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Acadia NP

Sa., 27.09.14: Von Boston zum Acadia Nationalpark

Nach dem Aufstehen und Packen verlie├čen wir Boston um kurz nach 8 Uhr, nicht ohne zuvor dann doch noch Dan, einen unserer Gastgeber, kennengelernt zu haben, denn zum einen wollten wir uns schon bedanken und verabschieden, zum anderen hatte er uns aber auch zugeparkt, so dass er erst seinen Wagen wegsetzen musste, damit wir los kamen. Unser Navi f├╝hrte uns Richtung Norden einmal quer durch die Stadt und durch den neuen, unterirdischen Tunnel des John F. Fitzgerald Expressway hindurch, was aber zum Gl├╝ck ganz gut klappte, denn der Verkehr hielt sich sehr in Grenzen, da es ja Wochenende und noch fr├╝h am Tag war, daher waren noch nicht so viele Menschen unterwegs. Bei herrlichstem Wetter verlie├čen wir die Stadt, die uns sehr gut gefallen hat und wo man durchaus noch etwas mehr Zeit h├Ątte verbringen k├Ânnen, ├╝ber die Bunker Hill Bridge. Boston hat zwar Gro├čstadtatmosph├Ąre, aber trotzdem eine ├╝berschaubare, gut zu Fu├č begehbare Innenstadt mit toller Lage am Wasser, wo man sich rasch wohlf├╝hlen konnte. Zun├Ąchst f├╝hrte die Fahrt ├╝ber lange, typische Ausfallstra├čen mit Autoh├Ąndlern, Motels und Fastfood-Ketten, bis wir schlie├člich die I-95, die Schnellstra├če, erreichten, die uns Richtung Norden f├╝hren sollte, bei erlaubten 65 mph kamen wir gut voran, in Maine waren sogar 70 mph erlaubt! Erstmals verlie├čen wir die I-95 in York, denn au├čer viel Fahrstrecke bestand unser heutiges Programm im Besuch einiger der sch├Ânsten Leuchtt├╝rme der K├╝ste Maines mit dem ersten Ziel Nubble Lighthouse. Durch eine sehr gepflegte Ortschaft kamen wir an die K├╝ste, und der h├╝bsche kleine Leuchtturm machte sich auch pr├Ąchtig auf einer kleinen Insel, die zus├Ątzlich noch daf├╝r sorgte, dass ihn Touristen nur vom Festland aus bewundern konnten. Von diesen gab es hier leider sehr viele, alleine 3 Busladungen, was der Stimmung des Ortes ein wenig Abbruch tat. Dennoch genossen wir Lage, Wetter und Aussicht, tranken einen Kaffee und a├čen mitgebrachte ├äpfel und Kekse (wir hatten ja noch nichts gefr├╝hst├╝ckt und ansonsten gab es nichts an der hiesigen Bude, auf das wir Appetit hatten), bis es weiterging, wieder zur├╝ck auf die I-95, diesmal per Navi-F├╝hrung und nicht der Ausschilderung folgend, daf├╝r ging es jetzt an dem ellenlangen und sehr gut erschlossenen Strand von York entlang, wo alles zugeparkt war, v.a. von Surfern, die hier die Wellen genossen.

Unser n├Ąchstes Ziel sollte eigentlich der Leuchtturm Portland Headlight sein, ihn zu finden bereitete aber Probleme, denn wir hatten leider keine sehr gute Karte der Gegend, auch keine exakte Adresse, nur das Navi und das f├╝hrte uns ganz seltsam, mitten in die Stadt Portland hinein, wo gerade auch noch zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker lagen mit entsprechend viel Betrieb im Ort, in einer winzigen Nebengasse im Hafen sollte ich abbiegen, das kam mir aber doch komisch vorbei, letztlich verpasste ich die Gasse, daher beschlossen wir, auf diesen Leuchtturm zu verzichten und stattdessen als n├Ąchsten den am Pemaquid Point anzufahren. Rasch waren wir wieder auf der I-95, bald ging es aber auch schon wieder runter und ab jetzt die US-1 entlang. Mittlerweile, es war schon gegen 13 Uhr, hatten wir doch wieder recht gro├čen Hunger, denn unser ÔÇ×Fr├╝hst├╝ckÔÇť war ja eher sp├Ąrlich ausgefallen, und nach kurzer Fahrt durch W├Ąlder, Ortschaften und vorbei an herrlichen Seen stoppten wir im gleichnamigen Diner in Wiscasset, das Lokal selbst war eher einfach, die sanit├Ąren Anlagen ÔÇ×optimierungsbed├╝rftigÔÇť, aber das Essen, serviert von zwei ├Ąlteren Damen, war sehr lecker und herzhaft, es gab einmal Eggs Benedictine und einmal Omelett. Nach diesem Stopp ging es uns wieder besser und die Laune war gestiegen.

Weiter gingÔÇÖs mit dem Auto erst auf der US-1, dann ├╝ber kleinere Nebenstra├čen ab auf die Halbinsel, durch h├╝bsche D├Ârfer, wie ├╝blich stark zersiedelt auch hier, bis zum Leuchtturm am Pemaquid Point. War Nubble Lighthouse schon sch├Ân, hier war es einfach herrlich: ein wei├čer Leuchtturm, gr├╝ne Wiesen, schattige Picknickpl├Ątze, das blaue Meer und tolle Gesteinsformationen an der K├╝ste, ein Ort, wo man so richtig entspannen konnte. Wir erkundeten zuerst die Klippen ein wenig und konnten dann sogar noch den Leuchtturm besteigen, wenn auch nicht sehr hoch, so war es doch ein Erlebnis. Schlie├člich besuchten wir noch das kleine Museum nebenan (4 Zimmer) mit liebevoll zusammengestellten Exponaten ├╝ber Leuchtturm, K├╝ste und (Hummer-)Fischerei. Beaufsichtigt wurde das Ganze von mehreren Rentnern, die das ehrenamtlich machten, hier f├╝hlte man sich richtig wohl. Dennoch mussten wir irgendwann weiter, zur├╝ck zur US-1.

Das n├Ąchste, angepeilte Ziel war Rockland, die ÔÇ×HummerhauptstadtÔÇť der USA, da hier die meisten Hummer gefangen, verarbeitet und verschifft werden sollen, aber wir waren eher entt├Ąuscht, im gro├čen Hafenbecken war quasi nichts los, zig leere Parkpl├Ątze, wenige Menschen, keine Fischbuden und keine Fischerboote, daf├╝r eine gro├če Anzahl an Freizeitbooten ÔÇô so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Vielleicht lag es an der Tageszeit (es war inzwischen schon 17:30 Uhr) oder an der Nebensaison, wir beschlossen jedenfalls, weiter zu fahren, sahen dann zwar an der Hauptstra├če doch ein paar Lokale, die ge├Âffnet hatten, wollten unser Gl├╝ck letztlich aber doch lieber in Camden, dem n├Ąchsten, gr├Â├čeren Ort versuchen, was sich auch gelohnt hat. Hier war viel mehr Leben, das Hafenbecken warm gef├Ąrbt durch die untergehende Sonne, beschaulich und intim, zwar auch ohne viele Fischerboote, aber doch von ganz anderem Charakter, freundlich und einladend, das dachten sich wohl auch die vielen Menschen, die am Hafen promenierten oder in den Lokalen sa├čen. Wir genossen noch etwas die Atmosph├Ąre, ehe auch wir zu Abend a├čen, ein Lobster Roll (s├╝├čes Br├Âtchen mit Hummerfleisch und Pommes) im Lokal CuzzyÔÇÖs, was recht lecker war, die ÔÇ×SchweinereiÔÇť, einen kompletten Hummer zu verzehren, wollten wir uns nicht zumuten. Schlie├člich, es war inzwischen dunkel, zahlten wir, liefen zum Auto und traten die letzten knapp 2 Stunden Fahrt zum Eden Village Motel bei Bar Harbor an, wo wir exakt um 21 Uhr eintrafen. Zu sehen gab es unterwegs nichts mehr, wegen der Dunkelheit und des blendenden Gegenverkehrs war die Fahrt anstrengend, so waren wir froh, endlich angekommen zu sein. Das Zimmer war sauber und ger├Ąumig, wir f├╝hlten uns gleich wohl und nach Auspacken, Duschen und Tagebuchschreiben machten wir gegen 23:45 Uhr das Licht endlich aus.

Gefahren: 315 mi (507 km)

Unterkunft: Eden Village Motel & Cottages, Salsbury Cove ($ 102 / N. exkl. FS)

So., 28.09.14: Acadia Nationalpark (Cadillac Mountain und S├╝dwestteil)

Heute herrschte wieder Kaiserwetter, nach dem letzten Samstag in Washington war das wohl der sch├Ânste, sonnigste und w├Ąrmste Tag in diesem Urlaub bisher. Leider dachten sich das auch viele Wochenendausfl├╝gler, die hier im Acadia Nationalpark einfielen, wie wir sp├Ąter sehen sollten. Zuerst mal fuhren wir aber gegen kurz nach 8 Uhr los zum Visitor Center, um unser Ticket (f├╝r bis zu 7 Tage) f├╝r den Nationalpark f├╝r $20 pro Pkw zu erstehen. Am Visitor Center hielt sich ├╝brigens auch eine Rotelgruppe samt Bus auf, was wieder mal die Ansicht best├Ąrkte, dass ich so sicher nie Urlaub machen werdeÔÇŽ Danach gingÔÇÖs in den Ort Bar Harbor, wo wir im Restaurant Testa fr├╝hst├╝ckten, ganz o.k., aber es best├Ątigte sich wieder mal, dass mir deutsche Pfannkuchen besser schmecken als die (v.a. aus Backpulver bestehenden?) amerikanischen Fertigprodukte, die hier meist serviert werden. (Dass es auch anders geht, sollten wir sp├Ątestens in den White Mountains noch sehen!)

Schlie├člich fuhren wir los und steuerten als erstes Ziel den Gipfel des Cadillac Mountain an, des h├Âchsten, hiesigen Berges, wo sich aber fast genauso viele Touristen aufhielten wie zuvor schon in Bar Harbor, nicht wirklich sch├Ân, mit M├╝he bekamen wir noch einen Parkplatz. Den fantastischen Ausblicken konnte das aber nichts anhaben, wenn auch die Fernsicht heute nicht so ganz optimal war, den Mount Katahdin z.B. sahen wir nicht, wie auf der Infotafel beschrieben.

Um den Touristen zu entfliehen entschlossen wir uns, die ÔÇ×klassischeÔÇť Park Loop Road auf den n├Ąchsten Tag zu verschieben, stattdessen steuerten wir die S├╝d-West-Ecke von Desert Island an, zun├Ąchst den Leuchtturm von Bass Harbour, einen h├╝bschen, kleinen Turm oberhalb typisch neuenglischer roter Granitfelsen, sehr pittoresk. Danach schlenderten wir noch ein wenig durch das gleichnamige D├Ârfchen samt Hafen, wo heute zwar ein paar Menschen auf der Terrasse des Restaurants sa├čen, wo es aber ansonsten eher verschlafen zugeht. Danach fuhren wir zum s├╝dlichen Ende des Long Pond, wo einige Trails starteten und wo dann wirklich vom Trubel aus Bar Harbor bzw. vom Gipfel des Cadillac Mountain nicht mehr viel zu sp├╝ren war. Von einem ebenfalls auf dem Parkplatz ausgestiegenen, einheimischen P├Ąrchen lie├čen wir uns ein wenig beraten, welchen Weg wir einschlagen und wanderten schlie├člich in ca. 3 Stunden eine etwas gr├Â├čere Schleife, angefangen ├╝ber den Perpendicular Trail zum Gipfel des Mansell Mountain, dann ├╝ber den Great Notch Trail und schlie├člich am Seeufer entlang zur├╝ck ├╝ber den Long Pond Trail. Wenn auch gro├če Teile des Weges im Wald verliefen ohne Fernsicht, so war es doch ein sch├Âner und typischer, US-amerikanischer Nationalpark-Trail wie man ihn sich vorstellt. Zuerst ging es steil, aber leidlich bequem ├╝ber mehr als 700 Granitstufen hinauf zum Gipfel, kurz vorher passierte man noch einen tollen Aussichtspunkt mit herrlichen Blicken ├╝ber Southwest Harbour und die vorgelagerten Inseln, au├čerdem die Berge im Osten bis hin zum Cadillac Mountain. Danach f├╝hrte der Weg recht abenteuerlich ├╝ber Felsen und Wurzeln wieder hinab, auch recht steil, um sp├Ąter durch dichten Nadelwald und dann lichten Laubwald zum Seeufer zu f├╝hren. An Tieren sahen wir leider nur Eichh├Ârnchen, einen Specht und einen Frosch, keine gr├Â├čeren ÔÇô schade! Der Seeuferweg war dann wieder einfach und meist eben, teilweise aber auch sehr felsig, die Sicht wechselte ├╝ber den See, war mal besser, mal weniger gut, leider lag der ganze Weg jetzt auch im Schatten, so dass wir nach einer kurzen Picknickpause letztlich doch recht bald wieder am Auto waren.

Nach einen kurzen Stopp auf der R├╝ckfahrt an der bekannten Br├╝cke von Somesville stand als letzter Programmpunkt noch ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz an den Park Headquarters ├╝ber eine Carriage Road, einen alten Kutschenweg, zu den Breakneck Ponds auf dem Programm in der Hoffnung, dort auf Biber zu treffen, wie eine Rangerin am Morgen im Visitor Center vorgeschlagen hatte, leider hatten wir keinen Erfolg, ├Ąhnlich wie ein anderes P├Ąrchen, das uns begegnete, ansonsten trieb sich hier am sp├Ąten Nachmittag niemand mehr rum. Wir sahen zwar einen Biberdamm, zwei Biberburgen und weitere Zeugnisse der Anwesenheit der Nager wie die typischen, angeknabberten B├Ąume oder gr├Â├čere, durch eine ├ťberflutung abgestorbene Baumbest├Ąnde, aber die Tiere selbst lie├čen sich nicht blicken, so zogen wir gegen 18:45 Uhr wieder ab, denn inzwischen war es auch schon so dunkel, dass man fast nichts mehr sah. Wir steuerten den gr├Â├čten Supermarkt in Bar Harbor, Hannaford, an, um ein paar Vorr├Ąte und Getr├Ąnke einzukaufen, entschieden uns dann auch noch spontan dazu, unser Abendessen gleich mitzunehmen und nicht mehr in ein Restaurant zu fahren, so waren wir gegen 20 Uhr im Hotel. Nach dem Duschen a├čen wir panierte H├╝hnerbr├╝ste sowie Reis mit Chilibohnen, die wir im Supermarkt fertig gekauft hatten und in der Mikrowelle im Zimmer nur kurz aufw├Ąrmten, dazu Kartoffelsalat. Der Tag endete daf├╝r heute mal deutlich fr├╝her als sonst.

Gefahren: 66 mi (106 km)

Unterkunft: Eden Village Motel & Cottages, Salsbury Cove ($ 102 / N. exkl. FS)

Mo., 29.09.14: Acadia Nationalpark (Loop Road), Bar Harbor

Da es ├╝berall empfohlen wurde wollten auch wir heute auf dem Cadillac Mountain den ersten Sonnenaufgang des Tages in den USA bestaunen, so standen wir schon um 5:20 Uhr auf, laut Kalender sollte die Sonne um 6:31 Uhr ├╝ber den Horizont steigen. In ca. 20 Minuten Fahrt waren wir oben auf dem Berg, aber schon unterwegs zeigten sich tolle Wolkenverf├Ąrbungen, die zum Anhalten und Fotografieren verlockten, obwohl es erst kurz nach 6 Uhr war, da ├Ąrgerte ich mich fast ein wenig, nicht noch fr├╝her aufgestanden zu sein. Oben auf dem Berg angekommen traf uns erstmal der Schlag: so proppenvoll war der Parkplatz nicht mal am Vortag, es war kein offizieller Parkplatz mehr zu erhalten, nur noch am Stra├čenrand, wo eigentlich Halteverbot war, was aber keinen k├╝mmerte, die Leute hatten auch hier schon ihre Autos abgestelltÔÇŽ unglaublich! Ich musste noch ein ganzes St├╝ck laufen, ehe ich einen Platz fand ohne Menschen im Vordergrund, die meinem Stativ die Sicht verstellten, schlie├člich gelangen mir aber doch ein paar hoffentlich ganz sch├Âne Bilder, als die Sonne schon um 6:26 Uhr hinter der ersten Wolkenschicht hervorlugte, somit also sogar etwas fr├╝her als angek├╝ndigt! Als Res├╝mee muss ich aber doch sagen, dass es noch besser gewesen w├Ąre, mindestens eine halbe Stunde vor offziellem Sonnenaufgang hier oben gewesen zu sein, speziell wegen der sch├Ânen Himmelsverf├Ąrbung, bevor sich die Sonne schlie├člich zeigte. Nachdem das Schauspiel beendet war zogen bis auf wenige s├Ąmtliche Touristen ab, pl├Âtzlich war es ganz still und einsam hier oben, wir fr├╝hst├╝ckten erstmal im Wagen Banane und Joghurt, die wir am Vorabend gekauft hatten und genossen dabei die Aussicht, zwischen den H├╝geln fanden sich viele Nebelb├Ąnke, die sehr sch├Ân wirkten.

Gegen 8 Uhr nahmen wir schlie├člich die Park Loop Road in Angriff, wo wir um die Zeit noch fast alleine waren, das sollte sich im Laufe des Tages deutlich ├Ąndern! Wir steuerten den Sand Beach Parkplatz an und w├Ąhrend mein Freund im Auto noch ein Nickerchen hielt, um den vers├Ąumten Schlaf vom Morgen nachzuholen spazierte ich in etwas ├╝ber einer Stunde auf den Berg namens Beehive (ÔÇ×BienenkorbÔÇť) und wieder zur├╝ck, ein spannender Aufstieg, z.T. ├╝ber Leitern, mit tollen Ausblicken, nichts f├╝r Leute mit H├Âhenangst. Ab und zu lie├č sich auch mal kurz die Sonne blicken, ab 9:30 Uhr war dann aber leider f├╝r den Rest des Tages Schluss damit ÔÇô schade! Zur├╝ck am Wagen drehten wir beide dann die Runde zur Landzunge Great Head, ein sch├Âner, als ÔÇ×mittelschwerÔÇť deklarierter Weg hoch ├╝ber der Felsk├╝ste mit viel Weitblick, ohne Sonne und bei deutlich zunehmendem Wind wurde es aber z.T. doch recht kalt. Besonders viele Seev├Âgel au├čer M├Âwen, Kormoranen, Raben und Enten waren auch nicht zu sehen, insbesondere keine Wei├čkopfseeadler, wie man uns am Vortag beim Visitor Center gesagt hatte. Danach liefen wir dann noch einen Teil des Ocean Path ab, der bis zum Thunderhole f├╝hrte, hier waren dann inzwischen wirklich solche Massen an Bustouristen, dass es alles andere als sch├Ân war, das ist dann wieder die Kehrseite der Medaille, dass man in Amerika (fast) alles per Pkw erreichen kann, ohne zu laufen. Das Thunderhole selbst war ├╝brigens zum Zeitpunkt unseres Besuches auch nichts Besonderes, obwohl wir exakt den Zeitpunkt (3 Stunden vor der Flut) erwischten, zu dem die Font├Ąnen am h├Âchsten spritzen sollten, aber trotz Wind und halbwegs bewegter See trafen wir nur ein eher m├╝des Pl├Ątschern anÔÇŽ Den Ocean Path entlang gingÔÇÖs wieder zur├╝ck zum Parkplatz (├╝brigens immer entlang der Stra├če, h├Ątte man also problemlos oder besser auch mit dem Auto zur├╝cklegen k├Ânnen!), von dort aus fuhren wir noch ein St├╝ck weiter zum Parkplatz am Otter Cliff und liefen dort ein paar Meter oberhalb des Kliffs die K├╝ste entlang, wo es uns gut gefiel, da schon deutlich weniger los war, die K├╝ste wundersch├Ân und die Wellen und Gischtspritzer gr├Â├čer als am Thunderhole!

Schlie├člich ÔÇô es war Kaffeezeit ÔÇô fuhren wir zum Jordan Pond House, sahen unterwegs vom Wagen aus noch eine Robbe im Wasser und trafen, am Ziel angekommen, wieder auf Massen von Autos auf dem Parkplatz. Und statt jetzt direkt etwas zu essen und zu trinken zu bekommen hie├č es auch hier erstmal: ÔÇ×Please wait to be seated!ÔÇť Wir bekamen einen Pager und es wurden uns 45 Minuten Wartezeit avisiert, die wir mit einem kleinen Spaziergang zum See ├╝berbr├╝ckten. Ziemlich p├╝nktlich nach der genannten Zeit kamen wir dann auch dran, wurden in das Lokal gef├╝hrt, das von au├čen eher wie eine deutsche Jugendherberge, von innen aber ganz gem├╝tlich wie eine Rocky Mountains-Berglodge aussah, und bestellten die hiesige Spezialtit├Ąt ÔÇ×PopoversÔÇť, sehr stark aufgegangene und fluffige, aber nicht s├╝├če Muffins, serviert mit Butter und Erdbeermarmelade sowie Tee/Kaffee, die uns beiden sehr gut schmeckten, das Warten hierauf hatte sich wirklich gelohnt! Als Verdauungsspaziergang entschieden wir uns noch f├╝r eine kurze Runde auf den Bubbles South Peak, wo der bekannte Fels kurz vorm Absturz zu finden ist. Der Aufstieg war in einer halben Stunde geschafft und recht einfach, der mehrere Meter im Durchmesser messende, eif├Ârmige Felsbrocken lag recht abenteuerlich ├╝ber einer Kante ohne herunterzurollen, das sah schon eindrucksvoll aus, forderte nat├╝rlich Fotos heraus. Um einen anderen Weg f├╝r den Abstieg zu w├Ąhlen gingen wir weiter Richtung S├╝den, und ohne entsprechende Warnhinweise erwies sich dieser Weg doch als ziemlich steile Felskletterei bergab, nicht ganz so abenteuerlich wie der Weg auf den Beehive, aber auch nicht ohne. Heil kamen wir unten an, konnten ein wenig entspannen auf dem jetzt wieder bequemen Weg am Seeufer entlang bis zu dessen Nordende, kletterten dann aber wieder ├╝ber Felsbrocken bergauf zum Sattel zwischen den 2 Bubbles (North Bubble und South Bubble), wo wir auf unseren Aufstiegspfad trafen und kamen so wieder zur├╝ck zum Auto. Beim Aufstieg entdeckten wir sogar noch eine kleine Schlange, ansonsten sahen wir aber wieder ausschlie├člich Eichh├Ârnchen en masse. Ein kurzer, letzter Stop wurde auch noch eingelegt am Bubbles Pond Parkplatz, wo wir den h├╝bschen See, eine der alten Granitbr├╝cken und einen Abschnitt des dar├╝berf├╝hrenden, alten Kutschpfades bestaunten, heute ein ideales Radfahrrevier.

Schlie├člich erreichten wir nach letztmaligem Verlassen des Nationalparks erneut die Stadt Bar Harbor. Wir bummelten ein wenig durch den kleinen Ort, kauften dabei noch ein paar Souvenirs und die Original-Backmischung der Popovers aus dem Jordan Pond House. Gesch├Ąfte gibt es in Bar Harbor genug, Einiges ist Ramsch, aber auch viel Sch├Ânes dabei. Mit der Zeit wurde es dunkler und k├Ąlter, es war bereits kurz nach 18 Uhr, daher suchten wir ein Lokal f├╝rÔÇÖs Abendessen, aber ├╝berall, wo es uns gefiel, sa├čen schon 4-10 Leute im Eingangsbereich und warteten auf einen TischÔÇŽ das wollten wir nicht! So verlie├čen wir die Stadt mit dem Wagen, hielten etwas au├čerhalb am Restaurant ÔÇ×The Chart RoomÔÇť, wo wir nicht ganz preiswert, aber doch sehr lecker a├čen, zum einen Haddock mit Pommes, zum anderen geschw├Ąrzten Lachs mit Backkartoffel und ÔÇ×CusabiÔÇť-Sauce, einer Mischung aus Cucumber (Gurke) und WasabiÔÇŽ interessant! Dazu probierte ich auf Empfehlung das hiesige Bar Harbor Blueberry Beer, was mir sehr gut schmeckte, da es ein eher dunkles Bier war, Bierkenner w├╝rden sich wahrscheinlich aber mit Grausen abwenden, da es tats├Ąchlich einen Anklang an Blaubeergeschmack hatte. Gegen kurz nach 20 Uhr waren wir schlie├člich wieder im Hotel und lie├čen den Tag entspannt ausklingen.

Gefahren: 50 mi (81 km)

Unterkunft: Eden Village Motel & Cottages, Salsbury Cove ($ 102 / N. exkl. FS)

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