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Santo Antão 3

Donnerstag, 29.11.2012 – Wanderung im Paúl-Tal

Eine Wanderung im Paúl-Tal stand heute auf dem Programm. Da wir vor einigen Tagen die Aussicht vom oberen Ende, der Cova de Paúl, ja schon genossen haben, entschieden wir uns gegen den Abstieg von ganz oben, stattdessen für eine Wanderung unten im Tal, die einen guten Einblick in die Kulturlandschaft der Gegend gab, durch üppig wucherndes, tropisches Grün führte und wieder einen ganz anderen Eindruck von der Insel bot. Zwar trafen wir auch am ersten und zweiten Tag auf Santo Antão immer wieder auf Spuren der Landwirtschaft, aber so grün und so feucht wie hier war es bisher noch nirgends. Irgendwo am Ende des Tals, kurz bevor die Straße aufhörte, liefen wir los am Osthang, vorbei an Terrassen zum Anbau von Yams, Maniok und vielen Obstbäumen (Banane, Mispel, Guave, Orange u.a.). Der Weg verlief in stetigem Auf und Ab, die erste Pause machten wir bei einer Kaffeeplantage, wo es für kleines Geld leckeren, frisch aufgebrühten Kaffee gab. Weiter ging der Weg, immer auch an blühendem Zuckerrohr vorbei, zuletzt steil bergauf bis zu einem kleinen Sendemast, wo wir unsere Mittagsrast einlegten. Heute gab es zur Abwechslung mal einen leckeren Salat aus Reis und Gemüse, den unser Reiseleiter für uns organisiert hatte – schmeckte wirklich köstlich! Es folgte ein langer Abstieg durch Yamsterrassen, vorbei an z.T. sehr schmucken Häuschen, schließlich ging’s nochmal bergauf und dann aber in einer Levada wieder bergab in den Ort, wo wir im Lokal „O Curral“ des österreichischen Auswanderers Alfred einkehrten. Hier gab es köstlichen Fruchtsaft, außerdem probierten wir diverse Grogues, bis ich mich entschloss, den stärksten, leckersten, aber leider auch teuersten zu kaufen. 200 ml kosteten 7 €, bei 80 % Alkohol soll man den aber auch problemlos verdünnen können…

Schließlich ging’s nach einer der bisher schönsten Wanderungen dieses Urlaubs zurück nach Ponta do Sol, wo wir kurz im Hotel eine Pause einlegten. Ich duschte, schrieb Tagebuch und Postkarten und ging gegen 19 Uhr in ein Internetcafé, wo ich günstig nach Deutschland telefonieren konnte. Anschließend gab’s Abendessen im Lokal Lanchonete Lita in der Nähe des Hafens. Das hatten wir vorbestellt, es gab als erstes Ziegenkäse mit Zuckerrohrsoße, den fand ich aber nicht so lecker wie den Ziegenkäse mit Papayamark, den wir am 1. Tag des Urlaubs bekamen. Danach gönnten wir uns Langusten, nicht ganz preiswert, recht mühsam zu essen, aber wirklich sehr, sehr lecker! Der Nachtisch war ein Ziegenkäsepudding, auch der schmeckte wieder gut, ähnlich wie ein Käsekuchen. Dazu spielten 3 Kapverdianer für uns Lieder auf Gitarre, Trommel und so einer Art Ukulele, das war heute sehr schön und stimmungsvoll, die drei hatten eindeutig mehr drauf als die Combo vor ein paar Tagen in Cruzinha da Garça. Der ganze Abend kostete inkl. Trinkgeld und Weißwein CVE 3500, war es aber sicher auch wert und rundete diesen schönen Tag gelungen ab.

Freitag, 30.11.2012 – Wanderung von Garça de Cima nach Lagoa

Wie üblich standen wir gegen 7 Uhr auf, diesmal nach einer eher unruhigen Nacht mit viel Sturm, der das ganze Haus zum Wackeln brachte. Außerdem hatte ich leider ein wenig Sodbrennen, wahrscheinlich vom Vinho Verde des Vorabends. Nach dem Frühstück tauschte ich in einer Bank nochmal Geld um, ehe wir das Residencial Ponta do Sol verließen und eine etwas längere Strecke zum Start unserer heutigen Wanderung in Garça de Cima fuhren. Von dort aus ging es zu Fuß erstmal fast 1000 Höhenmeter nur bergauf, die Gegend war deutlich weniger besiedelt als an den Vortagen und auch die Vegetation nahm mit der Höhe immer mehr ab, der Weg war aber auch hier wieder sehr gut ausgebaut, zum Großteil sogar gepflastert! Anfangs waren die Bergspitzen sämtlich in Wolken gehüllt, erst als wir im Nebel den höchsten Punkt der Tour auf einem Grat erreichten, riss der Nebel langsam auf, was uns tolle Ausblicke bis hinab zum Meer bescherte. Insgesamt war es ein sehr eindrucksvoller Aufstieg. Oben umrundeten wir dann, ab jetzt eben bis leicht abschüssig, die Hochebene von Lagoa, von wo aus man schon wieder die Nachbarinsel São Vicente sah. Bei einem Hirten probierten wir noch leckeren, frischen Ziegenkäse aus eigener Produktion, 1 Stück sollte CVE 150 kosten, was hier der “Standardpreis” zu sein schien. Danach liefen wir noch ein Stückchen weiter bis zum verabredeten Treffpunkt nach Lagoa, wo unser Bus schon auf uns wartete. In 1 Stunde ging es erst über eine Piste, danach wieder die Straße hinab zum Hafen in Porto Novo, wo wir die Fähre zurück nach São Vicente bestiegen. Vorzeitig, gegen 16:50 Uhr, legte sie ab, und wie das Wetter der letzten Nacht und auch des bisherigen Tages befürchten ließ, wurde es eine sehr stürmische und unruhige Überfahrt, ganz anders als die Hinfahrt, ich war diesmal froh, dass alles nach einer Stunde vorbei war. In der Pension Che Guevara in Mindelo bekamen wir diesmal ein noch größeres und besseres Zimmer. Um 19:30 Uhr waren wir wieder verabredet zum Abendessen wenige Meter von der Pension entfernt an der Strandpromenade, und endlich konnten wir mal wieder draußen im Freien bei lauer Luft sitzen. Es gab sehr leckeren Fisch (drei verschiedene Sorten) inkl. Beilagen, zuvor noch eine Art Fischcarpaccio oder Ceviche, als Nachtisch Windbeutel aus Crepeteig mit Banane, alles zusammen für CVE 1700. Gegen 22:15 Uhr waren wir zurück in unserer Unterkunft, und nach Tagebuchschreiben und noch etwas Lesen machte ich dann irgendwann das Licht aus.

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