Freitag, 04.10.2019: Samaria-Schlucht

Heute stand die Wanderung durch die Samaria-Schlucht auf dem Programm, für viele sicherlich der Höhepunkt eines Urlaubs in Kreta, zumindest aber eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Ich war sehr gespannt, wie mir die Tour gefallen würde, zum einen, wie sich diese Schlucht von den anderen Schluchten unterscheiden würde, durch die wir bisher gegangen waren, zum anderen aber auch, wie wir uns mit den Touristenmassen arrangieren würden, die einem voraussichtlich entgegen kommen. Wie üblich frühstückten wir zunächst aber noch gemütlich um 7:45 Uhr im Hotel, stellten dann die Koffer bereit zum Abholen für den Transfer und machten uns gegen 9 Uhr auf den Weg. Da die Schlucht direkt in Agia Roumeli begann beziehungsweise endete, konnten wir quasi vom Hotel aus loslaufen.

Während der ersten zwei Stunden trafen wir auch auf fast keinen Menschen, ab 11 Uhr kamen uns dann allerdings die ersten Wanderer entgegen. Insgesamt war das Feld der Schluchtwanderer ziemlich auseinander gezogen, die meisten trafen wir beim verlassenen Dorf Samaria, wo fast jeder mittags eine Picknickpause einlegte. Speziell im unteren Teil war die Schlucht wirklich eng, mit mehrere 100 Meter hohen Felswänden und dadurch sehr eindrucksvoll, vor allem an der engsten Stelle, der “Eisernen Pforte”, wo die Wände nur drei Meter auseinander standen. Der Weg war insgesamt problemlos begehbar, teilweise zwar auch steinig, aber trotzdem gut angelegt und gepflegt, mit Brücken über den Bach, kein Vergleich mit der Kraxelei vom Vortag. Nach etwa der Hälfte weitete sich die Schlucht etwas, nahm mehr den Charakter eines Tals an, war aber immer noch sehr schön zu gehen. Was mich auch positiv überraschte war, dass durch die Schlucht immer noch Wasser floss, trotz der späten Jahreszeit nach dem trockenen Sommer war hier offensichtlich stets noch genug Wasser erhältlich, das auch aus den immer wieder am Weg stehenden Brunnen sprudelte, sodass man allzeit frisches Trinkwasser hatte.

Der verlassene Ort Samaria in der Mitte der Schlucht dient jetzt einerseits als Station für die Ranger des Nationalparks, ansonsten aber auch als bevorzugte Mittagsrast für die Touristen. Tatsächlich liefen hier auch ein paar Ziegen herum, ob das allerdings wirklich die berühmten, wilden Ziegen (Kri-Kri) der Schlucht waren, kann ich gar nicht genau sagen, denn im Gegensatz zu denen, die angeblich sehr scheu sein sollen, waren diese hier ziemlich zutraulich und auf Nahrungsreste erpicht. Zumindest vom Aussehen her war aber kein Unterschied zu den vom Aussterben bedrohten Kri-Kri zu erkennen. Vielleicht haben sich die Tiere ja doch langsam an die Menschen gewöhnt. Der Ort selbst schien ehemals durchaus groß gewesen zu sein, terrassierte und gemauerte Felder und Gärten erstreckten sich die Schlucht entlang in beide Richtungen ein ganzes Stück. Hübsch war auch die kleine Kirche, die Glocke mit Seil daran hing einfach daneben an einem Baum, der aus dem Fels wuchs!

Während der Weg bis Samaria anfänglich noch kaum Steigung aufwies, sollte sich das jetzt ändern, die Steigung nahm im weiteren deutlich zu, speziell im letzten Stück war diese ganz ordentlich, schließlich mussten insgesamt über 1000 Höhenmeter überwunden werden! Da der Weg aber so gut angelegt und gepflegt war, ließ sich auch hier alles recht gut gehen. Morgens und mittags war das Wetter meist bedeckt, was gar nicht so schlimm war, da man dadurch nicht so sehr schwitzte, es fielen auch ein paar Regentropfen, jedoch nicht der Rede wert. Als wir gegen 15:30 Uhr den oberen Ausgang der Schlucht erreichten, riss der Himmel sogar noch einmal auf, die Sonne strahlte und bot einen herrlichen Rückblick über die Schlucht.

Der Wind hatte mittlerweile deutlich zugenommen, es war hier oben doch recht frisch, sodass wir uns nicht auf die tolle Terrasse der dortigen Xyloskalo-Taverne setzten, um eine Kleinigkeit zu trinken, sondern vielmehr nach drinnen. Außerdem probierte ich dort Dakos, eine Art „griechisches Bruschetta“ auf einem für hier typischen Zwieback, durchaus recht lecker, auch wenn es an italienische Bruschetta für meinen Geschmack nicht herankommt. Kurze Zeit später holt uns der Bus vom Hotel “Exari” in Omalos ab und brachte uns die wenigen Kilometer dorthin. Unser Gepäck war sogar schon eingetroffen, da hatten wir Glück, denn wegen des schlechten Wetters fuhr die Fähre nach Sougia gar nicht, die unser Gepäck eigentlich hätte transportieren sollen, lediglich die Fähre nach Chora Sfakion war unterwegs, netterweise hatte der Wirt das Gepäck aber auch von dort aus abgeholt, trotz der deutlich längeren Fahrstrecke, die damit verbunden war. Wir bezogen die einfachen, rustikalen Zimmer und genossen dort als erstes die warme Dusche, ehe wir uns häuslich einrichteten. Währenddessen nahm der Wind immer weiter zu, über den nahegelegenen Bergen braute sich ein regelrechtes Unwetter zusammen, ich bin gespannt, wie sich das heute Nacht entwickeln wird…!

Wie üblich gab es Abendessen um 19:30 Uhr, Gemüsesuppe als Vorsuppe, Krautsalat, Schweinefleisch, Pommes und Teigtaschen mit Frischkäse-Füllung und Honig als Nachtisch, alles sehr lecker, nur der Krautsalat hatte einen komischen Beigeschmack. Dazu trank ich einen halben Liter roten Landwein, sehr einfach, aber noch okay, kostete hier auch nur 3,50 €. Gegen 21:30 Uhr ging ich wieder auf mein Zimmer und macht etwa eine halbe Stunde später das Licht aus Für den Folgetag war die „Königstour“ der Reise vorgesehen, die Besteigung des Gingilos (oder auch Gigilos genannt), ich war gespannt, wie sich das angehen würde!

Samstag, 05.10.2019: Gingilos

Heute sollte es nun also die „Königstour“ sein. Zumindest wurde die Wanderung so angekündigt. Und tatsächlich war die Tour auch tausendmal schöner und lohnenswerter als die „Quälerei“ auf den Papouras. Überraschenderweise wurde die „Ausfallquote“ in unserer Gruppe größer, denn tatsächlich sind wir heute nur noch mit 5 Teilnehmern gewandert, einer war krank, fünf andere haben sich kurzfristig für einen Ausflug nach Chania abgesetzt.

Der Rest der Truppe wurde also um kurz vor 9 Uhr dorthin gebracht, wo unsere Wanderung am Vortag endete, nämlich an den oberen Ausgang der Samaria-Schlucht. Ab hier begann der Aufstieg auf den Gingilos, es ging zunächst immer bergauf durch steiniges Gelände, der Weg war aber viel besser angelegt als am Papouras, schön in Serpentinen und nicht so steil, so dass das Gehen schon fast als angenehm bezeichnet werden konnte, wenn man natürlich auch trotzdem langsam gehen musste, auf den Weg achten und ein bisschen aus der Puste kam. Aber ehe man sich versah, hatte mein schon ordentlich Höhenmeter hinter sich gebracht, es boten sich immer tolle Blicke zurück in die Samaria-Schlucht. Es folgte dann eine kleine Traverse, ehe man erst einmal wieder abstieg zu einem Felsbogen, der durchschritten werden musste, bis dann der steile Aufstieg zu einem kleinen Sattel zwischen dem Gingilos und seinem Nachbarberg begann. Auch dieser Aufstieg war jedoch problemlos in langsamem Tempo zurückzulegen. Am Sattel machten wir nur kurz Pause, zogen uns kurz um, denn der Wind begann hier oben ordentlich zu pfeifen. Der Aufstieg bis dahin verlief noch weitgehend im Schatten des Berges, war daher auch von der Temperatur her angenehm. Von den letzten etwa 250 Höhenmetern bis zum Gipfel war die erste Hälfte etwas schwieriger, dennoch gut zu bewältigen, wenn man auch hier öfter die Hände zu Hilfe nehmen musste, denn es ging durch Felsen bergauf, aber bei doch sehr festem Gestein, so dass man meist auch recht trittsicher stand. Die 2. Hälfte bis zum „ersten Gipfel“ war dann wieder ziemlich einfach und ohne Kletterpassagen. An diesem ersten Gipfel beendeten wir auch unsere Tour und legten erstmal eine Mittagsrast ein. Es gab noch einen etwas weiter entfernt liegenden zweiten Gipfel, der das Gipfelkreuz trug, nur minimal höher war, aber da er angeblich technisch schwieriger war, wollte unser Reiseleiter uns nicht dorthin bringen, die zwingende Notwendigkeit sahen wir auch nicht, zumal der Gipfel nur wenige Meter höher war und der Ausblick nicht wirklich anders. Während des morgendlichen Aufstiegs nieselte es auch immer mal wieder, während der Kletterei zog es sich sogar soweit zu, dass der Berg ringsum von dunklen Wolken eingehüllt war und man kaum etwas sah, sodass wir für den Gipfel schon Schlimmes befürchteten. Kurz bevor wir dort ankamen, riss allerdings innerhalb von Sekunden die Wolkendecke auf und es boten sich auf einmal in beide Richtungen grandiose Fernsichten bis zur Nord- und Südküste von Kreta, atemberaubend und einmalig.

Nach einer knappen halben Stunde Mittagspause ging es an den Abstieg. Dieser war technisch etwas schwieriger als der Aufstieg, vor allem bei der Felskletterei, zog sich gerade gegen Ende auch ein wenig, wie das aber meist so ist, wenn man endlich ankommen will. Trotzdem war ich nach der Tour bei weitem nicht so erschöpft wie nach dem Aufstieg auf den Papouras, dafür hundertmal zufriedener über das Gesehene und Erreichte. Neben uns waren zwar noch ein paar andere Wanderer unterwegs, der Betrieb hielt jedoch sehr in Grenzen. Wir kehrten noch einmal in der Xyloskalo-Gaststätte am Ende des Weg ein, probierten dort diesmal verschiedene Käsesorten, was auch ganz lecker war, ehe uns der Bus wieder zurück nach Omalos brachte, wo wir gegen 16 Uhr wieder eintrafen.

Da der Nachmittag noch lang war, ging ich noch zum Turm von Omalos, um dort einen Geocache zu suchen, zusammen mit zwei weiteren Cachern aus der Gruppe ging es von da aus weiter zur Höhle von Tsanis, bei der ein Earthcache zu finden sein sollte. Diese Höhle mussten wir dazu soweit erkunden, dass wir nach Ausschalten des Lichts unserer Taschenlampen komplett im Dunkeln standen, durchaus etwas „gruselig“ und spannend, aber unbedingt lohnenswert!

Abendessen gab es um 19 Uhr. Angekündigt wurde Zicklein, darauf habe ich mich sehr gefreut, das Fleisch war auch ziemlich lecker, allerdings wurden größere “Brocken” aus Knochen, Knorpel, Sehnen und wenig Fleisch serviert, von denen man kaum etwas abbekam, gegen Ende hatte ich vielleicht, wenn es hoch kommt, einen Löffel voll Fleisch gegessen, dafür Berge von Resten auf dem Teller liegen – schade um die eigentlich schöne Mahlzeit! Salat und Linsensuppe als Vorsuppe waren dafür dann der Ausgleich und wieder recht lecker, rechtschaffen müde ging ich gegen 22:30 Uhr zu Bett.

Sonntag, 06.10.2019: Omalos-Hochebene bis Sougia

Auf dem Omalos-Plateau war es vor allem nachts meist recht kühl, hier reichte nicht nur ein Laken zum Zudecken, man benötigte zusätzlich noch mindestens eine Wolldecke. Dennoch habe ich in der zweiten Nacht deutlich besser geschlafen als in der ersten, vor allem deshalb, da nicht schon morgens ab 5:30 Uhr Leute zu packen und abzureisen begannen, es war herrlich ruhig diesmal. Frühstück gab es, wie am Vortag, um 7:30 Uhr, danach packten wir und wurden um 8:45 Uhr abgeholt für einen kurzen Bustransfer in die Berge. Es ging vorbei an zahlreichen Schafen und üppig vollhängenden Apfel- und Birnbäumen, bis der Bus uns nach circa 15 Minuten absetzte.

Wir wollten am heutigen Tag eine Wanderung wieder von der Omalos-Hochebene hinab zum Meer nach Sougia unternehmen. Zunächst ging es noch ein wenig auf und ab, zum Schluss jedoch tendenziell nur noch bergrunter, allerdings an keiner Stelle extrem steil, die insgesamt 1300 kumulativen Höhenmeter bergab ließen sich recht gut gehen. Gerade im ersten Teil der Strecke war das teilweise etwas anstrengend, da man über scharfkantiges und unregelmäßiges Karstgestein laufen musste, später wurde der Weg einfacher zu gehen, es ging mehr über Kies, durch Wald und schließlich über bereite Wirtschaftswege, kurzfristig sogar mal über eine Asphaltstraße. Die Wälder waren schön und kühl, die Ausblicke nach Westkreta durchaus imposant, wenn auch nicht so superspektakulär nach den letzten Tagen.

Um 13 Uhr waren wir in dem kleinen Ort Koustogerako, wo wir in der einzigen Taverne extrem lecker zu Mittag aßen, es gab Teigtaschen mit Porree und Käsefüllung, den üblichen Hirtensalat und ein Hähnchen mit Kartoffeln und einer Soße, die ein wenig nach Zitrone schmeckte – alles sehr lecker, in meinen Augen eines der leckersten Essen des Urlaubs bisher, sicher auch, da alles ganz frisch zubereitet war. Dazu genoss ich einen lecken Weißwein, zum Nachtisch gab es wie üblich Kuchen und Raki, ehe wir den weiteren Abstieg in Angriff nahmen.

Gegen 16 Uhr erreichten wir Sougia, mussten noch etwas warten, bis wir unsere Zimmer in der Anlage “Stelios Rooms” beziehen konnten, meines war ganz okay, wenn auch wieder recht einfach, immerhin mit Kühlschrank und als einziges Zimmer hatte meines auch eine eigene, kleine Terrasse nach hinten raus, die allerdings direkt auf die Terrasse des Nachbarhauses schaute. Leider war die Unterkunft auch ziemlich weit vom Strand entfernt, das Meer war weder zu sehen noch zu hören, was schade war. Doof war auch, dass erst ein Teil der Koffer eingetroffen war, meiner noch nicht, ich musste noch bis 17:30 Uhr warten, ehe ich meinen Kulturbeutel mit Duschgel und frische Sachen zum Anziehen bekam. Die Zeit nutzte ich, um ein paar Getränke einzukaufen, auf der Terrasse zu entspannen und Fotos aufs Handy zu überspielen.

Zum Essen mussten wir in ein Lokal am Strand gehen, trafen uns dort wie immer um 19:30 Uhr. Angekündigt waren „sieben oder mehr Gänge”, tatsächlich wurde jedes Gericht, auch jede Beilage, als ein „Gang“ gezählt. Es gab Salat, mit Spinat und Käse gefüllte Teigtaschen, Zucchinigemüse, Kartoffelgemüse, Ziege und gegrillten Fisch, zum Abschluss Raki und für jeden ein Baklava. Zu trinken konnte man sogar original griechisches „Radler“ bestellen, das hier auch genauso hieß! Hinterher war ich ziemlich genudelt, das Essen war aber auch wirklich lecker. So “rollte” ich später ins Bett…

Montag, 07.10.2019: Lissos-Schlucht

Heute war mal wieder ein Tag zur freien Verfügung. Trotzdem wurde, wie auch schon am ersten Ruhetag das Urlaubs, vom Reiseleiter eine Tour angeboten, und zwar dergestalt, dass man mit einem Boot zum Kap Tripiti fahren und von dort wieder zurück wandern wollte. Nun war allerdings leider der Wetterbericht für den heutigen Tag ziemlich gräuslich, ab mittags waren 80 bis 90% Regen- und Gewitterwahrscheinlichkeit angesagt, kein Wetter, das einen wirklich zum Wandern verlockt. Außerdem war ich von den langen und durchaus auch anstrengenden Touren der Vortage irgendwie ein wenig “durch” und hatte daher schon am Vortag beschlossen, die angebotene Tour nicht mitzumachen.

Morgens beim Frühstück herrschte auch erst noch strahlender Sonnenschein, man konnte sich gar nicht vorstellen, dass sich das Wetter verschlechtern sollte. Sieben Leute aus unserer Gruppe fuhren also gegen 9 Uhr mit einem gecharterten Boot los, ich hatte mir stattdessen eine kleine Rundtour ab Sougia herausgesucht, damit ich mich einerseits doch ein bisschen bewege, andererseits aber auch gegen Mittag wieder zurück sein könnte, falls der Regen einsetzen sollte. Ich zog mir also meine Wandersachen wieder an und lief um 9:15 Uhr dann auch los. Erstes Ziel war die kleine Kapelle Agia Irini, die oberhalb des Ortes am Hang lag und zu der eine recht steile Schotterstraße quasi direkt hinter unserer Ferienwohnungsanlage bergauf führte. Während des Aufstiegs kamen auch schon in die ersten Tropfen herunter, kein richtiger Regen, es hörte auch bald auf, verhieß aber trotzdem nichts Gutes, denn in der Ferne über den Bergen brauten sich dunkle Wolken zusammen. Auch wenn wieder strahlender Sonnenschein herrschte, als ich bei der Kapelle angekommen war, überlegte ich deshalb doch kurzfristig, sofort wieder umzukehren, entschied mich dann letztlich aber doch fürs Weitergehen, so schlimm würde es schon nicht werden, hoffte ich. Tatsächlich lohnte sich die Tour auch unbedingt, es ging hinter der Kirche noch ein weiteres Stück bergauf und dann über eine abgeschiedene Hochebene, ein wunderbarer Weg , auf dem ich fast ganz allein war, nur dreimal traf ich auch andere Wanderer bzw. Gruppen. Am Ende der Hochebene folgte ein Abstieg in eine Schlucht, was ich bei der Planung gar nicht so realisiert hatte. Diese sogenannte Lissos-Schlucht war herrlich zu durchlaufen, durchaus etwas anspruchsvoll wie auch die bisherigen Schluchten mit kleinen Klettereinlagen, aber auch idyllisch und verwunschen, ein toller Ort.

Irgendwann traf ich dann auf den E4, dem ich noch ein kurzes Stück Richtung Lissos folgte, kehrte aber nach einiger Zeit wieder um. Auf diesem Stück des Weges sah ich auch die erste Schlange des Urlaubs, die war aber sehr klein und flink, ein Foto gelangt mir deshalb leider nicht. Der E4 zurück nach Sougia folgte im weiteren wieder der Lissos-Schlucht, am Hafen kam ich schließlich nach etwas über drei Stunden aus. Das Wetter hatte sich zum Glück gehalten, wurde sogar immer besser, die Sonne schien ab und zu, der Regen hatte sich irgendwie an den Bergen festgesetzt.

Den Nachmittag verbrachte ich auf dem Zimmer beziehungsweise auf meiner kleinen Terrasse, bis der Rest der Gruppe von seiner Tour zum Kap Tripiti zurückkam, wo es auch sehr schön gewesen sein soll, sogar eine Mönchsrobbe haben sie angeblich gesehen. Zum Abendessen gab es auch heute wieder mehrere Gänge, z.B. Okraschoten und Zucchinipuffer mit Minze als Vorspeise, Ziege und Fisch als Hauptgericht, Joghurt als Nachspeise, erneut alles sehr lecker.

Dienstag, 08.10.2019: Irini-Schlucht

Auf den Wetterbericht hier auf Kreta ist anscheinend auch kein Verlass. Nachdem gestern die Wettervorhersage 80 bis 90% Regenwahrscheinlichkeit ansagte und nur ganz wenige Tropfen am frühen Vormittag herunterfielen, regnete es heute bei einer angesagten Wahrscheinlichkeit von 40% Niederschlag nahezu während unserer gesamten Wanderung durch die Irini-Schlucht! Zum Glück nicht so doll, aber doch kontinuierlich, Regenschirm und Rucksack-Regenüberzug kamen daher auch zum Einsatz.

Morgens gab es wieder das übliche, kärgliche Frühstück in demselben Restaurant, in dem wir abends so üppig aßen, um 9 Uhr holten uns dort 2 Taxen ab und brachten uns zum Eingang der Schlucht. Eigentlich kostete die Schlucht auch Eintritt, aber heute war das Kassenhäuschen nicht besetzt, ob es am Ende der Saison liegt oder am Wetter, wer weiß, jedenfalls durchliefen wir daher umsonst die Schlucht von unten nach oben. Sie war wieder anders als die bisherigen, auch mit z.T. recht hohen Wänden, wenn auch nicht ganz so hoch wie die der Samaria-Schlucht, dafür war es hier üppig grün, viel Oleander und Platanen, ähnlich wie in der (kleineren) Lissos-Schlucht. Durch das herabgefallene Laub dieser Bäume sah es fast schon herbstlich aus, während der Oleander-Blüte ist es hier sicher aber auch sehr schön! Der Weg war relativ gut zu gehen, wenige Kletterstellen, teils steiniger Untergrund, aber insgesamt ganz okay und stets gut zu finden. Auch ein paar Picknickplätze gab es unterwegs, ferner zwei Quellen. Alles in allem eine schöne Wanderung, auch, wenn man sich durch den herbstlichen Anblick an manchen Stellen fast wieder wie in Mitteleuropa fühlte!

Kurz vor Ende der Schlucht bogen wir dann nach rechts in die Figou-Schlucht ein, eine kleine „Seitenschlucht“, die noch steiler nach oben führte. Da die drei schwächsten Wanderer uns am Abzweig verließen und direkt zum Endpunkt der Irini-Schlucht wanderten, zog unserer Reiseleiter das Tempo hier noch mal ziemlich an, wir sausten die Schlucht nur so hoch, vom sportlichen Aspekt her gesehen sicherlich okay, für meinen Geschmack im Urlaub aber doch wieder ein bisschen zu schnell, zumal ich mir dadurch die Zeit, Fotos zu machen, stets „abknapsen“ musste, um die Gruppe nicht zu sehr aufzuhalten ohne schlechtes Gewissen. Am Ende der kurzen Schlucht kam man auf eine Art Hochebene, von dort aus ging es auf einem teils angelegten Steinweg, teils auf Pfaden durch Garrigue wieder bergab, bis auch wir den Ausgang der Irini-Schlucht erreichten und auf die drei anderen Wanderer trafen. Diese saßen schon in der hiesigen Taverne, wir setzten uns dazu und aßen lecker und günstig, ich hatte Gyros, viel Fleisch, die hier üblichen, wabbeligen Pommes, (wenig) Tzatziki und köstliches Fladenbrot, mit frisch gepresstem Orangensaft und einem Cappuccino zahlte ich nur 13 €. Außerdem erstand ich noch ein Glas Honig für 7 €, das erst eine Woche zuvor vom Sohn des Hauses hier abgefüllt worden sein soll.

Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir zurück nach Sougia, etwas umständlich, denn erstens kam der über eine halbe Stunde zu spät und dann hatte der Fahrer auch noch Probleme, den richtigen Fahrpreis für 12 Leute zu ermitteln, benötigte dazu erst eine Dolmetscherin von den Passagieren! Schließlich dauerte die Fahrt auch noch über eine halbe Stunde, ganz schön lang, da wäre mit der Gruppe ein Taxi sicher günstiger und schneller gewesen.

Gegen 16:35 Uhr waren wir wieder in Sougia, liefen zum Hotel, duschten und entspannten erst einmal. Zum Abendessen treffen wir uns erneut um 19:30 Uhr im Lokal „Galini“ wie auch schon an den Abenden zuvor. Das Essen war auch heute recht gut, wenn auch wie immer die Gänge viel zu schnell nacheinander kamen, man hatte kaum Zeit, alles richtig zu verdauen. Diesmal gab es Krautsalat, Tzatziki, Okras, gefüllte Auberginen, Schwein, gegrillten Fisch und zum Nachtisch Baklava und Raki wie am ersten Abend. Auf dem Rückweg zur Unterkunft kaufte ich noch etwas Vorräte für das Picknick am Folgetag ein, da bei der Wanderung keine Taverne angesteuert werden könnte, abends trödelte ich noch etwas herum und machte heute erst recht spät das Licht aus.

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