earthgui.de

Tortuguero NP

Tag 15 – 26.02.2023: Fahrt in den Tortuguero Nationalpark

Auch heute Nacht hat es geschĂŒttet, aber gegen Morgen ließ der Regen zum GlĂŒck wieder nach. Knapp 3 Stunden Fahrt lagen vor uns. Es ging zuerst zurĂŒck zur Hauptstraße, die von San JosĂ© nach Osten an die KĂŒste fĂŒhrt, ein StĂŒck auf dieser entlang und bei Guapiles wieder ab Richtung Norden. In einem Pali-Supermarkt kauften wir ein letztes Mal ein, fĂŒr zuhause erstanden wir als weitere Souvenirs noch schwarze Bohnen und Salsa Lizano, die typisch costaricanische WĂŒrzsauce. Einige Kilometer spĂ€ter erreichten wir schließlich La Pavona, wo es mittlerweile wieder zu regnen angefangen hatte, wenn auch nicht sehr stark. Das Boot, das wir fĂŒr den Transfer zur Lodge Lapa Verde ausschließlich fĂŒr uns hatten, wartete bereits und bald ging es auch schon los. Der Ort Tortuguero ist nĂ€mlich nicht per Straße, sondern nur per Boot zu erreichen. Ca. eine Stunde dauerte die Fahrt. Wir fuhren auf einem gewundenen Fluss, dem Rio Suerte, bis dieser schließlich auf einen deutlich breiteren Strom traf, an dem dann auch unsere Lodge lag. Unterwegs fuhr der BootsfĂŒhrer manchmal etwas langsamer, wenn Tiere zu sehen waren, oft war das aber nicht der Fall, die beste Ausbeute waren ein Eisvogel und ein Schlangenhalsvogel, die schön fotogen posierten. Die Lodge war recht schlicht, aber schön angelegt, nur ein Teil der Wege nicht befestigt, das war bei dem Regen nicht so toll, da ziemlich schlammig.

Wir hatten knapp 2 Stunden Zeit zum Erkunden der Anlage, ehe das Boot wieder auf uns wartete und uns in den Ort Tortuguero brachte, was nur ca. 10 Minuten dauerte. Der Ort war nicht wirklich sehenswert, ein paar karibisch-bunte HĂ€user, ansonsten aber komplett auf Tourismus ausgerichtet und trotzdem etwas Ă€rmlich, der Strand ziemlich vermĂŒllt, ganz anders, als wir das von Manuel Antonio oder SĂĄmara her kannten – schade! Vermutlich lag es daran, dass hier wegen des Seegangs kein Badestrand war, die meisten Touristen kamen nur fĂŒr ein, zwei oder drei Tage, und den hier im Herbst laichenden Schildkröten war’s garantiert egal! Highlight unserer Runde durch den Ort waren drei grĂŒne Aras, die ĂŒber unsere Köpfe hinweg flogen und toll in den BĂ€umen ĂŒber uns posierten, wo sie die FrĂŒchte der BĂ€ume fraßen. Um 16:00 Uhr ging es wieder zurĂŒck per Boot in die Lodge. Dort unternahm ich noch einen Versuch, einen Trail zu laufen, der von der Anlage aus am Fluss entlang fĂŒhrte, gab das aber rasch wieder auf, da ich nur ein kurzĂ€rmeliges Hemd anhatte und keinen MĂŒckenschutz aufgetragen, so dass Tausende MĂŒcken sich auf mich Wehrlosen stĂŒrzten, sobald ich stehen blieb. Egal, ein paar schöne Tierfotos habe ich auch heute wieder schießen können, auch die Oropendulas, die ihre hĂ€ngenden Beutelnester hoch in den BĂ€umen bauten, waren interessant zu beobachten. Abendessen gab’s in der Lodge (woanders hĂ€tte man ja auch gar nicht hin gekonnt ohne Boot…), inkl. Saft sowie Kaffee und Kuchen war das auch hier aber wieder recht lecker. Da wir morgen recht frĂŒh raus wollten, ging’s heute auch nicht allzu spĂ€t ins Bett.

Tag 16 – 27.02.2023: Tortuguero Nationalpark

Um kurz vor 5:00 Uhr ging schon der Wecker. Wir sollten uns nĂ€mlich um 5:45 Uhr am Steg einfinden fĂŒr eine erste, frĂŒhmorgendliche Bootstour. Das Boot kam mit leichter VerspĂ€tung (wir sind hier schließlich auf der karibischen Seite von Costa Rica, da sieht man das nach Aussage von Diego alles lockerer!), und um 6:00 Uhr ging es los. Das Wetter war schön, trocken und angenehm mild, da ließ es sich auf dem Boot gut aushalten. Heute hatten wir allerdings ein anderes als am Vortag. Das heutige war kleiner, hatte kein Dach, so war die Sicht nach oben freier und besser. Die Route fĂŒhrte diesmal nicht in den Nationalpark hinein, sondern auf einen Kanal außerhalb, den Caño Palma nördlich unserer Unterkunft. Viel Tierleben war dort nicht zu finden, aber die Morgenstimmung war sehr schön, v.a. das Licht und die spiegelglatte WasseroberflĂ€che mit interessanten, geometrischen Relexionen der Palmwedel. Außerdem sahen wir einige Reiher, zwei Ibisse und als krönenden Abschluss dann auch unseren ersten Kaiman, der fotogen und still im Wasser lag. Um 8:00 Uhr waren wir wieder in der Lodge und freuten uns erstmal auf’s FrĂŒhstĂŒck. Anschließend drehte ich noch eine weitere Runde durch die Anlage, diesmal besser gegen die Attacken der MĂŒcken geschĂŒtzt. Ich erwanderte mir Teile des Trails an Flussufer, wo ich, abgesehen von (Pfeilgift-)Fröschen und einem Klammeraffen keine weiteren Tiere mehr sah. Nach der Runde gesellte ich mich zu Thomas in unser Zimmer und holte erstmal den fehlenden Nachtschlaf nach.

Gegen 12:00 Uhr war ich wieder wach, und um 14:30 Uhr sollte uns ein Boot zur 2. Tour des Tages abholen, Diesmal sollte es direkt in den Nationalpark gehen. Als erstes mussten wir aber die Verwaltung des Nationalparks ansteuern, wo Diego unsere Gruppe nochmal registrieren musste. Die Nachmittagstour dauerte genauso lang wie die Morgentour, allerdings waren jetzt viel mehr Boote unterwegs, am Morgen waren wir auf unserem Kanal ganz allein. Die Ausbeute an Tieren war Ă€hnlich: vor allem Reiher waren zu sehen, diesmal aber auch zahlreiche GrĂŒne Leguane und bestimmt vier oder fĂŒnf Kaimane diverser GrĂ¶ĂŸen, von winzig klein bis mittelgroß. Ganz zum Schluss, auf dem RĂŒckweg zum Hotel, sahen wir hoch in den BĂ€umen noch ein paar Affen, einige Tukane und einen Fischadler beim Verzehr seiner Beute. Die Morgentour war sicherlich die stimmungsvollere, die Tour am Nachmittag hingegen fĂŒhrte durch schönere, schmale KanĂ€le und zeigte uns doch ein paar mehr bzw. unterschiedlichere Tiere. Gegen 16:30 Uhr zurĂŒck in der Lodge hatten wir noch zwei Stunden zum Entspannen, ehe es wieder Abendessen gab.

Tag 17 – 28.02.2023: Fahrt von Tortuguero nach Puerto Viejo

Über den heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten, denn es war wieder ein ĂŒberwiegender Fahrtag. Abfahrt unseres Bootes von der Lodge zurĂŒck nach La Pavona war um 8:30 Uhr, zuvor gab es noch ein letztes, leckeres FrĂŒhstĂŒck und ich konnte mich von den BrĂŒllaffen in den BĂ€umen ĂŒber dem Hotel verabschieden. Der BootsfĂŒhrer fuhr diesmal ein flottes Tempo, legte auch keinen Stopp ein, wenn Tiere am Ufer auftauchten, so waren wir schon nach einer dreiviertel Stunde am Ziel. Unterwegs schĂŒttete es heftig, hörte zum GlĂŒck bei unserer Ankunft aber wieder auf. Gott sei Dank hatten wir so ein Wetter nicht gestern bei unserer Morgentour auf dem offenen Boot!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert