aber auch seinen Reiz hatte. Der Weg führte anfänglich noch eine ganze Weile über breite Forststraßen, bis wir die Piesenalpe erreichten, hier lag mittlerweile nun schon alles im dichten Nebel. Wir tranken eine Kleinigkeit, die selbstgemachte Buttermilch war ebenso lecker wie der Käse, von dem wir deshalb auch ein wenig mitnahmen. Vorbei an der Piesenkapelle folgte das letzte Stück des Aufstiegs auf den Piesenkopf, lange hielten wir uns mangels Aussicht natürlich nicht hier oben auf. Der Abstieg führte uns durch das Ziebelmoos, eine sensible Moorlandschaft, in der es nach den Regenfällen der letzten Tage natürlich umso matschiger war, den richtigen Weg hier zu finden war manchmal gar nicht so einfach, zumal wir die empfindliche Moorvegetation hier auch nicht zerstören wollten. Schließlich erreichten wir aber doch wieder festeren Untergrund in Form einer Forststraße und stetig bergab, jetzt wieder einfacher zu gehen, brachte uns der Weg bis zu unserem Auto.

17.06.2016: Mit der Fellhornbahn und zu Fuß zur Fiderepasshütte

Heute sollte schon wieder der letzte Tag des Urlaubs sein – schade! Zum Abschluss suchten wir uns daher noch mal eine Wanderung heraus, von der wir uns besondere Highlights versprachen. Es sollte zur Fiderepasshütte gehen, diese liegt auf 2070 m, so hoch waren wir in diesem Urlaub bisher noch nie. Um den Aufstieg etwas abzukürzen, entschlossen wir uns, zunächst mit der Fellhornbahn bis zur Mittelstation auf 1770 m zu fahren. Von dort ging es zunächst einige Kilometer hangparallel mit tollen Ausblicken ins Stillachtal, die Blumenpracht, auf die wir unterwegs trafen, war unbeschreiblich schön. Wir kamen schließlich an eine Wegkreuzung, hier sollten wir später wieder absteigen nach Faistenoy, wo wir den Wagen geparkt hatten. Jetzt aber folgte erstmal der eigentliche Aufstieg zur Fiderepasshütte, und der Höhenlage entsprechend ging es meistens über Altschneefelder, die wieder besondere Vorsicht beim Gehen erforderten. Auch hier brach sich die Natur aber schon Bahn, selbst mitten durch den Schnee hindurch steckten Enziane ihre Blüten. Oben angekommen genossen wir nicht nur den Rückblick ins Stillachtal, sondern auch den Blick auf die andere Seite des Passes nach Österreich über das Kleinwalsertal. Da die Hütte schon geöffnet war, konnten wir es uns bei Maultaschen, Schweizer Wurstsalat und Getränken gut gehen lassen und uns für den Abstieg stärken. Dieser verlief zunächst auf derselben Strecke wie zuvor bis zur schon erwähnten Wegkreuzung, von dort aus ging es dann weiter hinab über Almwiesen und durch zunehmend bewaldetere Regionen. Die sehr freundlichen Kühe, auf die wir hier oben trafen und die sich sehr gerne streicheln ließen, machten uns den Abschied vom Allgäu zusätzlich schwer!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.