Wandern in den Zeiten von Corona

Vor wenigen Wochen noch waren wir auf La Palma, konnten sorglos wandern und die Natur dort genießen, das Coronavirus war (noch) weit weg. Nun hat sich alles geändert, wir sind wieder zurück zuhause, und das Leben läuft einen komplett anderen Gang, als man das bisher gewohnt war.

Nicht nur hier übrigens, sondern mittlerweile auch auf La Palma. Wie ich gehört habe, kann man sich auch dort offensichtlich nicht mehr so frei bewegen wie wir noch vor ein paar Wochen, da hatten wir gerade nochmal Glück gehabt in unserem Urlaub! Wie nun aber umgehen mit den momentan sicherlich notwendigen Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie? Schließlich ist Sonntag, vorhergesagt war ein klarer, kalter Tag bei durchgängigem Sonnenschein, und den soll man zuhause verbringen? Das fällt einem ja auch irgendwie schwer. Zumal Bewegung an der frischen Luft durchaus empfohlen und angeraten wurde. Andererseits stand zu befürchten, dass sich in den fußläufig von meiner Wohnung aus erreichbaren Wäldern Essens an einem solchen Tag vermutlich heute Hunderte tummeln, wenn auch nicht auf einem Haufen, aber eben doch in großer Anzahl. So kam ich zu der Überlegung, dass es vermutlich am ehesten Sinn macht, wenn man nach draußen will, eine kurze Strecke mit dem Auto zu fahren und etwas entfernt vom Ballungsraum Ruhrgebiet eine kleine Runde im Wald zu drehen. Die Wahl fiel auf das Angerbachtal bei Ratingen. Unter der Vorstellung, dass dort vormittags noch wenig los ist, machten wir uns um 9:30 Uhr auf und kamen kurze Zeit später am Wanderparkplatz an. Der Rundweg (knapp 10 km) war bei tatsächlich herrlichstem Wetter auch wunderschön, trotzdem lag über der ganzen Runde irgendwie ein Schatten. Ab und an begegneten einem halt doch andere Wanderer, man ging dann hintereinander und möglichst am Rand des Wegs, jeder auf seiner Seite, um den notwendigen Abstand zu wahren (zumindest die meisten anderen Spaziergänger taten das), man schaute zur Seite und vermied es zu grüßen und sich anzusehen – ein seltsames Gefühl! Je später es wurde, umso mehr Menschen traf man auch, was mich hier überraschte und ich nicht erwartet hatte, letztlich war ich irgendwie froh, gegen 12 Uhr wieder am Auto angelangt zu sein, mit dem es dann rasch wieder nach Hause ging. Verbotenes haben wir an diesem Vormittag nicht gemacht, und trotzdem hatte ich kein wirklich gutes Gefühl.

Vom NRW-Ministerpräsidenten sind am Nachmittag keine wesentlichen neuen, verschärften Regelungen verkündet worden, was das Bewegen in der freien Natur betrifft, aber ich bin noch nicht sicher, wie ich mich hier zukünftig weiter verhalte. Vielleicht beschränke ich mich doch aufs Joggen unter der Woche von zuhause aus, mal sehen. Hoffen wir alle, dass die Pandemie bald wieder abklingen wird und wir zur “Normalität” zurückkehren können, auch, wenn es derzeit noch nicht danach aussieht.

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