Fr., 08.12. / Sa., 09.12.2017 – Bayamo

Mit unserem Bus fuhren wir dann in ca. 1 Stunde noch nach Bayamo, wo wir diesmal im Hotel Royalton mitten im Ort übernachteten, deutlich zentraler gelegen als das Hotel Sierra Maestra und auch um Klassen besser. Wir alle duschten erstmal in Ruhe, ich packte ein wenig um, da ich ja auf der Trekkingtour nur einen Teil meines Gepäcks gebraucht habe und den Rest im Bus gelassen habe, ehe wir um 18 Uhr einen kleinen Stadtspaziergang unternahmen, wobei sich die meisten Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe des Hotels rund um den Parque Cespedes befanden. Abendessen gab es im Restaurant San Salvador de Bayamo, das Essen war ganz o.k., der Mojito aber super, der beste bisher in ganz Kuba!

Das Frühstück im Hotel Royalton am nächsten Morgen war leider – ganz im Gegensatz zum Hotel an sich – das bisher schlechteste des Urlaubs, schade! Kurz vor der Abfahrt besichtigten wir noch kurz die Iglesia Mayor de San Salvador, eigentlich nichts Besonderes, interessant waren aber ein goldener Barockaltar in einer Nebenkapelle und eines der Wandgemälde, das die Segnung der Unabhängigkeitskämpfer darstellte, angeblich das einzige Wandbild mit politischer Botschaft in Kuba.

Sa., 09.12. / So., 10.12.2017 – Camagüey (Stadtrundgang)

Mit dem Bus fuhren wir in 4 Stunden und mit 2 Pausen nach Camagüey, durch flache Landschaft ohne großartige Besonderheiten, aber viel Zuckerrohranbau, Viehwirtschaft und auch einigen Reisfeldern. Das Hotel La Sevillana, in dem wir in Camagüey „residierten“, war noch besser als das letzte in Bayamo, ich hatte ein großes Zimmer zur Straße hin mit riesigen Bad, freistehender Badewanne, es gab einen schönen Innenhof, alles sehr schick und gepflegt. Von 15 bis 17 Uhr nahm uns Oscar mit auf Stadtführung, dabei besuchten wir die Plaza de los Trabajadores mit der Iglesia de la Merced, die Plaza del Carmen mit schönen Standbildern der Künstlerin Martha Jimenez, die Plaza San Juan de Dios und den Parque Agromonte. Blöderweise fing es im Laufe des Tages immer mehr zu regnen an, trotzdem empfand ich die Stadt als sehr schön, bunt, lebendig und sehenswert. Viele Bauten waren leider auch vom Verfall bedroht, es bleibt zu hoffen, dass, auch dank Anerkennung der Altstadt als UNESCO-Welterbe, genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um dieses Kleinod zu bewahren und zu restaurieren. Nach einer kurzen Mittagspause lief ich mit Steffen, Laura und Beat im strömenden Regen zum Essen, die beiden Schweizer wollten ein Lokal aufsuchen, in dem sie vor 3 Jahren schon einmal waren, sie fanden es auch wieder in der Av. Republica in der Nähe des Hotels Colon, es war ziemlich authentisch dort, außer uns kein Tourist, nur lauter Kubaner, einfache und preiswerte Gerichte in lauter Umgebung, für Ropa Vieja, typische, kubanische Hausmannskost, zahlte ich mit 2 Getränken und Trinkgeld 8 CUC. Inzwischen prasselte der Dauerregen, zum Glück hatten wir Schirme dabei, die freundlicherweise in jedem Zimmer unseres Hotels zum Ausleihen zur Verfügung standen und die wir in weiser Voraussicht mitgenommen hatten. Gegen 21:30 Uhr waren wir so wieder zurück im Hotel, und nach Tagebuchschreiben ging es dann auch langsam wieder zu Bett.

Gegen 7:30 Uhr gab es nach am folgenden Tag Frühstück, hier war das wieder sehr lecker, eine Kaffeespezialität wurde auf Wunsch gekocht und der Barista kreierte mit Milchschaum und buntem Zuckersirup regelrechte Kunstwerke! Um 8 Uhr ging es noch mal kurz in die Kirche La Merced, die gestern schon geschlossen hatte, denn dort gab es einen sehenswerten Silbersarg zu bestaunen, außerdem, da heute Sonntag war, erlebte ich noch den Beginn des Gottesdienstes mit, was auch mal ganz interessant war. Wie bei uns, so war auch hier die Kirche nur zu einem kleinen Teil gefüllt, der Gottesdienst verlief auch nicht anders, meistens eher feierlich-katholisch, insgesamt aber von der Stimmung her doch etwas fröhlicher als bei uns. Interessant fand ich, dass die Türen während des Gottesdienstes alle weiter offen standen und die Leute ihre Fahrzeuge (Fahrräder, sogar Mofas) teilweise mit in die Kirche nahmen und im Seitenschiff parkten!

So., 10.12.2017 – Camagüey (Bauernmarkt), Valle de los Ingenios

Abfahrt war um 9:30 Uhr, das erste Ziel war der Bauernmarkt von Camagüey, wegen des immer noch regnerischen Wetters war leider nicht so sehr viel los, interessant und pittoresk war es aber trotzdem, hier soll einer der größten Bauernmärkte des ganzen Landes sein. Die weitere Fahrt war dann eher langweilig, die erste, größere Rast legten wir am Torre Managa Iznaga ein, einem hohen Turm mitten in der flachen Landschaft, erbaut von einem Zuckerbaron, um von oben die Arbeit seiner Leute auf den umliegenden Feldern beobachten zu können. Auch wenn es heute auf dem Turm kühl und windig war, so war die Aussicht in die Ferne doch toll. Von einem Mitarbeiter wurde die Funktion einer Zuckerrohrpresse erklärt und vorgeführt, für 2 CUC konnte man dann auch ein Glas des frisch gepressten Saftes trinken. Na ja, Touristenpreis halt…