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Chania – Agia Roumeli

Samstag, 28.09.2019: Deutschland – Chania – Chora Sfakion

Der Anreisetag verlief relativ entspannt, vor allem auch, da der Flug erst gegen Mittag starten sollte und nicht schon morgens um 6 Uhr, wie so oft bei Charterfl├╝gen ├╝blich. Ich konnte also ausschlafen, war aber trotzdem fr├╝h wach, vielleicht weil ich es von der Arbeit an den Vortagen noch gewohnt war, vielleicht auch ein wenig auf Grund des Reisefiebers. Nach einem gem├╝tlichen, ÔÇ×bayerischenÔÇť Fr├╝hst├╝ck mit Wei├čw├╝rsten brach ich fr├╝hzeitig um 10:45 Uhr auf, um mit der S-Bahn zum Flughafen nach D├╝sseldorf zu fahren, lieber etwas eher, man wei├č ja nie, was passiert. Tats├Ąchlich musste die S-Bahn unterwegs auch einmal kurz stehen bleiben wegen Personen im Gleis, aber nur f├╝r f├╝nf Minuten, so war ich letztlich problemlos und rechtzeitig vor Ort. Im Flughafen gab es bei Condor zwei Schlangen, eine f├╝r die Leute, die schon eingecheckt hatten wie ich am Vortag, da war ich dann auch nach f├╝nf Minuten Wartezeit durch. Die andere Schlange f├╝r die Leute ohne Bordkarte war riesig, hier h├Ątte es sicher eine halbe Stunde oder mehr gedauert. Ich konnte sogar noch den Gangplatz, den mir das System zugewiesen hatte, in einen Fensterplatz umtauschen. Ich a├č noch ein wenig zu Mittag bei Nordsee, ehe es durch die Sicherheitskontrolle ging, das dauerte aber auch nicht lange. Im Flughafen kaufe ich mir dann noch etwas Wasser und Twix, damit ich Verpflegung f├╝r den Flug hatte, denn Essen war bei Condor nat├╝rlich im Flugpreis nicht inkludiert, aber die Preise an Bord waren auch nicht h├Âher als die schon recht teuren im Flughafen. P├╝nktlich ging es an Bord, leider musste man mit dem Bus aufs Rollfeld fahren, wo die Maschine stand, was ich immer etwas nervig finde. Platz genommen erhielten wir dann in die Durchsage vom Kapit├Ąn, dass wir wegen viel Betrieb noch eine halbe Stunde auf den Start warten mussten – na toll! Schlie├člich ging es aber doch um 15:05 Uhr los, der Flug verlief ├╝ber M├╝nchen, Tirana und Athen ruhig und nach knapp drei Stunden um 18:55 Uhr Ortszeit landeten wir nahezu p├╝nktlich in Chania.

In meinem Flieger sa├č noch ein weiterer Wanderer aus D├╝sseldorf, eine Mitreisende aus Stuttgart wartete schon seit einiger Zeit im Flughafen und im Dunkeln brachte ein Taxi uns drei in anderthalb Stunden an unser Ziel in Chora Sfakion. Hier wurden wir vom Reiseleiter empfangen und bezogen nette Zimmer im Hotel Samaria an der Uferpromenade. Der Reiseleiter und zwei Flugg├Ąste aus Frankfurt waren schon am fr├╝hen Morgen eingetroffen, wir waren allerdings nicht die letzten Reisenden, denn diese wurden aus M├╝nchen mit Versp├Ątung noch weit nach Mitternacht erwartet! Es gab ein Abendessen mit gef├╝llten Auberginen und dem typischen, griechischen Salat aus Tomaten, Gurken, Zwiebeln, gr├╝ner Paprika und Oliven, den wir ab jetzt nahezu t├Ąglich und ├╝berall bekommen sollten. Das Essen war ganz okay, kurz nach 23 Uhr Ortszeit gingen wir dann endlich zu Bett, f├╝r die n├Ąchsten Tag war erstmal eine Tour zum Einlaufen angedacht!

Sonntag, 29.09.2019: Chora Sfakion bis Loutro

Der Tag fing gut an. Ich habe gut geschlafen, wenn auch in den Morgenstunden etwas unruhig, ansonsten waren die Temperaturen aber sehr angenehm, um 7 Uhr ├╝berraschte mich dann letztlich doch der Wecker. Nach dem Duschen gab’s ab 8 Uhr Fr├╝hst├╝ck, wobei sich das, typisch griechisch-gelassen, sehr, sehr langsam anlie├č. Gegen 9:15 Uhr waren wir dann alle startklar und hinterlie├čen unser Gep├Ąck an der Rezeption, damit dieses mit dem Boot nach Loutro gebracht wird.

Wir starteten unsere erste Wanderung, gingen zun├Ąchst einmal zu einem Mahnmal im Ort zur Erinnerung an einige Opfer des Zweiten Weltkriegs und stiegen dann hinter dem Ort auf in die Berge. Es herrschte strahlender Sonnenschein, was leider dazu f├╝hrte, dass die Temperaturen deutlich h├Âher waren, als ich das erwartet beziehungsweise erhofft hatte, mein Kreislauf hatte schon ein wenig zu k├Ąmpfen, um sich an die Klimaumstellung mit gleichzeitigen, ÔÇ×sportlichenÔÇť Leistungen zu gew├Âhnen, denn ein paar H├Âhenmeter kamen auch schon am ersten Tag zusammen. Ich nahm mir vor, mir unbedingt anzugew├Âhnen, in den kommenden Tagen mehr zu trinken, das ist bei mir immer so ein Schwachpunkt! Nachdem wir den Ort verlassen hatten, waren wir auch rasch alleine in den Bergen, wenn man auch anfangs und sp├Ąter im Verlauf gelegentlich noch eine wenig befahrene Stra├če im Hinterland sah. Unser Weg f├╝hrte uns durch die Anopolis-Schlucht, eine schmale Schlucht, bei der man auch einige kleine Felsstufen ├╝berklettern musste, was aber nicht wirklich schlimm war.

Leider passierte in der Schlucht dann ein Malheur, das die Planung der n├Ąchsten Tage f├╝r mich ein wenig umwarf. Es l├Âsten sich n├Ąmlich dummerweise die Sohlen an beiden meiner Wanderschuhe, und das, obwohl ich sie 14 Tage vor dem Urlaub noch ausgiebig zu Hause getestet hatte, ohne dass etwas auffiel. Nach einigen Jahren zeigen sich aber offensichtlich doch Erm├╝dungserscheinungen. Dummerweise gibt es an der S├╝dk├╝ste keine Gesch├Ąfte, die Wanderschuhe anbieten, so etwas findet man nur in Chania. Die Gummisohle wurde also erstmal vor├╝bergehend mit etwas Leucoplast fixiert, das hielt aber nicht lange, schlie├člich wurde kurzerhand der vordere Teil abgeschnitten und den Rest des Tages wanderte ich auf der Zwischensohle, was aber trotz allem noch ganz gut und auch schmerzfrei klappte. Gegen Mittag, als wir im Ort Kambia den h├Âchsten Punkt unserer heutigen Tour erreichten, war mein Kreislauf ziemlich down, zum Gl├╝ck kehrten wir in einem Lokal ein, es gab leckere Kl├Â├če, ├Ąhnlich wie K├Ânigsberger Klopse, dazu Tsatstiki und reichlich k├╝hles Quellwasser, wodurch die Lebensgeister wiederhergestellt werden konnten. Danach folgte nur noch ein Abstieg, der Weg hier war gut zu gehen, zwar auch steinig, ich konnte aber auftreten, dennoch musste ich dank meiner kaputten Schuhe ein wenig mehr aufpassen als sonst. W├╝nschenswert w├Ąre es auch gewesen, wenn ich die St├Âcke dabei gehabt h├Ątte, das haben wir heute allerdings noch nicht gemacht. Ansonsten hat uns unser Reiseleiter Toni w├Ąhrend der Tour auch noch ein paar Tipps zum richtigen Wandern gegeben, manches davon war neu und durchaus auch interessant. Da die Tour heute nicht allzu lang war, erreichten wir schon kurz vor 16 Uhr den Ort Loutro, idyllisch ohne Stra├čenverkehrsanbindung in einer Bucht mit kristallklarem Wasser gelegen. Wir bezogen unsere Zimmer in der Pension Madares, die auch ganz h├╝bsch waren, wenn auch etwas einfacher als noch im Hotel der letzten Nacht, auch war der Meerblick hier nicht ganz so frei, vielmehr ein bisschen zugestellt.

Ich lief nach dem Bezug des Zimmers noch einmal die Hafenpromenade auf und ab, verbrachte dann den Rest des Nachmittags gem├╝tlich auf dem Balkon und ├╝berlegte mir, wie ich am n├Ąchsten Tag mein Wanderschuhproblem l├Âsen sollte. Ich fasste den Plan, mit dem Boot nach Chora Sfakion zu fahren, von dort mit dem Bus nach Chania und die Strecke dann genauso wieder zur├╝ck. Leider waren die Anschl├╝sse nicht wirklich gut getaktet, au├čerdem w├╝rde ich in Chania nur etwas mehr als eine Stunde Aufenthalt haben, wenn ich mich an den regul├Ąren Fahrplan von Booten und Bussen hielt. Da mir diese Zeit in Chania aber deutlich zu kurz schien, um ein paar vern├╝nftige Schuhe zu erwerben, entschied ich mich, fr├╝h morgens ein Wassertaxi zu chartern f├╝r die Strecke von Loutro nach Chora Sfakion, das sollte mich zwar 40 ÔéČ extra kosten, aber so k├Ânnte ich den ersten Bus nach Chania erwischen und h├Ątte dort dann 5 Stunden Zeit, was mir deutlich sicherer schien.

Zum Abendessen konnte man, wie schon am Vortag, sich etwas am Buffet aussuchen, das dann warm gemacht wurde, zus├Ątzlich gab es noch einen Salat, Brot und Wasser. W├Ąhrend die Gruppe morgen die Wanderung durch die offensichtlich sehr sch├Âne Aradhena-Schlucht auf dem Plan stehen hatte, sollte ich wegen der kaputten Wanderschuhe halt leider ein anderes Tagesprogramm haben!

Montag, 30.09.2019: Chania, K├╝stenwanderung bis Loutro

Shopping in Chania war also angesagt. Das Wassertaxi brachte mich zuverl├Ąssig morgens um 6:20 Uhr im Dunkeln schon fr├╝h nach Chora Sfakion und ich erwischte problemlos den Bus um 7 Uhr. Dadurch war ich um kurz vor 9 Uhr in Chania, die Fahrt mit dem Bus war trotz der Serpentinen durchaus angenehm, ich konnte sogar noch ein bisschen verpassten Schlaf wieder nachholen. In Chania fr├╝hst├╝ckte ich erst einmal in der Cafeteria am Busbahnhof, g├╝nstig und lecker, ehe ich den Outdoor-Laden ÔÇ×Tactical CornerÔÇť ansteuerte, den ich mir im Internet herausgesucht hatte und der h├Âchstens 150 m vom Busbahnhof entfernt lag. Tats├Ąchlich war die Auswahl an Wanderschuhen gar nicht so klein, das zweite Paar, das ich anprobierte, passte auch auf Anhieb sehr gut, schien ausreichend stabil, die Marke AKU war mir zwar nicht bekannt, soll aber angeblich eine italienische Traditionsmarke sein (was sich im weiteren auch als korrekt erwies). Also wanderten 250 ÔéČ ├╝ber den Tresen und ich hatte zum Gl├╝ck ein neues Paar Wanderschuhe, der Rest des Urlaubs war gerettet. Das war zwar viel Geld, aber f├╝r ein paar gute Wanderschuhe durchaus noch normal, und wie ich sp├Ąter zuhause feststellen sollte, w├Ąren die Schuhe beim Kauf in Deutschland nur wenig g├╝nstiger gewesen.

Da alles so schnell ging, hatte ich jetzt noch fast vier Stunden Zeit und konnte mich so ein bisschen in Chania umsehen. Die Stadt war wirklich h├╝bsch, viel venezianische und osmanische Einschl├Ąge, das Ganze erinnerte mich ein wenig an die K├╝stenst├Ądte in Slowenien. Im Laufe des Tages wurde es zunehmend voller, offensichtlich Tagestouristen aus den nah liegenden Hotelanlagen, das war dann nicht mehr ganz so sch├Ân, der Andrang hielt sich aber noch in Grenzen, vermutlich auch, da sich die Saison auf Kreta schon dem Ende entgegen neigte. Nach einem Stadtrundgang am Hafen, durch das venezianische Viertel, am Kastell und durch die dahinter liegenden Stadtviertel habe ich in der N├Ąhe der Hauptkirche noch einen griechischen Salat zu Mittag gegessen und ging dann langsam durch die Markthalle wieder zum Busbahnhof. Um 14 Uhr fuhr von dort der Bus nach Chora Sfakion zur├╝ck. Mit leichter Versp├Ątung, wie auch schon am Morgen, kam ich um kurz vor 16 Uhr in Chora Sfakion an.

Da es noch relativ fr├╝h war, entschloss ich mich, die Wanderschuhe gleich einzulaufen und ging die circa sieben Kilometer nach Loutro zu Fu├č, zumal ich ansonsten 2 ┬Ż Stunden auf die n├Ąchste F├Ąhre h├Ątte warten m├╝ssen. Der K├╝stenweg f├╝hrte erst ein ganzes St├╝ck die Asphaltstra├če entlang, eigentlich nicht so sch├Ân, aber zum Einlaufen der neuen Schuhe ganz gut geeignet. Danach folgte ein l├Ąngerer, steiniger Abstieg hinunter zum Sweet Water Beach, an dem ich mich aber nicht aufhielt, sondern nur kurz etwas trank und dann weiter ging. Ab hier war der Weg jetzt wieder recht einfach zu gehen, ziemlich ausgetreten, und nach etwas ├╝ber zwei Stunden kam ich gegen 18 Uhr wieder in Loutro an. Der Rest der Gruppe war auch schon von seiner Wanderung zur├╝ckgekehrt, ich machte mich auf den Zimmer noch ein wenig frisch und gemeinsam a├čen wir um 19:30 Uhr zu Abend. Heute gab es frischen Fisch, so eine Art Dorade, zwar waren die Gr├Ąten recht locker und st├Ârten ein wenig, das Fleisch war aber wirklich gut. Dazu gab es den ├╝blichen Hirtensalat, Tsatsiki und heute mal Pommes. Da der ganze Tag mir doch etwas in den Knochen steckte, insbesondere das fr├╝he Aufstehen, ging ich heute mal recht fr├╝h ins Bett, schon um kurz nach 22 Uhr.

Dienstag, 01.10.2019: Aradhena-Schlucht

Nachdem ich gestern ja leider wegen meines Ausflug nach Chania die Wanderung durch die Aradhena-Schlucht nicht mitmachen konnte, habe ich mir ├╝berlegt, dass ich diese Tour heute auf eigene Faust nachholen wollte, denn f├╝r heute war ein Tag zur freien Verf├╝gung eingeplant. Zwar wurde vom Reiseleiter auch eine Wanderung angeboten, diese f├╝hrte aber zum Sweet Water Beach, an dem ich ja gestern schon war, das w├Ąre also f├╝r mich nichts Neues gewesen. Mit den neuen Wanderschuhen wollte ich allerdings auch keinen Gewaltmarsch absolvieren, ich unternahm daher nicht die gro├če Runde ├╝ber Anopolis, wie sie die Gruppe am Vortag zur├╝ckgelegt hatte, sondern schusterte mir eine kleine Runde selbst zusammen, die sich auf die untere H├Ąlfte der Aradhena-Schlucht beschr├Ąnkte. Um 11 Uhr fuhr das regul├Ąre Shuttle-Boot zum Marmara-Strand, das nahm ich und stieg, dort angekommen, dann von unten in die Schlucht ein. Die Fahrt mit dem Boot war kurz und abwechslungsreich, wenn ich auch heute leider keine Delfine erblickt habe, wie sie die Gruppe am Vortag im Wasser gesehen hatte. In der Schlucht war ich, glaube ich, der einzige Mensch, der von unten nach oben lief, mir kamen zahlreiche Leute entgegen, niemand wanderte aber meine Gangrichtung, ├╝berholte mich oder wurde von mir ├╝berholt, was mich verwunderte, denn der Abstieg ist in meinen Augen eigentlich ÔÇ×gef├ĄhrlicherÔÇť als der Aufstieg. Anfangs war die Schlucht noch flach und von hohen W├Ąnden begrenzt, bald schon kam man aber immer wieder an Passagen, bei denen man durchaus ein wenig ├╝ber Felsen klettern musste, die H├Ąnde zu Hilfe nehmen, wenn auch nichts wirklich Dramatisches. Ab und zu weitete sich dann die Schlucht wieder, wirkte fast wie ein Tal, nur, um sich kurz darauf wieder zu verengen.

Nach knapp 2 Stunden hatte ich den gr├Â├čten Teil der Schlucht hinter mir und war am Ausstieg nach Livaniania angekommen, dem Punkt, an dem ich vorhatte, das Tal zu verlassen. Auch der Ausstieg war gut ausgeschildert und gut zu gehen, rasch gelangte man auf so eine Art Hochebene, von wo aus man einen tollen Blick auf die Schlucht hatte, fr├╝her fanden sich hier oben offensichtlich terrassierte Olivenhaine, die jetzt leider ziemlich verlassen wirkten. Dennoch war es ein sch├Âner Ort, um eine gem├╝tliche Mittagspause im Schatten eines Baumes einzulegen. ├ťber mir sah man noch einige Geier kreisen, was mich an fr├╝here Urlaube in Frankreich und zuletzt Anfang des Jahres in S├╝dafrika erinnerte. Nach der Pause ging es weiter, jetzt ohne wesentliche Steigung, teilweise auch auf einem breitem Wirtschaftsweg, bis ich schlie├člich Livaniana erreichte. In dem Ort fanden sich einige neue H├Ąuser, viele waren allerdings auch verlassen und verfallen, ein etwas seltsames Gemisch. Die Taverne entpuppte sich als ein K├╝hlschrank zur Selbstbedienung mit daneben stehender Geldbox, trotzdem ein willkommener Ort, um zwei kalte Limos zu trinken. Hier fand ich dann auch den ersten Geocache des Urlaubs, nachdem ich an einem unten in der Schlucht versteckten vorbeigegangen war und nicht wieder umkehren wollte.

Die Tour setzte sich fort mit einem allerdings ebenfalls durchaus gut zu gehenden Abstieg durch einen sehr steinigen Hang, (Kaarstgestein?), bis ich die Bucht von Phoenix erreichte. Es folgte noch ein weiterer, kleinerer Aufstieg auf den R├╝cken der Halbinsel, auf deren anderer Seite Loutro lag. Hier oben gab es eine verfallene Sarazenerburg zu erkunden. Gegen 16 Uhr war ich dann schlie├člich wieder an meinem Ausgangspunkt in Loutro. Die Schuhe haben den Tag gut ├╝berstanden, ich habe auch am zweiten Tag damit keine Blasen trotz ann├Ąhernd 500 H├Âhenmetern, ich glaube, ich kann mit meinem Kauf im Gro├čen und Ganzen zufrieden sein, hoffe jetzt, dass sie auch noch eine ganze Zeit halten werden. Den Nachmittag verbrachte ich gem├╝tlich auf meinem Zimmer beziehungsweise Balkon, duschte und wusch die verschwitzte W├Ąsche durch. Gegen 19:30 Uhr gab es wie immer Abendessen, f├╝r mich Artischockengem├╝se, das aber nicht so wirklich gut war. ├ťberhaupt war die Pension Madares zwar ganz okay, zum Abendessen gibt es aber sicher bessere Lokale in Loutro. Trotz der nicht allzu anstrengenden Wandertour war ich bald ziemlich m├╝de und deshalb auch heute wieder schon um kurz nach zehn im Bett.

Mittwoch, 02.10.2019: Loutro – Agia Roumeli

Nach den zwei letzten Tagen mit Alleing├Ąngen war ich ab heute wieder mit dem Rest der Gruppe unterwegs. Leider mussten wir den h├╝bschen Ort Loutro verlassen, auf dem Programm stand deshalb die Wanderung zum n├Ąchsten ├ťbernachtungsort Agia Roumeli am Ausgang der Samaria-Schlucht. Es sollte eine insgesamt etwas ├╝ber 17 km lange Tour werden, fast immer parallel zur K├╝ste, durch das st├Ąndige Auf und Ab kamen im Tagesverlauf aber doch ├╝ber 500 H├Âhenmeter lt. meiner Handy-App zustande, gar nicht so wenig. Das vom Reiseleiter vorgegebene Tempo war auch ziemlich z├╝gig, so kamen wir rasch voran, wenn ich alleine gegangen w├Ąre, w├Ąre ich sicherlich langsamer gegangen und h├Ątte mich vor allem mehr umgeschaut bzw. mit mehr Mu├če Fotos gemacht, das ging bei dem Tempo leider nicht so, zumal man immer auf den Weg achten musste, denn der war doch fast durchweg recht steinig, wenn auch immer gut erkennbar und ausgelaufen, aber halt mit Stolpergefahr. Besonders gegen Ende ging es auch ├Âfter am Strand entlang, ├╝ber groben Kies oder Sand, das war dann auch manchmal ganz sch├Ân anstrengend. Dazu knallte die Sonne von einem strahlend blauem Himmel, wir kamen ordentlich ins Schwitzen, die Ausblicke waren aber nat├╝rlich traumhaft, insbesondere auch das hier durchweg t├╝rkisblau schimmernde Wasser in den herrlichen Buchten.

Gegen 14 Uhr waren wir Agios Paulos-Strand, wo wir in der Taverne eine Mittagspause einlegten. Betrieben wurde der Laden von Vater und Sohn, stets mit nackten Oberk├Ârper und immer jovial, das Ganze hatte ohne Stra├čen- oder Schiffsanbindung etwas von einer Aussteigeransiedlung, kochen konnten die beiden aber wirklich gut, sowohl meine Calamari, als auch das andere Essen, das serviert wurde, sah sehr lecker aus und schmeckte auch so. Empfehlenswert war wohl vor allem einen griechischer Salat, der zus├Ątzlich noch Avocado, gr├╝ne Chili und Pfefferminz in sich hatte, eine interessante Kombination. Nach der Besichtigung der kleinen Kirche hier am Strand mit sch├Ânen, alten Fresken legten wir den letzten Abschnitt des Wegs bis nach Agia Roumeli, der anderthalb Stunden dauern sollte, dann in flotten 70 Minuten zur├╝ck, danach war ich aber auch froh, als wir gegen 17 Uhr am Ziel ankamen.

Der Ort quoll gerade ├╝ber vor Menschen, die die Samaria-Schlucht von oben nach unten durchlaufen hatten und nun mit der F├Ąhre um 17 Uhr zur├╝ck fahren wollten. Nachdem die alle weg waren, war es hier aber praktisch wie ausgestorben. Unser Hotel ÔÇ×Agia RoumeliÔÇť war wieder einfach aber gem├╝tlich, das Bad ziemlich eng, aber alles vorhanden. Auch der Ausblick von meinem Balkon seitlich zum Meer war deutlich sch├Âner als der beim letzten Hotel. Ich kaufte im nahegelegenen Supermarkt auf Empfehlung unseres Reiseleiters hin noch etwas Obst und Wasser f├╝r die Wanderung am n├Ąchsten Tag, ehe wir uns wieder gegen 19:30 Uhr zur ├╝blichen Zeit zum Abendessen trafen. Es gab heute Pastitsio, den griechischen Nudelauflauf, der hier wirklich recht lecker war. Zum Nachtisch gab es dann auch noch etwas Besonderes, n├Ąmlich Limonensorbet mit im Fr├╝hjahr von der Wirtin gesammelten Maulbeeren in Sirup, auch nicht schlecht, ein sch├Âner Tagesabschluss!

Donnerstag, 03.10.2019: Papouras

Am heutigen Tag stand die Wanderung auf den Papouras auf dem Programm. Im Vorfeld hatte unser Reiseleiter schon angek├╝ndigt, dass es sich hierbei eher um eine ÔÇ×ArbeitstourÔÇť und nicht um eine wirkliche sch├Âne Bergtour handeln sollte. Das bewahrheitete sich dann leider auch. Es ging 1000 H├Âhenmeter hinauf und wieder hinab, ├╝ber sehr unsch├Ân zu gehendes und ger├Âlliges Gel├Ąnde, teilweise ziemlich steil, keine wirklich entspannende Wanderung. Auch die Aussicht vom Gipfel war nicht so berauschend, als dass sie die Strapazen wirklich rechtfertigen w├╝rde.

Nach einem sehr leckeren Fr├╝hst├╝ck brachen wir gegen 9 Uhr auf, unmittelbar nach Verlassen des Ortes ging es schon steil hinauf, das sollte den ganzen Vormittag ├╝ber so bleiben. Das erste Zwischenziel war schon vom Ort aus sichtbar, ein verfallenes Kastell aus venezianischer Zeit etwas oberhalb. Sp├Ąter trafen wir noch auf die Ruinen eines zweiten Kastells, hier war aber nicht mehr so viel erhalten, der Blick daf├╝r umso besser. Leider war auch heute das vom Reiseleiter vorgegebene Tempo ziemlich z├╝gig, deutlich flotter als mein ├╝bliches ÔÇ×Wohlf├╝hltempoÔÇť, sodass ich manchmal Probleme hatte, den Anschluss zu halten. Ich hatte aber Gl├╝ck insofern, als dass ich mich an einen Mitwanderer anschlie├čen konnte, der ein gleichm├Ą├čiges und entspanntes Tempo ging, das meiner Wandergeschwindigkeit deutlich mehr entgegen kam, was mir den Aufstieg erleichterte. Drei Mitwanderer verabschiedeten sich nach etwa der H├Ąlfte des Aufstiegs von der Gruppe und kehrten um, was ich irgendwie schade fand. Wir legten auch Pausen ein, diese allerdings doch f├╝r meinen Geschmack etwas kurz. Schlie├člich waren wir so nach drei Stunden dann oben am Gipfel.

├ťber der Samaria-Schlucht hatte es sich zwischenzeitlich zugezogen, einen gro├čartigen Blick hier hinunter gab es deshalb leider nicht, auch in die anderen Richtungen war der Blick teilweise durch Wolken verh├╝llt. Wir legten eine (jetzt ausreichend lange) Mittagsrast ein und machten uns dann wieder an den Abstieg. Anfangs verlief dieser auf einem anderen Weg durch noch recht gut zu gehendes und nicht ganz so steiles Gebiet, irgendwann trafen wir aber wieder auf den relativ steilen Aufstieg, der auch als einziger, offizieller Weg markiert war und es ging vorsichtig und langsam dieselbe Strecke bergab, bis wir nach weiteren 3 Stunden wieder unten im Ort ankamen.

In der Taverne Patmes am n├Ârdlichen Ortsrand kehrten wir ein und tranken leckere, g├╝nstige Getr├Ąnke, ehe wir die letzten Meter wieder zum Hotel zur├╝ckgingen und dabei noch ein wenig im (recht teuren) Supermarkt des Ortes einkauften f├╝r den kommenden Tag. Gegen 16:30 Uhr waren wir wieder am Hotel, also hatten wir noch genug Zeit f├╝r einen entspannten Nachmittag. Ich ruhte mich erst ein wenig auf dem Bett aus, duschte dann, wusch die W├Ąsche, aus der sich ganz sch├Ân viel Dreck entleerte, ehe ich noch eine kleine Runde durch den Ort machte. Eigentlich wollte ich fotografieren bei Sonnenuntergang, dummerweise hatte ich den Akku zum Aufladen vorher im Zimmer aus der Kamera genommenÔÇŽ So verblieb es dabei , dass ich lediglich einen Geocache im Ort an der alten Br├╝cke suchte und zum Gl├╝ck auch fand. Zum Abendessen gab es heute Sardinen, die allerdings nicht so lecker waren, irgendwie bitter schmecken, wie wir alle fanden, keine Ahnung, woran das lag. Die Linsensuppe als Vorsuppe war daf├╝r umso besser, der Rotwein zusammen mit dem Raki (den es hier, wie ├╝berall, kostenlos zum Abschluss eines Essens gab) machten mich ziemlich m├╝de, sodass ich heute gegen 22:30 Uhr nach einem anstrengenden Tag ins Bett fiel.

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