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Saaremaa

Donnerstag, 21.06.2018 – Freilichtmuseum Koguva, Meteoritenkrater Kaali

Langsam neigt sich der Urlaub seinem Ende. Heute brachen wir auf zu unserem letzten Etappenziel, zur Insel Saaremaa. Um p├╝nktlich die F├Ąhre um 12 Uhr zu erreichen, fr├╝hst├╝ckten wir diesmal im Hotel, man musste f├╝r das Nachbarhotel Voucher f├╝r 10 ÔéČ kaufen, konnte dann dort das Fr├╝hst├╝ck einnehmen, da das Hotel etwas besser war, war der Preis auch im Vergleich zu unseren bisherigen Hotels etwas h├Âher, das Fr├╝hst├╝ck war aber auch qualitativ wirklich gut. Wir checkten dann aus dem Zimmer aus, beim Einstieg in das Auto erlebten wir noch eine b├Âse ├ťberraschung, obwohl wir n├Ąmlich den Hotelparkplatz bezahlt hatten, steckte tats├Ąchlich ein Kn├Âllchen hinter der Windschutzscheibe. Nachdem ich dieses an der Rezeption reklamiert hatte, nahm man mir das Kn├Âllchen ab und gab an, man wolle sich darum k├╝mmern, ich br├Ąuchte nichts mehr zu unternehmen. Zum Gl├╝ck haben wir auch sp├Ąter zuhause nie mehr etwas davon geh├Ârt. Um 9:45 Uhr verlie├čen wir Tallinn, das Navi wies als Ankunftszeit an der F├Ąhre 11:45 Uhr aus, dieses war auch der sp├Ątestm├Âgliche Zeitpunkt zum Einchecken dort f├╝r die vorgebuchte F├Ąhre um 12 Uhr. Die Stra├čen waren aber leer, der Verkehr floss, sodass wir bei entspannter Fahrt noch einige Minuten gut machten und bereits gegen 11:30 Uhr am Hafen waren. Leider hatte sich das Wetter wie angek├╝ndigt wieder deutlich verschlechtert, w├Ąhrend der ganzen Fahrt regnete es mehr oder weniger dauerhaft, dies war aber nicht allzu schlimm bei dem wenigen Verkehr, die Landschaft war trotzdem recht sch├Ân, deutlich gr├╝ner und bewaldeter als in manchen Teilen Estlands oder auch Lettlands und Litauens bisher. Da ich das F├Ąhrticket schon vorgebucht hatte, musste ich in eine besondere Spur vorfahren, eine Schranke ├Âffnete sich, nachdem das angegebene Autokennzeichen gescannt wurde und mir wurde per Digitalanzeige eine Wartespur zugeteilt. Tolle Technik! Um 11:40 Uhr konnten wir auf die F├Ąhre fahren, diese legte schon um 11:45 Uhr ab, m├Âglicherweise haben wir sogar noch eine fr├╝here F├Ąhre erwischt als die eigentlich gebuchte – egal. Die ├ťberfahrt war ruhig, wir tranken einen Kaffee, zu sehen gab es nicht viel, nach 25 Minuten war man auf der Insel Muhu angekommen.

Dort ging es dann auch wieder z├╝gig von Bord, wir steuerten die n├Ąchste Tankstelle an, was wir auf der Fahrt zum F├Ąhrhafen vermieden, um die F├Ąhre rechtzeitig zu erreichen. Mit wieder gef├╝lltem Tank ging es dann zum ersten Etappenziel, dem Museumsdorf Koguva. Dort hatte man einige H├Ąuser liebevoll hergerichtet mit original historischen M├Âbeln und Werkzeugen. Es handelte sich hierbei fast durchweg um H├Ąuser, die schon immer im Ort gestanden hatten, lediglich ein Schulhaus war von der Insel Saaremaa hierher versetzt worden. Das Museum wurde von den Dorfbewohnern verwaltet, die auch in den H├Ąusern drum herum jetzt noch wohnten, so dass sich ein recht harmonisches und v.a. authentisches Gesamtbild ergab. Besonders sch├Ân waren die kr├Ąftig mit Moos bewachsenen Steinmauern, die jedes Grundst├╝ck umgaben, typisch die umgekehrt auf diesen liegenden, ausrangierten Boote, die man aus Aberglaube nicht verfeuern durfte. In einem Neubau waren au├čerdem noch ein paar traditionelle Trachten ausgestellt, was ebenfalls ganz interessant war dank der Erl├Ąuterungen auch in Deutsch. Wir liefen dann noch zum nicht zum Museum geh├Ârenden Hafen, der allerdings nicht so unbedingt sehenswert war, warfen anschlie├čend einen Blick auf eine der M├╝hlen des Ortes und fuhren dann weiter ├╝ber einen langen Damm auf die Insel Saaremaa. Mit dem Wetter hatten wir im Freilichtmuseum vor├╝bergehend Gl├╝ck, der Regen hatte aufgeh├Ârt, zwischenzeitlich kam sogar die Sonne heraus. Auf der Weiterfahrt fing es dann allerdings leider erneut an zu regnen, jetzt umso heftiger, speziell auch, als wir unser zweites Tagesziel, den Meteoritenkrater von Kaali erreichten.

Hierbei handelt es sich um einen gr├Â├čeren Trichter mit aufgeworfenen Rand, ├Ąhnlich einem kleinen Vulkankrater. Auf dem Rand konnte man den Krater umrunden, wenn man es nicht gewusst h├Ątte, w├Ąre man gar nicht auf einen Meteoriteneinschlag als Ursache gekommen. Wegen des Regens dehnten wir den Spaziergang nicht ├╝berm├Ą├čig aus, sondern gingen zum Auto zur├╝ck. Auf der Weiterfahrt wurde noch ein kurzer Fotostopp am Herrenhaus von Kaali eingelegt. Dieses pr├Ąsentierte sich ganz anders als die Herrenh├Ąuser im Lahemaa-Nationalpark, denn es war im Gegensatz zu diesen nicht restauriert, schien eher dem drohenden Verfall preisgegeben, was schade w├Ąre, denn das Anwesen wirkte wirklich h├╝bsch, war sogar an der Hauptstra├če als Sehensw├╝rdigkeit ausgewiesen, so pr├Ąsentierte sich das Gut derzeit eher mit einem gewissen ÔÇ×shabby chicÔÇť.

In knappen 20 km weiterer Fahrt erreichten wir dann die Hauptstadt der Insel, wo wir im vorgebuchten Hotel Kuursaal Guesthouse eincheckten. Das Zimmer war sehr h├╝bsch, gepflegt, lediglich der erhoffte Blick auf die Burg fehlte, nur eine Ecke des Burggrabens konnte man vom Fenster aus sehen. Da wir inzwischen Hunger hatten, hielten wir uns gar nicht lange im Hotel auf, sondern gingen gleich in die Stadt zum Abendessen in das Retro Kohvik (= Gasthaus), a├čen dort lecker zu Abend, ich hatte einen Burger mit Fisch-Patty und als Vorsuppe eine Rote Beete-Artischockencremesuppe mit Ziegenk├Ąsew├╝rfeln, sehr lecker, allerdings war auch hier in Kuressaare das Preisniveau durchaus etwas h├Âher als ansonsten in l├Ąndlichen Bereich, m├Âglicherweise dem Kurbetrieb zuzuschreiben. Bei erneut wieder einsetzendem Dauerregen gingen wir zur├╝ck in unsere Unterkunft und verbrachten den Abend dort in der Hoffnung, dass es am n├Ąchsten Tag etwas besser werden w├╝rde.

221 km

Freitag, 22.06.2018 – Kuressaare, Vidumae-Moor, Klippen von Panga

Fr├╝hst├╝ck gab es hier erst ab 8:30 Uhr, deshalb konnten wir uns morgens mit dem Aufstehen Zeit lassen. Zum ersten Mal in diesem Urlaub wurde das Fr├╝hst├╝ck nicht am Buffet angeboten, sondern am Platz serviert, war allerdings auch sehr lecker, mit regionalen Produkten von fast durchweg guter Qualit├Ąt und auch v├Âllig ausreichend, wenn auch keine warmen Speisen dabei waren, so gab es doch ansonsten alles, was ein gutes Fr├╝hst├╝ck braucht. Danach verlie├čen wir unsere Unterkunft, um das Tagesprogramm zu beginnen. Die Planung heute gestaltete sich etwas schwierig, es sollte letztlich auch der vom Wetter her mit Abstand schlechteste Tag des bisherigen Urlaubs werden. Schon morgens beim Aufwachen h├Ârten wir den Wind durch die B├Ąume vorm Haus kr├Ąftig wehen, wir dachten erst sogar, es w├╝rde regnen, das war aber noch nicht der Fall. Daf├╝r gab es Windgeschwindigkeiten von durchschnittlich 45 km/h, in der Spitze bis zu 100 km/h, die die Wolken wegpusteten. Wenigstens sorgte das daf├╝r, dass sich vormittags zwischenzeitlich immer mal wieder ein blauer Himmel und Sonnenschein zeigten. Wir drehten eine Runde um die Au├čenanlagen in der Ordensburg von Kuressaare bis zur offiziellen ├ľffnung um 10 Uhr, dann schauten wir uns die Burg auch von innen an. Sie war extrem gut erhalten, etwas verwirrend war, dass man gar keine Karte bzw. Informationsmaterial ├╝ber etwaige Rundg├Ąnge erhielt, sondern sich einfach treiben lassen konnte. Dadurch wusste man am Ende gar nicht so genau, ob man wirklich alles gesehen hatte, aus manchen R├Ąumen gingen bis zu drei Treppen ab in unterschiedliche Richtungen. Neben dem Schloss selbst waren auch noch viele Museumsexponate zu besichtigen, vor allem ├╝ber die Geschichte der Insel Saaremaa und ├╝ber Naturkunde. Der Dicke Turm konnte bis oben bestiegen werden, der schlanke Turm leider nicht, die Aussicht war allerdings nicht so ├╝berw├Ąltigend. Die Ausstellung war zumindest in Englisch kommentiert, teilweise recht interessant, teilweise f├╝r mein Verst├Ąndnis aber auch zu detailliert, Esten sehen das sicherlich aber anders. Irgendwann fing es dann pl├Âtzlich heftig zu sch├╝tten an, auch als wir die Burg verlie├čen, regnete es noch, der Wind war immer noch sehr kr├Ąftig, so gingen wir zun├Ąchst einmal in die direkt gegen├╝berliegende Unterkunft und warteten die kommenden zwei Stunden ab.

Eigentlich sollte sich das Wetter ab 15 Uhr bessern, im Endeffekt regnete es allerdings dauerhaft mehr oder weniger stark bis 19 Uhr durch. Wir drehten um 15 Uhr eine kleine Runde durch die Stadt, die nichts ├╝berragendes bot, leider war das Stadtbild auch noch dadurch beeintr├Ąchtigt, dass der Hauptplatz am Rathaus mit den meisten, sehenswerten Geb├Ąuden g├Ąnzlich aufgerissen war. Wir informierten uns in der Touristeninfo ├╝ber die Feierlichkeiten zum Johannistag am n├Ąchsten Tag, schauten einzelne H├Ąuser an, die uns gut gefielen, so etwa auch die alte Waage, gingen dann aber zum Auto und verlie├čen Kuressaare. Unser erstes Ziel war das Vidumae-Moor, wo wir eine kleine Runde drehen wollten, die Hoffnung, dass der Regen bis dahin aufgeh├Ârt hatte, wurde leider nicht erf├╝llt. Am dortigen Informationszentrum angekommen suchten wir auf der Karte zun├Ąchst zwei von den drei vorgeschlagenen Rundwegen aus, die wir kombinierten, der erste Weg war sehr sch├Ân, f├╝hrte durch Wald, z.T. aber auch durch Landschaften, die eher nach Sumpf als nach Moor aussahen, auff├Ąllig waren hier viele, bunte Orchideen. Der zweite Weg f├╝hrt dann auschlie├člich durch den Wald, war nicht mehr so eindrucksvoll. Zum Abschluss des Besuches im Vidumae-Moor bestieg ich noch einen ziemlich hohen Aussichtsturm. Der Blick reichte sehr weit, man sah allerdings nur W├Ąlder, abgesehen von einem Funkmast ansonsten keinerlei Anzeichen der Zivilisation oder sonstige Orientierungspunkte. Danach, es war mittlerweile 18:30 Uhr, fuhren wir zum Essen in den Ort L├╝manda, suchten dort das Lokal ÔÇ×L├╝manda s├Â├ÂgimajaÔÇť auf, das als Geheimtipp im Reisef├╝hrer beschrieben war und auch bei Tripadvisor gute Bewertungen hatte. Es gab einfaches Essen zu soliden Preisen, zu zweit zahlten wir unter 20 ÔéČ, wurden pappsatt, da konnte man sich nicht beschweren. Ich hatte gekochtes Schweinefleisch mit M├Âhren, dazu Kartoffelbrei, Thomas ebenfalls Kartoffelbrei mit einer Mehlschwitze (?) mit Zwiebeln und Schweinefleisch. F├╝r beide gemeinsam gab es als Beilage noch eingelegten K├╝rbis und Rote Beete, au├čerdem waren im Preis noch zwei Getr├Ąnke mitber├╝cksichtigt.

Nachdem wir satt waren, fuhren wir weiter zum letzten Programmpunkt des Tages, einem Spaziergang an den Klippen von Panga zum Sonnenuntergang. Laut Kalender war dieser um 22:40 Uhr, wir waren eine ganze Zeit fr├╝her da, nachdem der Regen auf der Fahrt dorthin noch einmal richtig zugelegt hatte, h├Ârte er dann zum Gl├╝ck bei unserem Eintreffen spontan auf und den Rest des Abends gab es Sonne pur, was f├╝r ein Gl├╝ck! Viele Wege gab es an den Klippen nicht, lediglich einen angelegten bzw. ein paar parallele Pfade die K├╝ste entlang. Wir gingen diesen Weg entlang, genossen den Blick auf das Meer und die Abendsonne. An einer Stelle, an der die Klippen etwas flacher waren, war ein Seil angebracht, mit diesem konnte ich mich an den Kiesstrand hinunter abseilen und die Klippen dann auch noch einmal aus einer anderen Perspektive bewundern. Besonders viel Wacholder wuchs hier, interessanterweise waren manche B├╝sche voll mit Beeren, andere trugen ├╝berhaupt keine. Anfangs gab es auch noch Myriaden von M├╝cken und entsprechend viele Schwalben, im Laufe des Abends verschwanden diese jedoch beide. Da das Regengebiet gerade abzog, wurden wir au├čerdem noch mit einem Regenbogen verw├Âhnt, der dann jedoch ebenfalls verblasste. Gegen 22:30 Uhr waren wir zur├╝ck am Auto und machten uns dann auch wieder auf den Heimweg.

118 km

Samstag, 23.06.2018 – Windm├╝hlen von Angla, Kirche von Karja, Harilaid-Halbinsel, Mittsommernachtsfeier

Zum Gl├╝ck hat sich das Wetter nach dem gestrigen Tag wieder etwas beruhigt, die Wettervorhersage war deutlich besser, zwar immer noch k├╝hl, nur maximal 16 Grad, aber weitgehend sonnig und trocken, das sollte sich dann auch so bewahrheiten. Zum Fr├╝hst├╝ck gab es exakt dasselbe wie am Vortag, war aber immer noch lecker. Gegen 10 Uhr fuhren wir los, mit dem Auto zu unserem ersten Ziel, den Windm├╝hlen von Angla. Hier standen vier Bockwindm├╝hlen an ihren originalen Standorten, au├čerdem noch eine ebenfalls originale Holl├Ąnderwindm├╝hle, die dort vor vielen Jahren zus├Ątzlich aufgestellt wurde, um die Produktion zu erh├Âhen. Der etwas erh├Âhte Ort wurde auf der ansonsten flachen Insel gew├Ąhlt, da hier der Wind etwas besser wehte. Die Holl├Ąnderwindm├╝hle und eine Bockwindm├╝hle konnte man von innen besichtigen, was ganz interessant anzuschauen war, vom Aufbau her waren die M├╝hlen wie ansonsten aber wie die meisten M├╝hlen auch. Die Holl├Ąnderwindm├╝hle war deutlich gr├Â├čer mit mehreren Etagen als die kleine Bockwindm├╝hle mit nur zwei Etagen.

2 km von Angla entfernt steht die Kirche von Karja, die wir danach in Augenschein nahmen. Es handelt sich um eine sehr schlichte, gotische Dorfkirche ohne Turm mit ├╝berraschend hohem Innenraum, das Dach war doppelt so hoch wie die W├Ąnde des Kirchenschiffs. Interessant war die Kirche vor allem aufgrund ihrer Verzierungen mit teilweise heidnischem bzw. unchristlichem Hintergrund, so waren an Kapitellen oder auch an erhaltenen Deckenzeichnungen Teufelsfiguren, ein Pentagramm oder ein Dreibein dargestellt, wirklich ungew├Âhnlich und sehr gut erhalten. Hier sowie bei den Windm├╝hlen fanden wir noch jeweils einen Geocache, fuhren dann noch kurz in den Ort Karja, da im Reisef├╝hrer die B├Ąckerei sehr gelobt wurde, diese stellte sich aber als einfacher, wenn auch h├╝bscher Kaufmannsladen heraus ohne frische S├╝sswaren, sodass wir weiterfuhren.

Unser letztes Tagesziel war die Halbinsel Harilaid, die wir auf einer Wanderung umrunden wollten. Wegen des schlechten Wetters am Vortag wurde die Reiseplanung etwas umgestellt, das f├╝hrte dazu, dass die Fahrtstrecken doch l├Ąnger waren als urspr├╝nglich vorgesehen, die teilweise ├╝berraschend kurvigen Landstra├čen zwangen manchmal zu recht gem├Ą├čigtem Tempo, so dass sich die Fahrzeiten ziemlich hinzogen, von Karja nach Harilaid etwa ben├Âtigten wir anderthalb Stunden. Erschwerend kam noch hinzu, dass das Navi uns leider fehlleitete, auf holprige, gesperrte Feldwege f├╝hren wollte, sodass wir auch noch einen l├Ąngeren Umweg ├╝ber unbefestigte Stra├čen in Kauf nehmen mussten, den Parkplatz fanden wir dank Wanderwegbeschreibung und Locuspro-Karten letztlich dann aber doch. Die Wanderung sollte insgesamt etwas ├╝ber 13 km lang sein und knapp viereinhalb Stunden dauern. Der erste Teil war etwas ├Âde, ging durch Wald ├╝ber einen Schotterweg, konnte aber rasch zur├╝ckgelegt werden. Im weiteren verlief der Weg dann teilweise auf festem Untergrund, teilweise allerdings auch auf grobem Kies oder sandigem Untergrund, sodass das Gehen nicht immer leicht fiel. Es ging an der Nordk├╝ste der Halbinsel hin, an der S├╝dk├╝ste zur├╝ck, der Hinweg war etwas k├╝rzer als der R├╝ckweg, so erreichten wir den Endpunkt der Halbinsel, eine sich lang ins Meer hin ausstreckende Landzunge, recht rasch. Interessant war hier auch der ehemals auf dem Land, mittlerweile aber im Meer stehende, schiefe Leuchtturm, der nicht mehr benutzt werden kann. Im Angesicht dessen machten wir Mittagspicknick, liefen dann den Weg weiter. Trotz zahlreicher Elch-Losungen auf dem Weg sahen wir leider auch heute keine Elche, lediglich die ├╝blichen Wasserv├Âgel wie M├Âwen, Schw├Ąne und Enten, auch hiervon aber nicht so viele, wie nach der Lekt├╝re der Wanderbeschreibung zu erwarten. Um kurz nach 17 Uhr waren wir wieder am Auto, um 18 Uhr dann zur├╝ck in Kuressaare.

Eigentlich w├Ąre ich gerne fr├╝her im Hotel gewesen, um noch zu packen und um 19 Uhr beim Festplatz anl├Ąsslich der Johannistagsfeier aufzutauchen, so blieb mir lediglich Zeit zum Duschen, ich ging dann sofort wieder los, war aber auch schon um 19:20 Uhr vor Ort. Das Programm wurde er├Âffnet von einer Volkstanzgruppe in h├╝bschen Kost├╝men, von diesen sah ich gerade noch die letzten drei T├Ąnze. Anschlie├čend wurden von einem Moderator Wettbewerbe durchgef├╝hrt, an denen viele Anwesenden rege teilnahmen, die letztlich aber doch eher den Charakter eines Kindergeburtstags hatten, die Disziplinen waren Gummistiefelweitwurf, Besenstangenbalancieren und Eierlaufen. Nach Auskunft der Touristeninformation sollte das Feuer um 22 Uhr angez├╝ndet werden, deshalb drehten wir noch eine Runde um den Hafen, loggten dort einen Cache und gingen dann noch einmal kurz in unserem Hotel vorbei, um uns aufzuw├Ąrmen und um etwas W├Ąrmeres anzuziehen, da es drau├čen ohne Sonne inzwischen arg kalt war. Um 21:30 Uhr brachen wir wieder auf zum Festplatz, schon von Ferne konnten wir erkennen, dass das Feuer bereits brannte, leider hatten wir also nicht mitbekommen, wie es angez├╝ndet wurde. Etwas ├╝ber eine Stunde hielten wir uns dort noch auf, das riesige Feuer verbreitet da eine ziemlich gro├če W├Ąrme, man konnte gut dabei stehen und in die Flammen schauen. Der Moderator des Abends war auch gleichzeitig der S├Ąnger der Band, die inzwischen spielte, die eher zur├╝ckhaltenden Esten waren dabei durchaus tanzw├╝tig, auch dem Alkohol wurde von manchen gut zugesprochen. Unterbrochen wurde die Feier dann noch einmal durch einen Wettbewerb, diesmal im Stemmen einer Bierdosenpalette. Irgendwann hatten wir dann beide keine Lust mehr und gingen wieder ins Hotel, wo wir das Gep├Ąck noch umpackten f├╝r die Abreise am n├Ąchsten Tag, vor allem, um die Koffer im Hotel f├╝r die letzte Nacht nicht schon wieder mit aufs Zimmer nehmen zu m├╝ssen, alles, was wir daf├╝r noch ben├Âtigten, verstauten wir ihn den Reisetaschen. Zu Bett ging es heute deshalb erst recht sp├Ąt.

179 km

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