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Fogo 2

Donnerstag, 06.12.2012 – Abstieg zur Küste durch den Wald von Monte Velha

Nach einer kalten, bei warmer Decke aber angenehmen Nacht, zum Glück ohne nochmaligen Durchfall, standen wir wie üblich auf, frühstückten, packten und waren um 9 Uhr abreisebereit. Da der Weg zunächst identisch mit dem vom Dienstag war, nahmen wir heute ein gemietetes Aluguer, ein typisches, caboverdisches “Sammeltaxi” und fuhren auf der Pritsche dieses Wagens, um die erste Stunde des Wegs abzukürzen. Wir begannen unsere Wanderung durch den Monte Velha-Wald daher erst kurz vor dem Gate, wo der Pritschenwagen uns absetzte und wir einen letzten Blick auf den Vulkankessel werfen konnten. Von dort aus hatten wir einen Abstieg von ca. 1300 Höhenmetern vor uns. Trotz der Höhendifferenz und des z.T. sehr steilen Weges war die Wanderung angenehm zu gehen, und auch der Wechsel der Vegetation war abwechlsungsreich und interessant. Im oberen Teil des Wegs wirkte die Natur eher mitteleuropäisch, fast australisch (wegen vieler Eukalyptus-Bäume). Als wir ein Stück tiefer kamen, passierten wir regelrechten Nebelwald mit Flechten an den Bäumen, schließlich wurde es tropisch mit Agaven, Kaffee, Bananen und Orangen. Das Wetter war die ganze Zeit über traumhaft schön, nur auf einem kurzen Stück liefen wir durch Nebel, hatten aber sonst tolle Blicke auf die Wolkendecke bzw. später auf die Küste unter uns. Tiere ließen sich leider nur wenige blicken, lediglich ein paar Vögel und Eidechsen, leider sahen wir aber nicht die erhofften Eisvögel, die hier häufig sein sollten.

Schließlich erreichten wir den Ort Pa Antonio, wo uns unser Bus abholte und erstmal nach Mosteiros fuhr. Dort tranken wir einen Kaffee im Lokal “Tchon de Café” und kauften anschließend (an einer Tankstelle!) günstig lokalen Kaffee ein, bevor wir noch etwas über 1 Stunde weiterfuhren bis nach São Filipe, den Hauptort der Insel, wo wir unsere Zimmer im 4*-Hotel “Xaguate” bezogen. Das Hotel war wirklich gut, hatte Pool mit Meerblick, leider war es aber so neblig, dass man die benachbarte Insel Brava in der Ferne nicht sehen konnte. Wir hatten ein wenig Zeit, uns abends am Pool zu entspannen, bevor wir gemeinsam um 19 Uhr in die Stadt gingen zum Abendessen im Restaurant “Tropical Club”. Hier konnte man endlich mal wieder bei angenehmen Temperaturen im Innenhof sitzen, schließlich befanden wir uns hier auf Meereshöhe und nicht mehr auf über 1000 Meter. Dazu gab es auch diesmal ein wirklich wieder sehr leckeres Essen, ich hatte Garupa, eine Barschart (Königs- oder Erdbeerbarsch) mit sehr zartem Fleisch, keine Gräten im Filet, dazu eine Soße mit Oktopus-Stücken – köstlich! Die Gruppenkasse war inzwischen leer, daher mussten wir jeder nochmal ein wenig “nachzahlen”, na ja, der Betrag war überschaubar. Leider soll es mittlerweile auch in São Filipe nachts auf den Straßen nicht immer ganz ungefährlich sein, daher gingen wir anschließend geschlossen zurück ins Hotel und fielen satt und erschöpft in endlich mal wieder weiche, große und bequeme Betten.

Freitag, 07.12.2012 РṢo Filipe

Der letzte Urlaubstag brach an, und somit irgendwie auch schon der Beginn der Rückreise, daher verlief alles nur noch mäßig entspannt. Da der Inlandsflug von Fogo nach Santiago erst nach dem Mittagessen starten sollte, hatten wir bei herrlichem Sonnenschein und sehr warmen Temperaturen aber zunächst mal noch einen ganzen Vormittag Zeit, die Stadt zu erkunden, was sich wirklich lohnte, in meinen Augen war São Filipe die schönste, bunteste, gepflegteste, entspannteste und am besten überschaubare Stadt bisher hier auf den Kapverden. Mit unserem Reiseleiter, der hier mal für 1 Jahr gelebt hatte, machte ein Teil der Gruppe inkl. mir zunächst wieder einen Stadtrundgang, während sich der andere Teil am Pool entspannte. Wir besuchten das Wasserhaus, so eine Art Notfalltank in Trockenzeiten, den Hauptplatz Alto São Pedro, die Markthallen und einige der hier typischen Kolonialhäuser, der sog. Sobrados. Danach setzte ich mich ab vom Rest und lief noch ein wenig allein umher, u.a. zum Rathaus, zur Kirche, fotografierte und kaufte noch ein paar Souvenirs ein inkl. einer CD mit einheimischer Musik. Letztere erstand ich in den Markthallen, wo man sich die Musikauswahl frei aus einer Liste zusammenstellen konnte, die CD wurde dann direkt vor Ort gebrannt, natürlich schwarz, so eng sieht man das mit Urheberrechten auf den Kapveden offensichtlich nicht.

Schließlich war es Zeit, ins Hotel zurückzugehen, auszuchecken und zum Flughafen zu fahren, wo uns die Hiobsbotschaft erreichte, dass auch dieser Flug, der eigentlich um kurz nach 13 Uhr abheben sollte, auf 18 Uhr verschoben werden musste, heute wegen Maschinendefekt! So richtig problemlos hat also fast keiner unserer Inlandsflüge geklappt, aber die Fluggesellschaft TACV ist dafür, wie gesagt, auch hinlänglich bekannt. Immerhin karrte man uns im Aluguer zurück in die Stadt, wo wir auf Kosten von TACV im Restaurant “Open Sky” ein durchaus leckeres, warmes Mittagessen erhielten. Irgendwann hieß es dann plötzlich, dass wir doch schon um kurz nach 15 Uhr losfliegen könnten, also ging’s zurück zum Flughafen, und tatsächlich hoben wir schon um 15:15 Uhr ab, waren ½ Stunde später bereits wieder auf der Insel Santiago. Heute waren die Ausblicke auf den Vulkan bei toller Sicht besonders schön, eigentlich saß ich rechts, konnte mich aber bei nicht voller Maschine ans Fenster links umsetzen. Vor der Landung auf Praia mussten wir noch eine “Ehrenrunde” drehen, da laut Pilot “zu viele Vögel auf der Landebahn” waren, die erst verscheucht werden mussten…!

Nach der Landung machten wir zunächst unseren Ausflug nach Cidade Velha, den ich zuvor schon beschrieben habe. Danach ging es mit dem Bus, der uns in ca. 30 Minuten hierher gebracht hatte, jetzt noch etwas weiter zu unserem Tageshotel, wo wir, jeweils zu viert, bis zum Abflug noch ein Zimmer hatten. Dort konnten wir duschen, die Koffer ein letztes Mal umpacken und uns so vorbereiten auf den Temperatursturz von +30 Grad hier auf -5 Grad Celsius, die uns bei unserer Rückkehr nach Deutschland erwarten sollten. Es gab dann noch ein leckeres Abendessen (für mich noch einmal Thunfisch), bevor wir unserem Reiseleiter, der seine Sache wirklich toll gemacht hatte, sein Trinkgeld überreichten. Um 21 Uhr ging’s dann schließlich zurück zum Flughafen, unterwegs setzten wir noch 3 Mitglieder unserer Reisegruppe an ihren Stadthotels ab, da diese eine Verlängerung gebucht hatten. Wir restlichen konnten dann gegen 22 Uhr am Flughafen unsere Koffer einchecken, es folgte der Abschied vom Reiseleiter Wolfgang, danach warteten wir 1 ½ Stunden in der Abflughalle, bis um…

Samstag, 08.12.2012 – Rückreise

Punkt Mitternacht der TAP-Flieger aus Lissabon hier landete, der uns dorthin zurückbringen sollte. Nachdem das Gepäck entladen und alle Passagiere ausgestiegen waren, konnten wir an Bord und gegen 1:10 Uhr hoben wir ab Richtung Europa. Nach 3:45 Stunden Flug und mit einer Stunde Zeitverschiebung landeten wir in Lissabon, wo heute morgen regelrecht Hochbetrieb herrschte. Wir verabschiedeten die Mitreisenden, die Anschlussflüge nach München bzw. Zürich hatten und bestiegen als letzte, jetzt noch zu viert, unsere Maschine nach Frankfurt. Leider hatte sich hier inzwischen eine derart dicke Nebelwand gebildet, dass man die Hand vor Augen nicht sehen konnte und dadurch der ganze Flugplan aus dem Takt geriet. Erst mit 2 Stunden Verspätung konnten wir abheben, solange mussten wir erst noch im Transferbus bzw. später dann im Flieger warten. Es folgte ein ruhiger, dreistündiger Flug über Spanien, Teile der Pyrenäen, die Biscaya, Frankreich und schließlich die schneebedeckten Berge von Westerwald und Taunus, bis wir um 14:15 Uhr in Frankfurt landeten. Das Gepäck kam rasch, mein Koffer war schon das 4. Gepäckstück auf dem Band, und nach Ziehen des Rail&Fly-E-Tickets aus dem Automaten konnte ich zum Glück schon um 15:09 Uhr einen pünktlichen und durchgehenden ICE nach Hause besteigen. Die Fahrt durch die weiße Winterlandschaft war wirklich schön, wenn auch ein großer Kontrast zu den letzten Tagen. Unterwegs baute der Zug noch 15 Minuten Verspätung auf, aber um 17:15 Uhr war ich dann doch wieder daheim, wo ich vom Bahnhof abgeholt wurde, und gegen kurz nach halb sechs schließlich sah ich die eigenen 4 Wänden wieder, wo die Heizung schon auf Hochtouren lief – wie schön! 14 erlebnisreiche Tage gingen so zu Ende!

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