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Donnerstag, 09.12.2021 – Fundación Manrique und Cueva de los Naturalistas

Vor der Wanderung zu den Playas Papagayos habe ich noch ein paar andere Programmpunkte an diesem Tag „abgehakt“. Eigentlich hatte ich noch vier Wanderungen in petto, die ich auch alle gerne unternommen hätte in den letzten Tagen des Urlaubs. Das wäre dann vom Zeitaufwand allerdings kollidiert mit den diversen Besichtigungspunkten, die auch noch auf meinem Programm standen. Letztlich hatte ich mich daher schweren Herzens dazu entschlossen, die Wanderung von Caleta de Famara hinauf auf’s Kliff und wieder hinunter zu streichen, da ich ja schon einige andere im Famara-Gebirge gemacht hatte. Dadurch konnte ich die diversen anderen Besichtigungspunkte besser und vor allem stressfreier unterbringen, die ich noch ansteuern wollte.

Morgens um 10 Uhr fuhr ich also heute als erstes pünktlich zur Öffnung zur Fundacion Manrique und besichtigte das stylische Anwesen des lanzarotenischen Allround-Künstlers, das dieser hier auf mehreren Lavablasen errichtet hatte. Vom Typ her ist er schon eine interessante Persönlichkeit, einerseits ein ziemlicher Narzisst und Selbstdarsteller, andererseits aber auch ein großer Künstler, der viel für sein Heimatland getan hat und dementsprechend hier auch sehr verehrt wird. Beide Aspekte kommen in seinem zum Museum umgestalteten Haus ganz gut zur Darstellung. Besonders die quasi die Kellerräume bildenden Lavablasen unter dem Haus waren sehr schick eingerichtet, in heißen Sommern sicherlich ausgesprochen angenehm von den Temperaturen her. Die Einrichtung wirkte so ein bisschen 70er Jahre-mäßig, irgendwie passte das aber auch zum Künstler und seiner Zeit. Ausgestellt waren unter anderem viele Zeitungsausschnitte, teilweise sogar aus Deutschland, anhand derer man schon den Eindruck hatte, dass sich hier ein gewisses Jetset-Leben damals abspielte. Trotzdem: wie Manrique sein Haus und auch alle anderen Bauwerke in die Landschaft Lanzarotes integriert hatte, hat wirklich was Tolles und auch ein bisschen Visionäres. Als ich nach anderthalb Stunden wieder ging, war die Schlange am Eingang schon deutlich länger, auch hier hat es also Sinn gemacht, früh aufzukreuzen.

Es ging jetzt wieder zurück, an meinem Hotel vorbei und ein Stückchen weiter in die Geria, dort wollte ich mir noch den Lavatunnel Cueva de los Naturalistas anschauen. In etwa 300 Meter Entfernung finden sich zwei Eingänge dieses Tunnels, zu beiden kann man hinabsteigen, das Ganze erinnerte mich ein wenig an die Lavahöhlen im Craters of the Moon National Park in den USA. Leider war hier ein Begehen der Lavatunnel aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Recht eindrucksvoll war es aber trotzdem, vor allem der größere, südliche Eingang. Selbst der hier bei meinem Besuch gerade etwas heftiger einsetzende Regen hat dem keinen Abbruch getan.

Freitag, 10.12.2021 – Monumento al Campesino und Ermita de Nuestra Señora de los Dolores

Mitten im Inselinneren, nahe an meinem Hotel, findet sich noch ein weiteres Denkmal, das mal wieder von Cesar Manrique gestaltet wurde, nämlich das Monumento al Campesino, das „Denkmal für den Bauern“. Mehrfach bin ich mit meinem Mietwagen in den Tagen auf der Insel hier vorbeigefahren, einmal habe ich auch angehalten, um das Ganze näher in Augenschein zu nehmen. Auf den ersten Blick kann man den Titel nicht deuten, mit etwas Fantasie soll man aber einen Bauer mit seinem Hund und den typischen, lanzarotenischen Arbeitstieren Esel und Kamel erkennen – nun ja… Dem Monumento angegliedert ist noch ein kleines Museum, das auch sehr hübsch aussah, typische Lanzarote-Architektur inklusive kleinem, minarettartigem Turm. Allerdings hatte das bei meinem Besuch frühmorgens noch nicht geöffnet, so kam ich auch nicht zu einer Besichtigung.

Nördlich vom Monumento al Campesino liegt Mancha Blanca. Hier haben die Einwohner des Ortes aus Dankbarkeit genau dort eine Kirche errichtet hatten, wo einst der Lavastrom eines Vulkanausbruchs zum Stillstand kam. Auf meiner Fahrt zur Wanderung an der Caldera Blanca hielt ich dort kurz an, bestaunte das Gebäude und seine Lage, warf einen Blick ins Kircheninnere, zündete eine Kerze an und ging ein bisschen in mich. Am Tag davor bin ich zwar auch schon einmal hier vorbeigefahren, aber bei grauem Himmel und Wolken sah die Kirche viel weniger schön aus als an diesem sonnigen Tag.

Teguise

Nach der Wanderung an der Caldera Blanca – es war ca. 14:30 Uhr – hatte ich erst überlegt, noch kurz ins Hotel zu fahren und mich auszuruhen, allerdings wäre es dann doch etwas spät für die Stadtbesichtigung von Teguise geworden, deshalb machte ich mich mit dem Auto direkt auf dem Weg dorthin. Parken war auch hier kein Problem, wie in allen Städten auf Lanzarote waren ohne größere Schwierigkeiten freie Parkplätze zu finden. Als erstes steuerte ich den Palacio Spinoza an, den ich gerne besichtigen wollte, denn er wurde in mehreren Reiseführern als schönes Herrenhaus empfohlen. Darin untergebracht war gleichzeitig ein Timple-Museum. Der Bau und die Geschichte dieses kanarischen Nationalinstruments, einer kleinen Gitarre, wurden hier anschaulich geschildert. Das war sicher sehr nett, letzlich interessierte mich das Herrenhaus als solches aber noch mehr, das viel vom alten Charme der Kanarenhäuser ausstrahlte. Es war gut, dass ich direkt als erstes dorthin gegangen bin, denn um 16 Uhr wurden auch in diesem Museum die Türen schon wieder geschlossen, ich war der letzte Gast. Danach machte ich einen kleinen Stadtbummel, konnte alle weiteren Gebäude aber nur noch von außen sehen, die Kirche war verschlossen, ebenso wie das St. Franziskus-Kloster. Trotzdem gefiel mir die alte Hauptstadt mit ihrem Charme und der ruhigen, entspannten, fast ein wenig verschlafenen Atmosphäre sehr gut. In einem Souvenirladen kaufte ich ein Stück Ziegenkäse zum Mitnehmen, als ich wieder im Auto war, war es 17 Uhr.

Eigentlich wollte ich auch noch in Teguise essen, das Lokal, das ich mir ausgesucht hatte in der Nähe des Parkplatzes, war aber geschlossen, irgendwie war es auch noch recht früh, deshalb entschied ich mich dafür, zurück ins Hotel zu fahren, das Abendessen wollte ich dann dort einnehmen. Zuerst setzte ich mich aber noch einmal kurz auf dem Balkon, um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen, zumal ich das in den zurückliegenden Tagen ja quasi kaum habe tun können, da ich meist erst im Dunkeln wieder zurück kam und nach Sonnenuntergang war es zum Sitzen auf dem Balkon einfach zu kühl. Danach duschte ich, schrieb Tagebuch und ging dann runter zum Essen. Ich hatte als Vorspeise Ziegenkäse, als Hauptgericht Hühnchen mit Tomatensoße und kleinen Chorizo-Stücken darin, beides auch heute wieder recht lecker. Dann machte ich mich endlich ans Packen, was immer ein wenig Überwindung kostet, da es ja irgendwie anzeigte, dass der Urlaub nun definitiv zu Ende geht. Aber trotzdem musste es ja sein! Schließlich wurde ein letztes Mal auf Lanzarote das Licht gelöscht.

Samstag, 11.12.2021 – Jardín de Cactus

Der letzte Tag des Urlaubs brach an. Trotz der anstehenden Rückreise freute ich mich irgendwie auch schon wieder auf zuhause, zumal ich ja alleine unterwegs war und meine Erlebnisse nur am Telefon, aber nicht persönlich mit jemandem teilen konnte. Und so langsam hatte ich auch die meisten Ecken der Insel gesehen. Sicherlich hätte ich noch die eine oder andere Wanderung unternehmen können, das eine oder andere Lokal aufsuchen, aber im Grunde genommen war ich der Meinung, dass 9 Tage für eine Erkundung von Lanzarote durchaus ausreichend waren. Meinen Koffer hatte ich ja schon am Vorabend gepackt, so war ich um 8 Uhr ein letztes Mal unten zum Frühstück, das im Laufe der letzten Woche zwar nicht besonders abwechslungsreich war (es gab täglich mehr oder weniger dasselbe), aber doch so vielfältig, dass man das für eine Woche gut aushalten konnte. Ich zahlte anschließend die im Hotel eingenommenen Mahlzeiten, verstaute meinen Koffer im Auto, inspizierte noch einmal mein Zimmer, um auch nichts zu vergessen, und fuhr dann gemütlich zu meinem letzten „Programmpunkt“ auf Lanzarote, dem Jardin de Cactus in Guatiza.

Dieser – „natürlich“ von Cesar Manrique gestaltete – Kaktusgarten öffnete wie alles hier erst um 10 Uhr, so hatte ich ausreichend Zeit und war pünktlich vor Ort. Das Areal war zwar kleiner, als ich das erwartet hatte, trotzdem aber nicht überfüllt und vor allem so abwechslungsreich, dass zumindest mir das gar nicht auffiel. 1,5 Stunden habe ich hier problemlos und entspannt verbracht. Wenn ich noch etwas hätte essen oder trinken wollen, wäre auch das in der hübsch gelegenen Cafeteria gut möglich gewesen. Abgesehen von der schönen Anlage beeindruckten mich vor allem die unglaublich abwechslungsreichen und vielfältigen, zahlreichen, hier angepflanzten Kakteen. So eine Vielfalt, was Form, Größe und z.T. auch die Blüten anbelangte, hatte ich nicht erwartet. Ich hätte nie gedacht, dass mich das so überraschen würde. Für mich war das noch mal ein unerwartetes Highlight am letzten Tag, zumal ich jetzt eigentlich nicht so sehr der Kakteenfreund bin. Man hatte hier aber offensichtlich Kakteen und andere Sukkulenten aus der ganzen Welt zusammengetragen, die im wüstenhaften Klima Lanzarotes gut wuchsen und einem zeigten, wie vielgestaltig diese Pflanzengruppe ist. Einziger Wermutstropfen, der aber heute kaum ins Gewicht fiel, war die Tatsache, dass sich die Sonne während meines gesamten Besuches dort quasi nicht einmal zeigte, erst später, auf der Fahrt zum Flughafen, das war irgendwie doof. Auf jeden Fall war ich froh, heute noch hierher gefahren zu sein und kann einen Besuch jedem Pflanzeninteressierten nur empfehlen.

Gegen kurz vor 12 Uhr verließ ich den Garten und machte mich auf in Richtung der Hauptstadt Arrecife bzw. des nahegelegenen Flughafens. Kurz davor steuerte ich noch eine Tankstelle an, die ich mir am Vortag im Internet herausgesucht hatte, um den Wagen, wie erforderlich, voll zu tanken und war dann gegen 12:15 Uhr an der Abgabestation von Cicar/Cabrera Medina. Die Rückgabe verlief völlig problemlos, außer der Frage, ob alles okay war, wo der Wagen steht und ob er vollgetankt ist, wollte niemand etwas wissen, auch eine Inspektion auf „Macken“ oder Ähnliches erfolgte nicht. Blöder war es dann im Flughafen, dort wurde zwar immer wieder auf die Corona-Schutzmaßnahmen per Lautsprecher hingewiesen, man selbst tat aber nicht allzuviel dazu, diese auch umzusetzen, das Flughafengebäude war für die Menschen hier unter Corona-Bedingungen eigentlich zu klein und man schien sich auch nicht besonders große Mühe zu geben, die Bildung von Menschenschlangen zu verhindern. Nachdem ich dann doch glücklich eingecheckt hatte und durch die Sicherheitskontrolle war, wollte ich vor dem Flug noch etwas essen, kaufte mir daher in einem der Lokale hier ein (teures) Bocadillo, ein Croissant und Getränk und aß das dort, als schließlich auch mein Flug schon zum Boarding bereit war. Ich suchte noch einmal eine der (hier ebenfalls nur sehr spärlich gesäten) Toiletten auf, sputete zum Gate und war plötzlich schon einer der letzten, der in den Transferbus bzw. von diesem ins Flugzeug stieg. Ab jetzt wurde es wieder entspannter, ich hatte zum Glück wieder eine komplette Dreierreihe für mich allein wie auch schon auf dem Hinflug. Der 4:05 Stunden dauernde Flug hob pünktlich ab, verlief ruhig und landete verfrüht gegen 20:15 Uhr in Düsseldorf. Die Passagiere waren beim Aussteigen ziemlich diszipliniert, das Aussteigen nach Reihen nach Ansage durch das Personal klappte einwandfrei. Auf das Gepäck musste ich relativ lange warten, auf Thomas nicht, der stand zum Glück direkt hinter dem Ausgang und brachte mich schließlich um 21:30 Uhr wieder nach Hause.

🚗 44 km

Gesamt: 🚗: 689 km / 🥾: 114 km

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