Montag, 24.02.2020 – Vulkan San Juan

Morgens ließen wir es heute erst einmal besonders ruhig angehen und frühstückten gemütlich, ehe wir gegen 10 Uhr aufbrachen. Zuerst ging es noch einmal nach Argual, wo wir uns in der Glasbläserei eine Vase mit Lavagrus-Einsprengseln kauften, die uns beim ersten Besuch dort vor wenigen Tagen so gut gefallen hat. Als nächstes ging es nach Las Manchas de Abajo. Dort besuchten wir den Platz La Glorieta, den das palmerische Multitalent, der Sänger und Architekt Luis Morera, in Anlehnung an die Bauten von Antonio Gaudí gestaltet hatte – ein kleines, liebenswertes „Kunstwerk“ mit zahlreichen bunten Fliesen und daraus erschaffenen Motiven mit Bezug zu La Palma, etwa tropischen Pflanzen, Bananen, Eidechsen und so weiter. Von dort aus war es nicht mehr weit bis zum Startpunkt unserer heutigen Wanderung, in wenigen Minuten fuhren wir zur Wallfahrtsstätte Fatima und parkten dort das Auto. Ziel der Wanderung war der Lavastrom des Vulkans San Juan, der 1949 ausbrach, der vorletzte Ausbruch eines Vulkans auf La Palma. Das Heiligtum hatte man errichtet, da der Lavastrom auf wundersame Weise den darunter liegenden Ort verschont hatte und die Bewohner so ihren Dank ausdrücken wollten. Die Wanderung heute sollte nicht lang sein, nur 7 km, es gab aber doch auch wieder 500 Höhenmeter, also durchaus etwas fordernd. Diese Höhenmeter kamen auch direkt am Anfang, es ging erst über eine Straße und später dann durch einen Wald ziemlich steil bergauf, sodass man anfangs nur recht langsam vorwärts kam, nach etwas über einer Stunde und knapp zwei Kilometern hatte man aber die größte Steigung überwunden. Da der Weg auch (abgesehen vom ersten Abschnitt) im Wald verlief, war es nicht allzu heiß und die Strecke ließ sich gut bewältigen. Danach wurde der Lavastrom gequert, man hatte hier einen schönen Weg angelegt, der eindrucksvolle Blicke auf die erkaltete Lava bot. Besonders imposant war ein Lavatunnel, dessen Eingang man einsehen konnte, drinnen war es aber ziemlich dunkel, so dass ich mich nicht sehr viel weiter hervor wagte, da ich auch keine Taschenlampe dabei hatte. Auch ein Multi-Cache war in der Nähe noch zu finden, die Koordinaten davon mussten unten am Fatima-Heiligtum ermittelt werden, die Dose fand man dann aber erst hier oben. Wir legten eine ausgedehnte Mittagspause in Gesellschaft zahlreicher, hungriger Eidechsen ein, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Dieser verlief etwas nördlich des Aufstiegs, war nicht ganz so steil, aber auch nicht ganz so schön zu gehen, es ging nämlich teilweise über eine asphaltierte Straße und zum Schluss sehr, sehr lange durch einen grob steinigen Hohlweg. Zuletzt querten wir noch einmal den Lavastrom und kamen so wieder am Auto an nach etwas über vier Stunden Wanderzeit. Morgens hatte man übrigens den Eindruck, dass sich der von der Calima mitgeführte Sand langsam verziehen würde, leider war dieses aber nicht der Fall, im Laufe des Tages trübte es sich wieder mehr ein, so dass wir letztlich kaum noch schöne Aussicht hatten. Die ursprünglich für den nächsten Tag geplante Tour über die Ruta de los Volcanes musste ich deshalb erst einmal um einige Tage verschieben, ich hoffe, dass das Wetter gegen Ende unseres Urlaubs noch wieder aufklaren würde. Nach einem kurzen Einkauf im Hiperdino waren wir gegen 17 Uhr wieder an unserem Ferienhaus, entspannten noch kurz, ich nahm noch einmal ein kleines Bad im Pool, ehe wir gegen 18 Uhr zum Abendessen aufbrachen. Ursprünglich hatten wir uns das typische, kanarische Lokal „Balcon Taburiente“ ausgesucht, vor Ort mussten wir aber leider feststellen, dass es Montag und Dienstag Ruhetag hatte – schade! Alternativ fuhren wir daher nach Tazacorte, in der Hoffnung, dort zumindest ein geöffnetes Lokal zu finden, denn wegen des heutigen Rosenmontags schien das nicht so ganz einfach zu sein. Und auch in Tazacorte waren quasi sämtliche Lokale zu, lediglich die örtliche Pizzeria war geöffnet, etwas widerwillig kehrten wir dort ein, waren im Nachhinein aber doch positiv überrascht, denn nicht nur Pizza und Gnocchi waren lecker, sondern auch die Gofio-Mousse zum Nachtisch, mal ganz was anderes! Nach einem kurzen Spaziergang durch den abendlich beleuchteten Ort ging es wieder zum Auto und nach Hause, so endete ein weiterer, schöner und erlebnisreicher Tag auf La Palma!

51 km

Dienstag, 25.02.2020 – Faro de Fuencaliente, Vulkan Teneguia

Leider hatte sich in der Saharastaub immer noch nicht gelegt, wenn auch die Sicht ein wenig besser war als am Vortag. Trotzdem fiel aber ja schon am Vorabend der Entscheid, die ursprünglich geplante Tour auf der Ruta de los Volcanes erst einmal zu verschieben, um stattdessen direkt an die Südspitze der Insel zu fahren und die dortigen Vulkane zu erkunden, deren Ausläufer bis auf Meereshöhe abfallen. Gegen 9 Uhr ging es los, durch nahezu geisterhaft leere Straßen, für uns überraschend, dass heute am Faschingsdienstag quasi sämtliche Geschäfte beschlossen hatten… Die Qualität der Straße nach Fuencaliente war überraschend schlecht, allerdings wurde an allen Ecken und Enden schon gebaut, sodass man in ein paar Monaten vermutlich flott Richtung Süden kommen wird. In Fuencaliente angekommen mussten wir noch einmal mehrere Kilometer vom Ortsteil Los Canarios, der auf 600 m Höhe liegt, zum Meer hinabfahren, um dort unseren PKW am Leuchtturm an der Südspitze der Insel zu parken. Wir drehten eine interessante Runde auf dem mit auch deutschsprachigen Infotafeln versehenen Weg, der durch die neben dem Leuchtturm liegende Saline führte, die einzige auf La Palma, die heute noch im Familienbetrieb geführt wird, wenn auch natürlich staatlich unterstützt. Die Texte beschrieben anschaulich den Prozess der Salzgewinnung, leider erfolgt diese jedes Jahr nur von Mai bis in den Herbst, hatte im Moment Winterpause, so war jetzt hier nicht viel zu sehen. Stattdessen dienen die Salinen im Winter Zugvögeln als Rastplatz, auch diese waren aber nicht allzu zahlreich vertreten, lediglich wenige Möwen und Regenpfeifer sah man. Danach starteten wir dann unsere eigentliche Wanderung, die uns erstmal auf 400 m Höhe bergauf führte. In der hiesigen Lavalandschaft ging der Weg fast durchweg über Asche und Lavagrus, war in meinen Augen aber bis auf ein paar sehr steile Stücke durchaus angenehm und gut zu gehen. Die Temperaturen hielten sich auch noch in Grenzen, zwar waren es über 20 Grad, ein ständiger Wind kühlte uns aber, was anfänglich ganz angenehm war, später musste man sogar teilweise regelrecht dagegen ankämpfen, wenn er von vorne kam. Auf der Höhe schließlich erreichten wir die Weingärten, für die die Region auch bekannt ist, die sahen aber in meinen Augen überraschend kümmerlich und auch etwas vernachlässigt aus, kein Vergleich mit Weingärten, wie wir sie aus Deutschland, aber z.B. auch von den Azoren her kannten. Erstaunlich, dass hier dennoch so viel Wein produziert wird! Später ging es dann weiter durch vulkanische Regionen, wir legten am Roque Teneguia unsere Mittagspause ein und fanden dort auch unseren Cache des Tages. Auch hier gab es wieder extrem viele Eidechsen, teilweise schwirten uns bis zu zehn um die Füße herum, um ihren Teil vom Vesperbrot abzubekommen, womit wir uns natürlich zurückhielten. Danach ging es über eine abgedeckelte Wasserleitung, bis wir schließlich den Vulkan Teneguia erreichten, den eigentlichen Höhepunkt und das Ziel unserer Wanderung, den Vulkan, der auf La Palma als letzter 1971 ausgebrochen ist. Die Landschaft sah urtümlich und wirklich sehr wild aus, wie gerne wäre ich auch noch zum höchsten Punkt des Vulkans gewandert, den Weg dorthin musste ich aber nach der Hälfte abbrechen, da der Wind mittlerweile so stark zugenommen hatte, dass ich ansonsten Gefahr gelaufen wäre, von dem exponierten Grad herunter geweht zu werden, das wollte ich natürlich nicht riskieren! Auch so konnte ich aber schon einen tollen Eindruck vom Vulkan kriegen. Es folgte jetzt ein langer Abstieg quer durch den Lavastrom, der sich zum Meer ergoss. Hier hatte man wieder einen sehr schönen Weg angelegt, der uns bequem zurück zum Auto führte. Zurück im Ferienhaus sprang ich wieder in den Pool, wir lagen noch etwas auf den Liegen und kochten uns dann unser letztes Abendessen, denn am morgigen, allerletzten Tag des Aufenthaltes im Ferienhaus vor dem Ortswechsel wollten wir noch einmal essen gehen. Anschließend nahm ich noch die Online-Reservierung für den Parkplatz am Mirador Cumbrecita für den nächsten Tag vor, das war gar nicht so einfach wie ich dachte, denn man musste bei der Reservierung auch angeben, wie lange man oben zu bleiben gedachte, und da ab 10:30 Uhr schon alle Parkplätze belegt waren, blieb uns nur ein Zeitfenster von 8:30 Uhr bis 10:30 Uhr. Das hieß also morgen früher aufstehen als sonst, zum Glück sollten wir keine lange Anfahrt haben!

82 km

Donnerstag, 27.02.2020 – Llano del Jable

Leider hieß es heute schon wieder Abschied nehmen von unserem schönen Ferienhaus in Los Llanos, das uns die letzten 9 Nächte gut beherbergt und auch vor dem Winden der Calima geschützt hatte. Wir frühstückten ein letztes Mal, packten unsere Sachen ins Auto und meldeten uns telefonisch beim Vermieter, um uns zu verabschieden, er war ganz überrascht, dass wir heute schon wieder abreisen wollte, den Schlüssel sollten wir einfach im Schloss stecken lassen. Auf dem Programm für den Tag stand eine Wanderung zum Llano del Jable, mit der wir die kurze Fahrt zu unserer nächsten Übernachtung in der Hauptstadt Santa Cruz unterbrechen wollten. Die Anreise zum Startpunkt der Tour war nur kurz, gegen 10 Uhr waren wir schon dort im Ort Tacande. Die heutige Wanderung sollte etwas über 500 Höhenmeter aufweisen, diese erstreckten sich aber über eine Strecke von beinahe 5 Kilometern, der Anstieg war also die meiste Zeit über recht gemäßigt. Zunächst ging es noch über eine Asphaltstraße an mehr oder weniger schönen Häusern, verlassenen Feldern und einer Pferdefarm vorbei, ehe der Weg nach rechts abzweigte und dann über eine ganze Zeit etwas steiler bergauf ging. Auch dieses Stück ließ sich aber gut gehen, da wir uns in einem Kiefernwald befanden, wo die Temperaturen sehr angenehm waren, der Aufstieg war auch nicht so steil wie vor 3 Tagen zum Vulkan San Juan. Am Ende des Anstiegs legten wir eine erste kleine Rast ein, ehe wir uns auf die offene Hochfläche des Llano del Jable begaben, die geprägt war von kleinen, porösen  Lavasteinen (Lapili), die den Boden bildeten, und vereinzelt stehenden Kanarischen Kiefern. Im Gegenlicht gegen die Sonne leuchteten deren Nadeln sattgrün, wenn man allerdings mit der Sonne auf die Bäume schaute, merkt man, dass sie doch noch über und über mit Saharasand von der Calima überzogen waren, so beige-grau eingefärbt waren sie. Bei etwa 1250 Meter Höhe über NN erreichten wir den höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung, ab dort ging es wieder bergab, meist recht gemäßigt, zunächst lange Zeit über Lavageröll, was ordentlich auf die Knöchel ging, später dann wieder durch Kiefernwald und ganz zum Schluss auf einer Asphaltstraße. Ein paar meist deutsche Wanderer waren hier unterwegs, viele Leute trafen wir allerdings nicht, die meisten oben am Wendepunkt  unserer Tour, der allerdings auch mit dem Auto von der anderen Seite aus recht gut erreichbar war. Nachdem wir schon den größten Teil des Abstiegs hinter uns hatten, machten wir gegen 14 Uhr Mittagspause und waren eine knappe Stunde später wieder am Wagen. Inzwischen war es etwa 15 Uhr, Zeit , langsam Richtung Santa Cruz aufzubrechen.  Auf dem Weg tankten wir noch, das erste und vermutlich auch schon das vorletzte Mal in diesem Urlaub, danach ging es noch zum Aussichtspunkt Mirador del Llano del Jable etwas oberhalb, von wo aus wir das heute erwanderte Gebiet gut übersehen konnten, der Weitblick reichte bis hin nach El Paso und Los Llanos de Aridane. Schließlich fuhren wir nach Santa Cruz, wo wir etwa eine halbe Stunde später ankamen. Leider war die größte Ortsdurchfahrt unten am Wasser entlang auf der Avenida Maritima gesperrt, so dass wir einige Probleme hatten, unser Hotel in der Altstadt zu finden, zum Glück gelang es uns dank Naviführung durch enge Altstadtgassen dann aber doch. Vor dem Hotel „El Hotelito 27“ war in der schmalen Einbahnstraße leider auch keinerlei Möglichkeit gegeben zu parken, das Ausladen des Gepäcks und das Einchecken gestalteten sich daher etwas schwierig, klappten letztlich aber auch. Den Wagen parkten wir abschließend am nördlichen, wieder geöffneten Abschnitt der Avenida Maritima am Meer, stadtauswärts in Richtung Norden, wo wir auch in den kommenden Tagen immer einen kostenlosen Parkplatz finden sollten. Im Hotel duschten wir kurz, machten uns frisch, genossen einen ersten Blick von Balkon über die Dächer der Altstadt und gingen dann zum Essen. Im Lokal La Placeta an der Placeta de Borrero gab es Ziegenkäse mit verschiedenen Soßen als Vorspeise, wobei der Käse eher etwas gummiartig wie Halloumi schmeckte, der Weißwein von Teneguia, den wir tranken, war aber ebenso lecker wie das Gulasch mit Kartoffelpüree meines Freundes beziehungsweise die Ente mit Pflaumensoße und glasierten Zwiebeln von mir. Nach einem Café Solo zum Abschluss bummelten wir noch ein wenig durch die jetzt abendlich beleuchtete Altstadt und begaben uns dann zurück zum Hotel, um den Tag ausklingen zu lassen.

48 km

Montag, 02.03.2020 – Ruta de los Volcanos

Für den letzten Tag des Urlaubs hatten wir uns etwas ganz Besonderes aufgespart: die Wanderung entlang der Ruta da los Volcanos. Diese hatten wir eigentlich schon von Los Llanos aus geplant, wegen der vom Saharastaub der Calima verunreinigten Luft aber verschoben, denn bei Dunst hätte man die tollen Aussichten der Gratwanderung kaum genießen können. Heute war es nun aber soweit, die Paradetour der Insel La Palma stand an. Nachdem mein Freund entschieden hatte, dass ihm die gesamte Tour zu lang sei, mussten wir uns auch keine Gedanken mehr über einen Taxi-Shuttle vom Ende der Streckenwanderung zurück zum geparkten Auto machen, vielmehr haben wir uns dazu entschieden, dass er etwa das erste Drittel der Tour mit mir zusammen erwandert, dann aber zum Parkplatz nach El Pinar  umkehrt und von dort aus mit dem Wagen zum Endpunkt der Tour in Los Canarios fährt, um mich dort abzuholen – eine praktische Lösung, mit der wir beide zufrieden waren, auch wenn ich die gesamte Strecke natürlich auch gerne gemeinsam gelaufen wäre. Da einerseits 20 km zu erwandern waren und ich andererseits nicht wusste, wie die Strecke qualitativ war, brachen wir früh auf. Der Wecker ging um 6:15 Uhr, wir frühstückten Fertiggebäck und Müsli, das wir uns am Vorabend gekauft hatten bzw. das wir noch aus der Zeit in der Ferienwohnung hatten. Abfahrt war dann schließlich gegen 7:30 Uhr, wir verließen die Stadt wegen der Sperrung der Avenida Maritima gen Norden und fuhren auf der Umgehungsstraße im Bogen um Santa Cruz herum zurück Richtung Süden, nahmen dann die Straße nach Los Llanos. Hinter dem Tunnel unter der Cumbre bogen wir links ab und waren gegen 8:15 Uhr am Wanderparkplatz von El Pinar. Als wir dort eintrafen, waren wir das erste und einzige Auto, ansonsten war das riesige Areal noch komplett leer. Mein Freund berichtete aber, dass sich das bei seiner Rückkehr vollständig geändert hatte, da war der Parkplatz sehr voll, Würstchen wurden verkauft, Kinder spielten, es war einiges los. Der Wanderweg, markiert als GR 131, begann direkt hinter der Anlage und war von Anfang bis Ende durchgängig gut zu begehen, viel besser als ich das erwartet hatte. Weder die Anstiege, noch die Abstiege waren besonders steil. Morgens war es noch ziemlich frisch, T-Shirt, langes Hemd und Softshell mussten alle angezogen werden, das änderte sich aber im Laufe des Tags. Toll waren die Blicke Richtung El Paso, als sich vom Meer her dort Wolken hinein schoben. Später flossen dann auch noch ein paar Wolken über die Cumbre,  ein eindrucksvolles und für hier typisches Bild, wie wir es schon an den ersten Tagen unseres Aufenthalts gesehen hatten, bevor die Calima die Sicht vernebelte. Am Pico Bigiroyo zweigte ich vom Weg ab, denn diesen tollen Aussichtsberg wollte ich unbedingt besteigen. Leider war der kurze, direkte Anstieg von Westen als zu gefährlich offiziell gesperrt, sodass ich den längeren Anstieg von Süden wählen musste. Die Aussicht von oben war aber wirklich grandios in alle Richtungen und hinüber bis Teneriffa zum Teide. Zum Abstieg lief ich über den nächsten Vulkankrater Richtung Süden, unten angekommen war da dann auch wieder ein Schild angebracht, das den von mir genommenen Weg als zu gefährlich und deshalb verboten kennzeichnete, oben stand ein solches Schild aber nicht, insofern war ich mir auch keiner Schuld bewusst. Warum der Weg gesperrt sein sollte, erschloss sich mir auch nicht, er war zwar ziemlich steil und geröllig, aber stets gut erkennbar und mit etwas Vorsicht auch durchaus zu begehen. Der Weg führte uns weiter bis zum Hoyo Negro, wo wir eine erste Rast einlegten, mitgebrachte Brote aßen und uns dann trennten. Ich lief weiter Richtung Süden, schenkte mir den Aufstieg auf den Pico Nambroque linksab vom Weg, denn ich hatte heute noch genug Höhenmeter zu gehen. Stattdessen lief ich weiter auf dem Hauptweg und genoss grandiose Ausblicke in den Krater des Vulkans Duraznero. Danach zweigte ich dann noch einmal vom Weg ab, um den Pico Deseada 1 zu erklimmen, denn dieser war mit 1949 Metern über NN der höchste Gipfel der Cumbre, und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, zumal dort oben ein Cache versteckt war. Diesen fand ich übrigens, wie noch drei weitere, problemlos im Laufe der heutigen Tour, u.a. auch den ältesten Cache der Insel, der hier immerhin schon seit fast 19 Jahren liegt, ein ganz schönes Alter für einen Cache! Nach diesem Höhepunkt, von dem aus ich auch wieder tolle Ausblicke nach Teneriffa, jetzt aber auch noch nach La Gomera und El Hierro hatte, ging es stetig bergab, meist über weichen Lavagrus, ich kam zügig voran, zumal es auf den nächsten Kilometern auch nichts Spektakuläres zu sehen gab. Toll war dann wieder des Anblick des rötlich gefärbten Vulkans Martin, den ich natürlich auch noch bestieg in der Hoffnung, von dort einen Blick auf die Südspitze der Insel zu genießen, was mir aber leider nicht vergönnt war, hier lag alles unter dichten Wolken, nur der Blick darüber konnte weit schweifen. Also legte ich hier noch eine zweite Rast ein, genoss die Aussicht und machte mich dann an den weiteren Abstieg. Es folgten jetzt etwa 6 abschließende Kilometer bis Los Canarios. Der erste Teil davon verlief noch recht eindrucksvoll durch dunkle Lavalandschaft, war manchmal vernebelt durch aufziehende Wolken, danach wurde es dann aber recht eintönig, denn es ging kilometerweit durch lichten Kiefernwald ohne jegliche Aussicht. Wegen des weichen Untergrunds kam ich aber auch hier flott voran, auf den letzten zwei Kilometern wurde der Weg dann fester und steiniger, bis ich schließlich Los Canarios erreichte. Hier wartete mein Freund schon auf mich in einem Café an der Hauptstraße, wir tranken gemeinsam einen Kaffee, aßen süße Teilchen und machten uns dann, da es noch recht früh war, anschließend wieder auf den Heimweg nach Santa Cruz, verwarfen unseren ursprünglichen Plan, in Los Canarios zu Abend zu essen.

107 km