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Colorado

Do., 08.06.17: Anreise Deutschland – Denver

Es ist soweit! Abflugtag und der l├Ąngste Geburtstag meines Lebens! Fr├╝h standen wir auf, fuhren mit dem RE nach D├╝sseldorf und hatten dort noch genug Zeit bis zur Abfahrt des ICE um 8:25 Uhr, der ├╝ber Lufthansa gebucht war und den Flug DÔÇÖdorf – Frankfurt ersetzte. Etwas ├╝ber 1 Stunde sp├Ąter waren wir schon im Frankfurt am Flughafen, immer wieder erstaunlich, wie schnell man mit dem ICE auf dieser Strecke vorw├Ąrts kommt! Das Gep├Ąck konnten wir direkt im Durchgang zum Flughafen aufgeben, auch am Sicherheitscheck gab es keinerlei Schlangen, ruckzuck waren wir durch. Insgesamt hatten wir deshalb fast 4 Stunden Zeit bis zum Abflug, die Boeing 747-800 war recht voll, aber vom Sitzkomfort her noch ganz o.k. Der Flug war sehr ruhig, dauerte ca. 9,5 Stunden, um 13:40 Uhr hoben wir ab und landeten um 15:25 Uhr Ortszeit in Denver. Gute Sicht unterwegs hatten wir nur bis Bonn, danach zog sich der Himmel unter uns mit Wolken zu, aus denen man nur ab und zu mal durch L├╝cken das Land darunter entdecken konnte (oder auch das Wasser), so ├╝ber Gr├Ânland und der Hudson Bay. Sp├Ąter wurde die Sicht dann wieder besser, man sah die Weite der kanadischen Tundra und die endlosen Felder im Anschluss, in Kanada und den USA. Wir kreuzten den Missouri und flogen weiter, Richtung S├╝dwest, immer auf Denver zu. Leider sa├čen wir links, so konnten wir nicht allzu viel von den Rockies sehen, allerdings liegt der Flughafen von Denver aber auch sehr weit au├čerhalb der Stadt und die Berge sind doch noch ein ganzes St├╝ck weiter westlich in der Ferne. Im Flughafen dauerte die Einreise ca. 70 Minuten, durch die Self Registration (die man auch in Deutsch machen konnte!) ging es noch relativ flott. Allerdings musste man anschlie├čend dann doch noch mal an einem Immigration Officer vorbei, der war auch der einzige, der eher m├╝rrisch war, alle anderen Mitarbeiter waren demgegen├╝ber ausgesprochen freundlich. Der Officer lie├č uns auch nur einzeln an seinen Schalter, nicht zusammen, das h├Ątte er nur erlaubt, wenn wir verheiratet gewesen w├Ąren…! Endlich drau├čen, irrten wir erst ein wenig durch den Flughafen hin und her, denn die Ausschilderung des Bahnhofs war nicht so ganz eindeutig, letztlich fanden wir ihn aber doch, er lag genau am gegen├╝berliegenden Ende der gro├čen Halle, und fuhren f├╝r $9/Person mit der Metro in die Stadt, dort vom Bahnhof an der Endhaltestelle mit dem kostenlosen Mallride-Bus bis zur Haltestelle Stout St. und waren von da aus in wenigen Metern zu Fu├č in unserem Hotel Magnolia. Wir bekamen ein sch├Ânes Zimmer mit Aussicht in der 12. Etage, sauber und ger├Ąumig, vor allem auch das Bad. Auch wenn wir langsam m├╝de wurden war es aber doch noch zu fr├╝h zum Schlafengehen, au├čerdem hatten wir ein wenig, wenn auch nicht gro├čen Hunger. ├ťber Tripadvisor hatten wir uns daher zum Essen ÔÇ×SamÔÇÖs No.3ÔÇť rausgesucht, gute Bewertungen und nichts ├ťberkandideltes, wo wir jeder einen Salat hatten, mein Chicken Caesar war auch ausgesprochen lecker! Nach dem Essen waren wir um 20:15 Uhr wieder im Hotel, machten uns bettfertig und fielen dann doch recht rasch in einen tiefen Schlaf nach einem langen Tag.

Den kommenden Tag, den 09.06.,  verbrachten wir in Denver, besichtigten die Stadt und versuchten,  den Jet Lag zu ├╝berwinden, was uns auch ganz gut gelang. Da die Reise zum Schluss wieder in Denver enden wird, werde ich die Fotos dieses Tags auch erst am Ende des Berichts mit den anderen Fotos aus Denver zusammen einstellen, hier geht’s gleich weiter mit der ├ťbernahme des Wohnmobils am Morgen von Tag 3.

├ťbernachtung: Hotel Magnolia, Denver, Colorado

Sa., 10.06.17: Wohnmobil├╝bernahme, Leadville

Wir wachten nach der 2. Nacht in Denver etwas fr├╝her auf als nach der ersten, so gegen 5:20 Uhr, was aber nicht schlimm war, da wir ja eh fr├╝h los mussten. Wir a├čen unsere Sandwiches, die wir am Vortag bei Walgreens gekauft hatten, checkten gegen 6:45 Uhr aus und lie├čen uns vom Hotel ein Taxi rufen, das uns zum Festpreis von $25 zu Roadbear brachte. Der marokkanische Taxifahrer wusste auch gleich, wo das ist, brachte uns ohne Irrwege dahin und nach 15 Minuten Fahrt waren wir schon da, eine andere Familie kam unmittelbar nach uns an und p├╝nktlich um 7:30 Uhr startete die ├ťbergabe. Da wir ÔÇ×NeulingeÔÇť waren, wurden wir im Gegensatz zu den anderen sehr gr├╝ndlich eingewiesen, alles wurde gut erkl├Ąrt (auf Deutsch, wie bei Roadbear i.A. ├╝blich), wir konnten Fragen stellen und hatten im Anschluss auch noch genug Zeit zum Einr├Ąumen und daf├╝r, uns selbst mit dem Gef├Ąhrt vertraut zu machen, so dass wir ein ganz gutes Gef├╝hl hatten, als wir vom Hof fuhren. Etwas verunsichert hatte uns lediglich die Aussage der anderen Familie, dass sie bei bisher 11 Wohnmobilreisen jedes Mal eine Panne bzw. einen Defekt hattenÔÇŽ Hoffentlich ist das kein schlechtes OmenÔÇŽ! Unser Fahrzeug war fast neu, hatte nur einen Vormieter und etwas ├╝ber 3000 Meilen auf dem Tacho, daf├╝r rieselte aber auch t├Ąglich noch S├Ągemehl in die Sp├╝le und aufs Bett w├Ąhrend des gesamten weiteren Urlaubs! Allgemein ist die Verarbeitung der Wohnmobile in den USA n├Ąmlich z.T. wirklich recht nachl├Ąssig, wie wir schon im Vorfeld gelesen hatten, bei uns war beispielsweise die Au├čenfolie unsauber geklebt, ein Dachfenster klapperte, ein Regalboden war schon kaputt usw. Das wurde aber alles aufgenommen, insgesamt war das Fahrzeug dennoch sehr wohnlich und gem├╝tlich und schien uns von der Gr├Â├če her auch genau richtig.

Nach 3,5 Stunden schlie├člich fuhren wir vom Hof, ├╝ber den Highway gingÔÇÖs Richtung Westen und bei Walmart in Evergreen am Fu├č der Rocky Mountains kauften wir erstmal Lebensmittel f├╝r $160 ein, holten dort au├čerdem unseren vorab per Internet bestellten Grill ab, was perfekt klappte. Weiter ging es ├╝ber den Interstate-Highway I70 durch die Rockies, weite T├Ąler und schneebedeckte Gipfel, alles sehr gr├╝n und ├╝berraschend viel Verkehr, m├Âglicherweise aber auch, da das Wochenende vor der T├╝r stand. ├ťber den Loveland Pass und vorbei an Silverthorne bogen wir schlie├člich ab Richtung Copper Mountain, eine Gegend, in der ehemals Kupfer und Molybd├Ąn abgebaut wurde, wovon man heute noch die Folgen erkennt, eindrucksvoll, wenn auch mit doch z.T. deutlichen Eingriffen in die Natur einhergehend. Die Seen, in dieser H├Âhe ├╝ber dem Meeresspiegel manchmal sogar noch gefroren, wiesen z.T. ganz bunte Farben auf, blau, rot, rosa oder gelb etwa.

Schlie├člich erreichten wir Leadville, wo wir einen Stopp einlegen wollten. Es handelt sich hier um eine alte Goldgr├Ąberstadt, die h├Âchstgelegene Stadt der USA auf immerhin 3094 m ├╝ber NN! Wir vertraten uns die Beine ein wenig, liefen einmal die Hauptstra├če auf und ab, es gab hier ein paar h├╝bsche alte H├Ąuser, allerdings lag alles eher etwas zerstreut, dazwischen klafften auch L├╝cken oder man hatte Neubauten hingesetzt, daher wirkte das Ortsbild nicht so kompakt und malerisch wie erwartet. Es gab hier sogar ein historisches Opernhaus, das zu Bl├╝tezeiten der Stadt von ber├╝hmten K├╝nstlern bespielt wurde, auch dieses besichtigten wir aber nur von au├čen, denn $10 Eintrittspreis, nur, um mal eben einen Blick ins Innere zu werfen, fanden wir doch ein wenig teuer. Da es schon sp├Ąter war und wir keine Lust mehr hatten zu kochen, a├čen wir eine leckere Pizza in der High Mountain Pies Pizzeria, obwohl wir die kleinste Gr├Â├če w├Ąhlten war diese schon so gro├č, dass wir uns ein Doggy Bag geben lassen mussten.

Nach 1 weiteren Stunde Fahrt durch sch├Âne Landschaften erreichten wir schlie├člich den Railroad Bridge Campground, die Anfahrt war etwas t├╝ckisch, musste von S├╝den erfolgen, das hatte ich vorher gelesen, aber durch Baustellen und eine fehlende Ausschilderung hatten wir doch leichte Probleme. Es ging durch 3 in den Fels gehauene Tunnel (in denen wir sicherheitshalber unsere Spiegel anklappten!), dahinter tauchte dann linker Hand pl├Âtzlich ein Campground auf, der war es dann aber doch nicht, hatte auch gar keine Sanit├Ąranlagen, war wohl eher wild, aber nach noch etwas weiterer Fahrt auf der Schotterstra├če (insgesamt 4,1 Meilen ab Buena Vista) kamen wir dann doch an unserem ├ťbernachtungsplatz an, ein Schild mit meinem Namen hing am gew├╝nschten Stellplatz, die Online-Reservierung hatte also geklappt! Die Lage direkt am Arkansas River neben einer alten, namensgebenden Eisenbahnbr├╝cke war sehr malerisch. Als wir ankamen, war die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden, es wurde auch rasch dunkel, so machten wir bald das Licht aus f├╝r die erste Nacht im Wohnmobil, das uns die kommenden 3┬Ż Wochen beherbergen und umherbringen sollte.

gefahren: 149 mi. (240 km)

├ťbernachtung: Railroad Bridge Campground, Arkansas Headwaters Recreation Area, Colorado

So., 11.06.17: Black Canyon of the Gunnison NP

Wieder erwachten wir gegen 5:40 Uhr, der Jetlag war noch nicht ganz vorbei, die Berge gegen├╝ber zeigten ein morgendliches ÔÇ×Alpengl├╝henÔÇť. Alles in allem brauchten wir ca. 2 Stunden f├╝r Toilettengang, Frischmachen, Fr├╝hst├╝ck, Sp├╝len und die Vorbereitungen bis zur Abfahrt. Dieses sollte auch f├╝r den Rest des Urlaubs so bleiben, wobei wir sp├Ąter etwas besser wurden und die Zeit auf 1,5 Stunden dr├╝cken konnten, wenn wir uns etwas mehr beeilten. Um 8:15 Uhr ging es diesmal los, zun├Ąchst zur├╝ck nach Buena Vista und von dort zum Black Canyon of the Gunnison National Park, unserem 1. Ziel. Unterwegs legten wir kurze Stopps am Monarch Pass ein, wo es leider nicht die erwartete, sch├Âne Aussicht gab, sowie am Blue Mesa Reservoir, hier gab es schon mehr zu sehen, einen sch├Ânen See oder tolle Gesteinsformationen wie die sog. Pinnacles am gegen├╝berliegenden Ufer, leider war auf dem See aber auch Motorbootverkehr erlaubt, daher war es nicht immer besonders still. Die Landschaft allgemein war heute lange nicht mehr so alpin wie noch am Vortag. Gegen 12:15 Uhr im Nationalpark angekommen wollten wir zuerst versuchen, ob wir noch einen freien Platz f├╝r den Abstieg in den Canyon auf der Gunnison Route ergattern konnten, leider war das Kontingent f├╝r heute schon ersch├Âpft, aber man verwies uns auf den Folgetag, da die Permits immer auf ÔÇ×First come, first servedÔÇť-Basis vergeben werden. War vielleicht auch gar nicht so schlecht, so konnten wir zum ÔÇ×EinlaufenÔÇť erstmal die Umgebung des Visitor Centers in Augenschein nehmen und ein paar kleinere Trails unter die F├╝├če. Wir entschieden uns f├╝r den Oak Flats Trail (direkt ab Visitor Center) und den Trail zum Warner Point (am Ende der Parkstra├če), beide wirklich eindrucksvoll, es boten sich tiefe Einblicke in die Schlucht und vom Warner Point Trail aus auch herrliche Fernblicke gen S├╝den bei guter Sicht in Richtung der San Juan Mountains bzw. zum Umcompahgre-Plateau. Auf der einzigen Parkstra├če, einer Sackgasse, die wir bis zum Ende und wieder zur├╝ck abfuhren, legten wir noch einige weitere Stopps an den diversen Aussichtpunkten ein, etwa an dem zur Painted Wall bzw. zum Chasm View (wirklich toll), am Pulpit Rock (fantastische Lage und ebenfalls toller Blick) und am Tomichi Point (in meinen Augen nicht mehr so wirklich lohnenswert, wenn man die anderen schon gesehen hat). Gegen 18:15 Uhr steuerten wir dann den Campground an, auch den hatte ich reserviert, so hatten wir keine Eile. Zum Abendessen sollte dann das erste Fleisch auf den Grill, das war aber leichter gesagt als getan, denn als ich den Grill auspackte stellte ich leider fest, dass der erstmal zusammengebaut werden musste, und das aus zahlreichen Einzelteilen, Schrauben, Muttern, Blechen usw. ein Ikea-Regal ist nichts dagegen ÔÇô grrr!!! Die Anleitung war ├╝brigens ├Ąhnlich ├╝bersichtlich…! Nach ├╝ber 1 Stunde hatte ich es dann aber endlich doch geschafft, und die ersten Bratw├╝rstchen wanderten in unsere M├Ągen, zusammen mit der aufgebackenen Rest-Pizza vom Vortag, dazu nat├╝rlich auch noch frischer Salat ÔÇô lecker!!! Da das Wetter angenehm warm war, konnten wir auch drau├čen essen, so schmeckte alles nat├╝rlich doppelt gut! Sp├Ąter drehten wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang ├╝ber den Platz, brachten den M├╝ll weg, kamen auch am Amphitheater vorbei, wo gerade ein Ranger-Vortrag begann, der uns aber nicht so sehr interessierte, und daher gingen wir, wie schon gestern, gegen 22 Uhr wieder zu Bett. Das war ├╝brigens wirklich bequem, die Matratze gut, da gab es nichts zu meckern!

gefahren: 166 mi. (267km)

├ťbernachtung: South Rim Campground, Black Canyon of the Gunnison NP, Colorado

Mo., 12.06.17: Black Canyon of the Gunnison NP, Colorado NM

Ein anstrengender Tag war das heute! Aber auch ein erlebnisreicher! Vom Campground fuhren wir um kurz vor 8 Uhr ab, gefallen hat es uns hier ganz gut, man hatte einigerma├čen Privatsph├Ąre nach hinten raus, letztlich lagen die Pl├Ątze aber doch recht dicht beieinander, au├čerdem gab es nur jeweils 1 Herren- und 1 Damen-WC pro Loop, was ich als recht wenig empfand. Nach sehr kurzer Fahrstrecke waren wir dann wenige Minuten vor ├ľffnung des Visitor Centers dort, lie├čen uns (zusammen mit einem anderen P├Ąrchen) die ersten Tickets f├╝r die Gunnison Route ausstellen und liefen in 4 Stunden einmal ├╝ber 500 H├Âhenmeter bergab zum Grund des Canyons und anschlie├čend wieder hinauf. Je Strecke brauchten wir etwa 1:45 Stunden, die restliche Zeit pausierten wir unten. Der Weg bergab war sehr steil, ger├Âllig bis rutschig und insgesamt ordentlich trittgef├Ąhrlich, der Weg wieder rauf lie├č einen daf├╝r ordentlich aus der Puste kommen. Selten bin ich bisher einen durchg├Ąngig so steilen Weg gelaufen! Die Orientierung war relativ gut m├Âglich, auch, wenn es kaum Beschilderung gab. Unterwegs wuchs entlang des Pfades auch Poison Ivy, obwohl ich aufpasste habe ich es wohl doch mal versehentlich ber├╝hrt, jedenfalls hatte ich nachmittags ein paar kleine Quaddeln am Arm. Im Tal kam man sich vor wie im Paradies! Als wir ankamen, schien die Sonne durch die lichten B├Ąume, eine Hirschkuh trank gerade am Fluss, ├╝berall flogen bunte Schmetterlinge umher, es war herrlich ruhig, abgesehen vom Rauschen des Flusses. Unser Picknick dort konnten wir wirklich genie├čen, ehe es wieder an den Aufstieg ging, und gegen 12:30 Uhr waren wir zur├╝ck oben am Visitor Center. Beim Aufstieg haben wir noch eine ziemlich dicke Schlange gesehen, die aber rasch ins Unterholz kroch, geh├Ârt im Paradies halt dazuÔÇŽ Oben angekommen war dann auch gleich Abfahrt, es ging weiter in Richtung Grand Junction.

Die Strecke nach Grand Junction war IMO gar nicht sehenswert, eher langweilig, es war staubig und sehr windig. Sch├Âner wurde es dann erst wieder am Ziel unserer Tagesetappe, dem Colorado National Monument, wo wir noch eine weitere Wanderung unternahmen durch Monument und Wedding Canyon. Der Weg war toll, gut zu gehen und leicht zu folgen, lediglich der Abstieg gegen Ende der Runde im Wedding Canyon war recht steil und qu├Ąlte mein schon vom Morgen her etwas mitgenommenes, linkes Knie. Die Landschaft war hier schon wie im Wilden Westen, ├╝berall rote S├Ąulen und Felsen! Der Himmel war leider immer mal wieder bedeckt, zeitweilig war es auch sehr windig, so dass man ab und zu Staub ins Gesicht bekam, was dann nicht so angenehm war. Wenn dann aber doch mal die Sonne herauskam, wirkten die Felsformationen gleich umso sch├Âner, teilweise mit dramatischem background! Mit viel Fantasie konnte man ├╝berall die verschiedensten Formen erkennen, z.B. einen Elefantenkopf oder ein sich k├╝ssendes Paar, auch ein paar bunte und nur wenig scheue Halsbandleguane kreuzten unseren Weg, leider sahen wir aber keine Dickhornschafe, worauf ich gehofft hatte. Etwas schwierig waren die letzten Meter zum Wanderparkplatz am Trailhead mit dem Wohnmobil zu bew├Ąltigen, der Platz lag in einer Senke und trotz sehr vorsichtiger Fahrweise setzten wir beim Rein- und Rausfahren mit dem Heck kurz auf, passiert ist zum Gl├╝ck ansonsten aber nichts! Wieder auf Asphalt erreichten wir dann durch einige Tunnel und bergauf gegen 18:45 Uhr oben auf dem Plateau den Horsethief Campground und unseren auch hier reservierten Platz f├╝r die kommenden 2 N├Ąchte. Die Aussicht war, wie erwartet, toll, allerdings lag die Abbruchkante des Plateaus ein wenig von den Stellpl├Ątzen entfernt, dazwischen eine nicht so sch├Âne, gr├Â├čere Freifl├Ąche, so dass der unmittelbare Eindruck etwas geschm├Ąlert wurde, was aber ansonsten nicht weiter schlimm war. Der Stellplatz war eher eng, das war bei der Buchung aber auch schon so angegeben gewesen, f├╝r ein Wohnmobil unserer Gr├Â├če ging es gerade noch, wir konnten r├╝ckw├Ąrts einparken, ohne zu weit auf die Stra├če zu ragen. Allerdings mussten wir ein wenig leveln, da der Platz nach hinten hin recht absch├╝ssig war. Grillplatz und Sitzbank lagen auch etwas abseits, einige Meter weiter weg hinter einem Geb├╝sch, grunds├Ątzlich finde ich es sch├Âner, wenn man die T├╝r zum Womo immer im Blick hat und in Sprungweite sitzen kann, auch, wenn mal was fehlt, was man von dort holen muss, egal, wir f├╝hlten uns trotzdem wohl. Die Sanit├Ąranlagen empfanden wir schon fast wieder als luxuri├Âs, Sp├╝l-WC, elektrische Beleuchtung, Waschbecken, das war auf den letzten beiden Pl├Ątzen deutlich einfacher! Abends gab es schnelle K├╝che, Nudeln mit Pastaso├če, dazu versuchten wir uns an einem Kale-Salat (d.h. mit Gr├╝nkohl), den wir am 2. Tag in Denver gegessen hatten, der gelang uns zwar, aber doch nicht so ganz wie im Lokal.

gefahren: 93 mi. (150 km)

├ťbernachtung: Saddlehorn Campground, Colorado National Monument, Colorado

Di., 13.06.17: Rattlesnake Canyon

Und noch ein anstrengender Wandertag! Wird Zeit, auch mal wieder ein bisschen Ruhe reinkommen zu lassen… Aber erst morgen! Die heutige Wanderung stand n├Ąmlich ganz oben auf meiner Wunschliste, speziell, nachdem ich den Besuch im Arches Nationalpark wieder aus der Routenplanung habe streichen m├╝ssen wegen Zeitmangel. Um in der Mittagshitze schon so weit wie m├Âglich gekommen zu sein haben wir daher den Wecker auf 5:30 Uhr gestellt, sind dann allerdings trotzdem erst gegen 8:30 Uhr am Pollock Bench Trailhead gestartet. Auf dem Programm stand ein sog. Lollipop-Loop zum Rattlesnake Canyon, einer der gr├Â├čten Ansammlungen von Felsb├Âgen auf engem Raum in Amerika. Der Weg war vor allem lang, 23 km insgesamt, trotz der Tatsache, dass das Gel├Ąnde nicht bergig war, summierten sich die H├Âhenmeter doch, da man immer mal wieder in einen Canyon hinein- und auf der anderen Seite wieder heraussteigen musste, teilweise auf glattem Fels, so dass man durchaus auch aufpassen sollte. Irgendwann kurz vor dem Beginn des eigentlichen Rundwegs, nach ca. 8 km Wegstrecke, wurde es meinem Freund allm├Ąhlich zu viel, er legte eine Pause ein, entspannte im Schatten der B├Ąume und wartete dort bis zu meiner R├╝ckkehr, verpasste dadurch nat├╝rlich leider auch den eigentlichen H├Âhepunkt der Tour. Ich ging weiter, den Rest des Wegs allein, es folgte zun├Ąchst noch ein weiterer, steiler Aufstieg, danach war der Weg dann aber ├╝berraschend einfach zu gehen und nahezu durchg├Ąngig flach, der anstrengendste Teil der ersten H├Ąlfte der Strecke war da geschafft. Die Landschaft war toll, w├╝stenartig mit Canyons, den H├Âhepunkt aber bildete eindeutig das Finale, die Arches im Lower Rattlesnake Canyon – tolle Felsb├Âgen in der Abgeschiedenheit, gigantisch, leuchtend bunt, wundersch├Ân und eindrucksvoll. Nach der Mittagsrast unter dem Akiti Arch ging es noch bis zum letzten Bogen, dem Rainbow Arch. Hier hatte ich die Wahl, entweder auf demselben Weg zur├╝ck zu gehen oder mittels Aufstieg durch den Arch ÔÇ×abzuk├╝rzenÔÇť. Ich entschied mich f├╝r die letztere Variante, wobei der Aufstieg auf dem steilen und glatten Fels doch nicht ganz ohne war, alleine w├Ąre die Kletterei auch nicht ganz ungef├Ąhrlich, falls etwas passiert, allerdings kamen, gerade als ich ├╝berlegte, noch zwei weitere Wanderer vorbei, der Mann des P├Ąrchens kannte den Weg schon und konnte deshalb die beste Variante zeigen (erst links, dann rechts), so gelang der Aufstieg ohne Schwierigkeiten, ein spannendes Erlebnis! Oben angekommen wurde ich dann noch mit einem Cache belohnt, auf dem ganzen Weg um die Arches herum hatte ich nur 3 Personen gesehen! Nach 2┬ż Stunden war ich wieder bei meinem Freund und es ging gemeinsam auf dem gleichen Weg wie heute Vormittag zur├╝ck zum Auto, allerdings wurde es zunehmend anstrengender, da ich doch schon etwas k.o. war und der Weg sich irgendwann immer mehr zog, vor allem die erneuten, immer wieder notwendigen, kurzen Auf- und Abstiege schlauchten, dazu prallte die Sonne von hinten. Irgendwann, nach ca. 9 Stunden, kamen wir wieder am Auto an, fix und foxi, aber zufrieden. Es ging noch ins nahegelegene Fruita, wo wir zum ersten Mal das Wohnmobil dumpten. Eine Dumping-Stelle gab es an unserem Campground nicht, der Host verwies uns aber an eine entsprechende ├Âffentliche und kostenlose Dumping Station, wo man sein Schmutzwasser loswerden und sauberes Frischwasser auff├╝llen konnte ÔÇô sehr praktisch! Das Ganze lag mitten in der Stadt an einer Rest Area, unter dem Hubschrauber-Denkmal nahe der Autobahn-Auffahrt. Danach tankten wir ein erstes Mal (25 Gallonen = 117 Liter f├╝r $70), und f├╝llten unsere Lebensmittelvorr├Ąte auf, u.a. endlich mal wieder Root Beer ÔÇô ich liebe es! Gegen 19 Uhr zur├╝ck am Campground grillten wir heute Burger Patties und konnten auch drau├čen essen, da der Wind vom Vorabend deutlich nachgelassen hatte. Daf├╝r gab es hier oben allerdings einige l├Ąstige MoskitosÔÇŽ Der Campground war etwas voller als am Vortag, auch heute waren aber immer noch ein paar Pl├Ątze frei. Zu Bett ÔÇô wer h├Ątte das gedacht ÔÇô ging es mal wieder gegen 22 Uhr.

gefahren: 23 mi. (37 km)

├ťbernachtung: Saddlehorn Campground, Colorado National Monument, Colorado

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