Mein 1. “Marathon”

Mein 1. “Marathon”

Ich hab’s geschafft! Ich habe 42,195 km am Stück absolviert! Okay, ich bin nicht gelaufen, sondern nur gewandert, aber egal. Das Ergebnis zählt! Wie es dazu kam?

Im Netz bin ich in den letzten Wochen wiederholt über Berichte von Leuten gestoßen, die an sog. “Mammut-” oder “Megamärschen” teilgenommen haben, organisierte Wanderung von 50 oder 100 km. Wer macht sowas, hab ich mich gefragt. Wobei irgendwie meine Neugierde doch geweckt wurde. Kann das jeder mit genug Motivation? Welche Strecken würde ich wohl schaffen? Normalerweise ist es ja so, dass ich Wanderungen eigentlich so zwischen 10 und 20 km am liebsten mache, bis 30 km ist es noch okay, danach war ich aber meist schon ziemlich groggy, längere Touren habe ich bisher noch nie zurückgelegt. 50 km schienen mir da schon utopisch hoch, daher setzte ich mir als Ziel für meinen Langstreckentest einfach mal die Marathon-Distanz, die mir noch einigermaßen realistisch erreichbar erschien, zumal ich in den letzten Wintermonaten, seit meinem Urlaub auf Lanzarote nicht wirklich viel gewandert bin.

Die Strecke sollte vor meiner Haustür enden, damit ich im Anschluss an die Tour k.o. auf’s Sofa fallen kann, den Ausgangspunkt wollte ich deshalb mit der Bahn ansteuern. Ich entschied mich für Wuppertal und bastelte mir eine Route zusammen, die über 42,195 km von dort zu mir nach Hause führte. Sozusagen als “Backup” plante ich die Tour so, dass die letzten 20 km entlang der Ruhr und damit entlang der Bahnlinie der S6 verliefen, so hätte ich, wenn ich gewollt hätte, an mehreren Stationen einsteigen und auch mit der Bahn wieder nach Hause fahren können.

Los ging es also am Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel, von dort zum Tal der Düssel, ich streifte Wülfrath, es ging weiter bis ins Angerbachtal, von wo aus ich Ratingen-Hösel südlich umrundete und über die Niederberg-Bahntrasse bis nach Kettwig kam. Ab da folgte mein Weg der Ruhr, bis ich vor Essen-Werden abbog, durch den Heissiwald nach Bredeney aufstieg und schließlich über Rüttenscheid nach Hause lief. Ich habe tatsächlich die ganze Strecke durchgehalten, musste meinen “Plan B” nicht in Anspruch nehmen. Bis nach Werden ging es mir auch noch ganz gut, ab Bredeney, auf den letzten 5 km, ließen dann die Kräfte aber doch ordentlich nach, ich war am Ende froh, als ich endlich zuhause ankam.

Trotzdem bin ich im Nachhinein wirklich stolz auf meine Leistung, auch, wenn mir alle Knochen weh taten nach der Tour. Dummerweise habe ich mir in der Mittagspause beim Packen des Rucksacks auch noch einen leichten Hexenschuss geholt, der mich zusätzlich noch etwas handicapte, zum Glück hat der mich aber beim Wandern in Bewegung nicht beeinträchtigt, so dass ich die Tour zuende bringen konnte. Und was auch noch positiv war: keine einzige Blase hat sich gebildet, Socken und Schuhe waren also gut!

Ob ich sowas noch mal mache oder ich mich gar noch steigere? Ich weiß es noch nicht. Wanderungen z.B. im Urlaub werden bei mir zukünftig auch weiterhin sicher nicht diese Länge haben, aber vom sportlichen Aspekt her sind solche langen Touren ja durchaus interessant. Also mal sehen…

2 Comments

    1. Das Problem mit den Knien kenne ich auch. An diesem Tag hatte ich zum Glück gar keine Probleme damit, etwas über einen Monat später auf der Wanderung von Hagen nach Hattingen führten die wiederum dazu, dass ich die Tour ein bisschen eher abbrechen musste als ursprünglich geplant. Komische Sache, mal so, mal so… Man wird eben nicht jünger! 😉

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