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Muscat und der Norden

18.11.15: Wadi Abiyad und Nakhl

Bevor wir in Nakhl ankamen machten wir noch einen kurzen Abstecher ins Wadi Abiyad beim Ort Subeikha. Eigentlich wollten wir bis zu den „weißen Pools“ des Wadi fahren, die dadurch entstehen, dass sich dort Alkali aus dem Wasser ablagert (das Wasser ist daher auch nicht ganz gesund bzw. trinkbar), allerdings führte der Fluss insgesamt so viel Wasser, dass wir nicht bis zu unserem eigentlichen Ziel durchkamen, so entdeckten wir nur ein paar kleine, weiße Tümpel, interessant war das aber auch insofern, als dass das Wasser des Flusses selbst unmittelbar neben den Tümpeln glasklar zu sein schien. Wegen des hohen Wasserstandes hatten wir dafür viel Spaß bei rasanten Fahrten hindurch mit den 4WD’s und meterhoch spritzenden Fontänen. Steckenbleiben ohne mögliche Fremdhilfe wäre hier sicherlich noch um einiges unangenehmer als Steckenbleiben im Sand in der Wüste. In Nakhl besichtigten wir als erstes das Fort, das ganz hübsch war, aber mittlerweile hatten wir ja schon so einige Forts gesehen, viel Neues bot es nicht außer einer festungsartigen Bauruine, die unmittelbar aus dem Fels zu wachsen schien. Danach fuhren wir zu einem „Sandwich-Picknick“ zu den heißen Quellen in der Nähe, die recht idyllisch lagen und in denen sich überraschenderweise auch eine ganze Anzahl Kangalfische tummelten, so dass wir alle eine natürliche Pediküre genießen konnten, eine ganz interessante, erst kitzelige, mit der Zeit aber durchaus angenehme Erfahrung.

18.11.15: Muscat – Altstadt und Mutrah Souk

Schließlich fuhren wir in etwas über einer Stunde über die Autobahn nach Muscat. Die Hauptstadt des Landes stellte quasi einen Wechsel in eine ganz andere Welt dar nach der vielen Natur und den kleinen Orten und Dörfern der letzten Tage. Dazu kam, dass heute der Geburtstag des Sultans war, somit Nationalfeiertag im ganzen Oman, und wir merkten das allerorten, schon seit ein paar Tagen sah man immer mehr Flaggen in den Nationalfarben Rot-Weiß-Grün, geschmückte Autos und Bilder des Sultans, in Muscat sollte das alles seinen Höhepunkt erreichen. Die Stadt sah auf den ersten Blick aus wie viele andere, westliche, moderne Metropolen, lediglich mit arabischen Schriftzeichen versehen und komplett in der Wüste gelegen, wobei es im Stadtbild aber dank Bewässerung auch wieder viel Grün gab. Als erstes steuerten wir in den Stadtteil Muscat an, Keimzelle der Stadt, die inzwischen mit vielen anderen, ehemaligen Dörfern zum jetztigen (Groß-)Muscat verschmolzen war. Alte Bausubstanz gab es hier nicht mehr, alles war abgerissen bzw. verfallen. Wir besuchten das Museum „Bait al-Zubar“, das ganz informativ in Vitrinen über Kleidung, Schmuck, Münzen und Gebräuche im Oman informierte, nicht so authentisch und liebevoll wie das Heimatmuseum in Al Hamra, aber trotzdem interessant, von der Aufmachung her einfach „professioneller“. Von dort spazierten wir zum Palast des Sultans, eine recht gepflegte Anlage, aber irgendwie steril in meinen Augen. Dann fuhren wir mit den Wagen zurück nach Mutrah, in einen anderen Stadtteils Muscats, der viel lebendiger und authentischer wirkte und wo sich unser Hotel befand. Zuerst gingen wir noch eine Stunde durch den Souk, dieser war im vorderen Teil, zum Meer hin, recht touristisch, nach hinten fanden sich aber zunehmend mehr Einheimische, hier gab es auch die entsprechenden Läden für Dinge des alltäglichen Bedarfs, etwa für Haushaltswaren, Kleidung, Drogerieartikel o.Ä. – alles in allem eine recht hübsche, noch leidlich übersichtliche Anlage. Um 17:45 Uhr aßen wir sehr lecker zu Abend im Restaurant Al Rafa und checkten danach im Hotel Mutrah ein. Das Hotel war o.k., aber nicht so gut wie das in Nizwa. Inzwischen war die Dunkelheit hereingebrochen, v.a. auch wegen des Nationalfeiertags gab es viel eindrucksvolle Beleuchtung in den Nationalfarben, oft auch blinkend, richtig was für’s Auge! Nach Duschen, Sichten der Fotos und Aus- bzw. Umpacken kam ich diesmal erst deutlich später, gegen 23 Uhr ins Bett.

19.11.15: Muscat – Sultan Qaboos-Moschee, Mutrah Walk und Corniche

Der letzte Urlaubstag war angebrochen. In Zimmer 201 habe ich sehr gut geschlafen, ruhig und angenehm temperiert. Um 7 Uhr gab’s Frühstück und um 8:10 Uhr wurden wir von einem Minibus abgeholt zur Besichtigung der Sultan-Qaboos-Moschee. Da wir recht früh waren war noch ziemlich wenig Betrieb in der schönen und grünen, sehr gepflegten Anlage, z.T. von Wassergräben durchzogen, sie erinnerte mich ein wenig an die Anlage des Taj Mahal, auch hier war alles sehr hell, Baumaterialien waren v.a. Sandstein und weißer Carrara-Marmor. Als erstes kam man in den Frauengebetsraum, der im Vergleich noch recht klein war, aber auch schon prachtvoll verziert, dahinter erstreckte sich ein Innenhof, darauf folgte dann der Männergebetsraum, ein riesiger Saal mit einem eindrucksvollen Swarowski-Kronleuchter und einem einzigen, großen, handgeknüpften Teppich, beides ehemals die jeweils größten Exemplare ihrer Art weltweit, bis sie die große Moschee in Abu Dhabi diesbezüglich abgelöst hat. Alles wirkte hier einerseits sehr neu, andererseits aber auch sehr traditionell, nicht unbedingt kitschig, aber doch alles ein bisschen Disneyland-mäßig steril trotz der Tatsache, dass es eine aktive Moschee ist, die jeden Freitag zum Freitagsgebet genutzt wird, Nutzung darüber hinaus für die 5 täglichen Gebete an den anderen Wochentagen erfolgt allerdings offensichtlich nicht. Nach etwas über einer Stunde fuhren wir zurück nach Ryam in der Nähe unseres Hotels und machten von dort aus eine letzte, kleine Wanderung auf dem Mutrah Walk. Die Wanderung war eine echte Überraschung, mitten in der Stadt und doch weit weg, teilweise nahm man die Stadt gar nicht war. Der Weg war durchaus anspruchsvoll, steil und mit viel Geröll, z.T. längeren Steigungen, anstrengend in der Hitze, aber wirklich lohnenswert mit Bergen, Wadipassage und dem Fort von Mutrah am Ende als Ziel quasi eine Wanderung durch den „Oman im Kleinformat“. Direkt gegenüber vom Hotel aßen wir zu Mittag, anschließend hatten wir einen freien, letzten Nachmittag. Nach einer kurzen Pause, Duschen und Ausruhen im Zimmer ging ich um 15:40 Uhr nochmal los, war in 20 Minuten beim Souk, die Stadt war um diese Uhrzeit noch wie ausgestorben, die ersten Läden öffneten gerade erst wieder nach der Mittagspause. Am Meer lief ich dann die Corniche entlang Richtung Osten bis Ryam Park und sammelte ein paar Geocaches ein. Als ich am Ende des Wegs war ging gerade die Sonne über dem Hafen von Muscat unter, was sehr schön anzusehen war. Auf dem Rückweg schoss ich noch ein paar Nachtaufnahmen und war gegen 19 Uhr wieder im Hotel. Hier gab es um 19:30 Uhr ein leckeres Abendessen mit unseren Guides Christoph und Andrea, nachdem wir Nasser schon am Vortag beim Abendessen verabschiedet hatten, anschließend tranken wir noch einen Schluck in der Bar des Hotels, wo interessanterweise auch viele junge Omanis von außerhalb Bier tranken…! Gegen 23 Uhr ging’s dann wieder zu Bett.

20.11.15: Rückflug

Letzter Tag und Rückflug. Der Flug ging erst um kurz nach 14 Uhr, deshalb hatten wir vormittags noch viel Zeit, wenn auch nicht so viel, um noch etwas Größeres zu unternehmen. Ich versuchte, etwas länger zu schlafen, war aber doch schon früh wach und stand gegen 7 Uhr auf. Nach dem Duschen packte (oder besser stopfte) ich meine Reisetasche, aber alles passte hinein einschließlich Schlafsack und Isomatte. Nach dem Frühstück versuchte ich, im Supermarkt gegenüber noch etwas Geld loszuwerden und kaufte ein paar weitere Souvenirs. Um 10:45 Uhr checkten wir aus und wurden in ca. 25 Minuten zum Flughafen gefahren, nach laschen Sicherheitskontrollen und einem letzten Kaffee war Boarding, der Rückflug startete pünktlich um kurz nach 14 Uhr, wieder mit einem schicken Boeing Dreamliner wie auch schon beim Hinflug (wenn auch mit eindeutig zu wenigen WCs…). Der Flug hob Richtung Südosten ab, drehte dann aber gleich aufs Meer ab, so dass ich, links sitzend, nicht viel von Muscat sah. Der Weiterflug ging über die omanische Enklave Musandam im Persischen Golf Richtung Iran, hier konnten v.a. im Norden schöne, schneebedeckte Berge bestaunt werden, weiter folgte er derselben Route wie der Hinflug. Über dem Schwarzen Meer bot sich wegen unserer Flugrichtung lange ein toller Sonnenuntergang, eindrucksvoll war vor allem der Zeitpunkt, zu dem die Sonne unter die Wolken gesunken war und nur noch ab und zu von unten durchschaute. Landung in Frankfurt war überpünktlich um 18:24 Uhr Ortszeit, um 19:42 Uhr habe ich aber erst einen Zug erwischt, da der Weg vom Terminal 2 zum Flughafen Fernbahnhof doch trotz Shuttle recht lang dauerte, und mit Umsteigen in Düsseldorf war ich schließlich um 22:15 Uhr endlich zuhause.

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