Fr., 15.12.2017 – Viñales ( Ankunft)

Mein Bus nach Viñales fuhr pünktlich um 14.40 Uhr in Havanna ab. Die Fahrt war eher öde, hauptsächlich über die Autobahn durch nicht allzu abwechslungsreiche Landschaft bis zur Ankunft in Viñales um 18:00 Uhr. Der Ort war recht klein, überschaubar, sehr touristisch, aber trotzdem ruhig und entspannt. Von der Mutter der Pensionsbesitzerin wurde ich vom Bus abgeholt, was ich nicht wusste und zuerst auch nicht realisierte, da sie mich ansprach, ob ich „Roberto“ sei und nicht nach Christian fragte. Das Ganze erklärte sich dann dadurch, dass ich hier bei Buchungen immer meinen vollen Namen lt. Pass angegeben habe, und da ist nun mal Christian nicht der zuerst aufgeführte. Dieses Missverständnis ließ sich aber dann doch lösen und wir gingen zu Fuß die wenigen 100 Meter zur Casa Particular. Das Zimmer, das ich bekam, war sehr hübsch, wieder sehr sauber, nach hinten raus zu den Feldern, die Lage optimal, ich war in wenigen Minuten sowohl rasch im Ort als auch im Grünen. Das einzige, was im Zimmer fehlte, war ein Sessel, davon gab es aber reichlich vor dem Zimmer draußen oder auf der zugehörigen Dachterrasse. Zum Abendessen ging ich noch mal in den Ort, aß beim Restaurant „Don Pepe“ Ropa Vieja, geschmacklich ging’s so, war aber eine Riesenportion, die ich kaum schaffte, preiswert war’s obendrein, zusammen mit 2 Dosen Limo und Trinkgeld nur 10 CUC. Müde und satt fiel ich später ins Bett, Busfahrten sind halt anstrengend!

Sa., 16.12.2017 – Viñales (Ausritt, Wanderung Valle del Silencio)

Der Wecker ging um 6:45 Uhr, um 7:30 Uhr gab’s Frühstück, das übliche, aber sehr lecker. Danach musste ich erstmal zur Wechselstube, um Geld abzuheben, die Wechselstube öffnete allerdings erst mit deutlicher Verspätung, alle Mitarbeiter waren pünktlich, nur der Chef nicht, der als einziger den Schlüssel hatte, der kam dann 45 Minuten nach der eigentlichen Öffnungszeit gemütlich anmarschiert. Am nächsten Tag sollte das übrigens schon wieder genauso sein, wie ich im Vorbeigehen feststellte, mit Uhrzeiten hat man es auf Kuba nicht so, auch das hat uns Oscar schon zuvor erzählt, er amüsiert sich im Gegenzug dann wieder über die deutsche Pünktlichkeit! Gegen 9:30 Uhr jedenfalls hatte ich mein Geld umgetauscht und war schließlich zurück in der Unterkunft, die Vermieterin Mildren telefonierte nach Adrian, einem Nachbarn, mit dem ich einen Ausritt machen wollte. Es ging mit ihm und seinem Pferd Caramello 3 Stunden durch die Felder nördlich von Viñales durch wunderschöne und friedliche, bäuerliche Landschaften. Landmaschinen sind hier verboten aufgrund des Status der Gegend als Nationalpark bzw. UNESCO-Welterbe, das trägt natürlich sehr zur ruhigen und entspannten Stimmung hier bei. Unterwegs wurden 2 Stopps eingelegt, zuerst bei einem Bauern, der Tabak anbaute. Von ihm war Einiges zu erfahren, z.B. dass 90 % der Tabakernte zur Weiterverarbeitung an den Staat abgegeben werden müssen, jeder Bauer jedoch auch 10 % selbst behalten kann zum Eigengebrauch oder zum Verkauf an Touristen, wobei pro Tourist maximal 50 Zigarren abgegeben werden dürfen. Der Tabak wurde jetzt, im Dezember, gepflanzt, die Ernte ist dann zwischen Februar und April, wenn die Pflanzen 1 Meter hoch sind, die obersten Blätter, die das meiste Sonnenlicht erhalten haben, sind am kräftigsten, die unteren enthalten das wenigste Nikotin. Zum Trocknen werden die Blätter für einige Wochen in speziellen Schuppen aufgehängt, danach müssen sie, zu Ballen gepresst, ein Jahr lagern, bevor sie verarbeitet werden können. Unmittelbar nachdem die eigentliche Zigarre gerollt ist, ist sie aber auch noch nicht bereit dazu, geraucht zu werden, sondern muss hierfür noch einige weitere Tage liegen. Schließlich habe ich mich nach Überredung dann doch auch einmal dazu breitschlagen lassen, eine Zigarre zu probieren, geschmacklich und auch von der Wirkung her war das nichts, was ich haben muss. Der Gestank war allerdings auch nicht so wie befürchtet, außerdem wurde die Zigarre vor dem Rauchen mit der Spitze bzw. dem Mundstück in Honig getaucht, was einen recht leckeren Geschmack abgab. Beim 2. Halt wurde einem etwas über die Kaffeeproduktion in der Region erzählt. Hier werden nämlich nicht nur die in Kuba üblichen Sorten Arabica und Robusta angebaut, sondern auch eine spezielle Sorte namens Criolla, die von den Bauern in Handarbeit geerntet und auch geröstet wird, wobei die Schale der Kaffeebohnen erst nach der Trocknung entfernt wird und nicht schon vorher, wie in maschinellen Röstereien üblich. Während des Trocknungsprozesses nimmt die Kaffeebohne so etwas der süßlichen Flüssigkeit der Schale auf. Die Sorte Criolla wird auch fast nur hier in der Region, selten an anderen Stellen der Insel angebaut, außerhalb von Kuba offensichtlich gar nicht. Zum Stillen des Durstes wurde eine „Coco loco“ (3 CUC) bestellt, eine aufgeschlagene Kokosnuss, in die dann auch noch Zitronensaft, Ananassaft und Rum gegossen werden, was ganz lecker war. Zurück in der Unterkunft zahlte ich für den Ausritt (15 CUC für 3 Stunden) und machte mich dann gleich auf zu einer Wandertour ins Valle del Silencio. Das erste und letzte Stück entlang der Hauptstraße waren nicht so besonders, auch wenn die Straße nicht allzu befahren war, die Tour insgesamt allerdings sehr schön, besonders der Abstecher ins eigentliche Valle del Silencio. Auf dem Hinweg loggte ich noch zwei Geocaches, beim 2., der in einem Vorgarten versteckt war, vereinnahmte mich die geschäftstüchtige Besitzerin des Hauses dann gleich, führte mich erst durch ihr Anwesen, wo sie Zimmer vermietet, und dann ein ganzes Stück entlang der Straße zu einer Hütte, wo ich mir ein weiteres Mal die Produktion von Zigarren anschauen sollte, worauf ich dann aber doch dankend verzichtete. Um sie nicht gänzlich zu enttäuschen trank ich dort einen Guavensaft (2 CUC), der sehr lecker war, damit die Leute wenigstens ein bisschen verdienen, letztlich musste ich die Dame allerdings doch etwas mühsam „abschütteln“, um noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit den weiteren Weg zu gehen, den ich gehen wollte. Als erstes ging es nach Abbiegen von der Hauptstraße zu einer Finca, die ich allerdings nicht besuchte, zumal zu dieser unterwegs mehrere PKW fuhren, die also auch von „normalen“ Touristen mit dem PKW offensichtlich gut angefahren werden konnte und lt. Reiseführer auch touristisch recht gut „durchorganisiert“ war, worauf ich verzichten konnte. Danach wurde der Weg dann teilweise doch sehr matschig, so dass ich auch ziemlich verschlammte Sandalen und Füße bekam, die ich nur mit Mühe wieder halbwegs trocken bzw. sauber bekam. Kurz vor‘m Valle del Silencio rief mich noch ein netter Junge zu sich heran, er wollte wohl ein bisschen smalltalk halten und bot mir Mandarinen direkt vom Baum an, die auch wirklich sehr gut schmeckten. In einer Höhle am Ende des Valle del Silencio war ich schließlich ganz allein, hatte genug Zeit, diese zu erkunden, zumal sie nicht besonders groß war. Der „Hintereingang“ wurde, ganz witzig, von einer Kuh quasi bewacht. Schließlich ging’s wieder zurück Richtung Viñales, dabei bot sich noch ein Abstecher zu einem wirklich hübschen Aussichtspunkt an, einem kleinen Holzturm und anschließend zu einer ökologischen Finca, wo ich eine extrem leckere „Limonada rebelda“ (Zitronensaft, Crush-Eis, Zucker und Minze) trank (2,50 CUC), ehe ich wieder die Straße entlang zurück in den Ort ging. Die Finca lag wirklich schön auf einem Hügel mit weitem Blick über das Tal, hier würde es sich sicher lohnen, für ein Abendessen einzukehren und dabei den Sonnenuntergang zu genießen. Kurz vor 18 Uhr war ich wieder im Ort, duschte erst einmal ausgiebig und bekam dann um 19 Uhr in meiner Unterkunft das vorbestellte, leckere Abendessen mit Fisch, Reis und Bohnen, Süßkartoffeln, Salat und Maniokchips. Anschließend ging es noch in den Ort zum Surfen im Internet, wo auf dem Hauptplatz, wie angeblich jeden Samstag, eine Musikanlage aufgebaut war, die alles mit dröhnender Musik beschallte, was allerdings auch dazu führte, dass sich hier viele Leute aufhielten, auch mehrere Stände sorgten für Verpflegung, also eigentlich eine ganz nette Atmosphäre. Um 21 Uhr war ich erneut zurück in der Unterkunft, schrieb noch ein bisschen Tagebuch, las etwas und ging dann irgendwann ins Bett.

So., 17.12.2017 – Viñales (Cueva de Santo Tomás, Wanderung Valle del Palmarito)

Frühstück gab es um 8 Uhr, wieder sehr lecker, wie am Vortag. Um 9 Uhr holte mich Roberto mit seinem Taxi ab, einem Ford-Oldtimer aus den 50er Jahren in Knatschorange, und brachte mich zur Sankt Thomas-Höhle in Moncada, wo ich an einer 1,5 stündigen Höhlenführung teilnahm. Diese war freundlicherweise auf Englisch, da außer mir nur noch sieben weitere, ebenfalls nicht Spanisch sprechende Touristen teilnahmen. Die Führung war sehr nett gemacht, verlief in der 6. und 7. Etage der mehrstöckigen Höhle, wobei diese Etagen sämtlich hoch über dem Talboden lagen, außerdem handelte es sich um eine Sackgasse, so dass wir zum Abschluss der Führung denselben Weg wieder zurückgehen mussten. Der Weg war überhaupt nicht ausgebaut, abschnittsweise steil, mit Seilen befestigt und teilweise rutschig, so dass es etwas abenteuerlich war, dementsprechend wurden auch alle Teilnehmer mit Helmen und Stirnlampen ausgestattet. In der Höhle gab es ein paar Fledermäuse, ich sah einen Frosch, es gab blinde Höhlengrillen und viele, z.T. sehr große Stalaktiten, Stalakmiten und andere Tropfsteinformationen. Die Höhle war insofern abwechslungsreich, als dass sich immer wieder Ausblicke nach draußen zeigten, in den tiefen Teilen war es dann aber nach Ausschalten der Lampen vollständig dunkel. Wegen der großen Feuchtigkeit ragten einige Ficuswurzeln von Bäumen außerhalb der Höhle tief in diese hinein, was sehr interessant wirkte. Schließlich ging es mit dem Taxi zurück in die Unterkunft, wo ich gegen 11:30 Uhr eintraf. Sofort packte ich meinen Rucksack um für die ebenfalls noch heute geplante Wanderung. Vorgesehen war eine Tour durch das Valle del Palmarito, so, wie sie in meinem Reiseführer beschrieben war. Im ersten Teil kreuzte der Weg immer mal wieder den der Reittour vom Vortag, dennoch war das Zurücklegen der Strecke zu Fuß ganz anders, überraschend schön und abwechslungsreich. Es ging vorbei an einer Finca, die eine zahme Baumratte hielt, ein hübsches und interessantes, zutrauliches Tier, zu einer auf halber Höhe eines Mogote liegenden Alm, auf der Kühe grasten und sich viele Schmetterlinge tummelten. Auf demselben Weg ging es wieder zurück, am Fuß des Mogote entlang und dann wieder hinauf zu einer Höhle, der Cueva de la Vaca, die den Fels durchbrach. Man konnte diese Höhle queren und kam am anderen Ende wieder hinaus, wo man den Abstieg ins Tal unternehmen konnte. Es ging dann durch die vom Vortag bekannte, agrarisch geprägte Landschaft, vorbei an einem großen Ceiba-Baum mit zahlreichen Reliquien von hier stattfindenden Santeria-Zeremonien, ehe man eine Caféteria („El Corazon del Valle“) erreichte. Hier machte ich jedoch keine Pause, sondern erst ein wenig später an der Caféteria „El Ceiba“, wo ich schon am Vortag war. Hier kaufte ich 2 x 500g Kaffeepulver, wie ich es mir vorgenommen hatte, abgefüllt wurde es in leere Einweg-Wasserflaschen, eine ungewöhnliche, aber auch sinnvolle Art des Recycling. Danach führte der Weg weiter gen Nordwesten zur Cueva del Palmarito, wieder eine der zahlreichen, nicht wirklich erschlossenen Karsthöhlen, von denen man den Eingangsbereich mit schönen Tropfsteinformationen erkunden konnte. Während der Weg bis hierher noch gut zu begehen war, konnte man sich im Folgenden dann allerdings leider nicht mehr auf die Beschreibung des Reiseführers verlassen, keine Ahnung, wann der Autor den Weg zum letzten Mal gegangen ist. Einige der erwähnten Punkte waren überhaupt nicht mehr anzutreffen, z.B. ein Gatter, das zu queren sein sollte, oder ein Zaun, dem man folgen sollte, im weiteren war der beschriebene Weg selbst dann kaum noch zu finden, auch wenn er als „tricky“ bezeichnet wurde, das führte letztlich dazu, dass ich mich querfeldein durch Dornengestrüpp mit zahllosen Kletten und über matschige Wiesen schlagen musste, bis ich endlich den Hauptweg wieder erreichte, ein Erlebnis, das nicht unbedingt wiederholt werden muss. (Zur Ehrenrettung des Reiseführers muss zwar gesagt werden, dass dieser extra angab, man solle umkehren, wenn man den Weg nicht mehr findet, andererseits sollten meiner Meinung nach solche Probleme eigentlich nicht auftreten, wenn man die neueste Auflage des Reiseführers besitzt.) Meine Kleidung sah schon entsprechend mitgenommen aus, leider wurde es dann auf dem Hauptweg noch schlimmer, da dieser im weiteren Verlauf zunehmend schlammig war und ich teilweise über knöcheltief einsackte, so dass die Schuhe über und über matschig und braun verfärbt waren. Letztlich erreichte ich aber doch wieder festes Gelände, wo als letzter „Höhepunkt“ des Tages das Mural de la Prehistoria auf mich wartete, eine riesige Felswandzeichnung, die mich schon von den Fotos her nicht wirklich beeindruckte, dieses bestätigte sich dann auch in natura, ein kurzer Blick von der Straße aus genügte, um das eher naive Kunstwerk zu registrieren. Mir hätte jetzt noch ein mehrere Kilometer langer Rückweg entlang der Hauptstraße bevorgestanden, allerdings wurde ich von einem zufällig dort stehenden Kutscher angesprochen, ob ich nicht nach Viñales mitfahren wollte, erst verlangte er 5 CUC, nach Handeln erklärte ich mich für 2 CUC dazu bereit, was den Rückweg angenehm verkürzte. Etwas verlogen war dann allerdings, dass mich der Kutscher mehr als 1 km vor der Stadt absetzte, offenbar, da er dort wohnte und nicht nach Viñales weiterfahren wollte, von dem ursprünglich vereinbarten Betrag erhielt er daher von mir auch nur 1,50 CUC. In der Unterkunft musste ich erst einmal dringend meine Schuhe säubern unter fließendem Wasser und mit Bürste, ein Akt, der eine ganze Zeit in Anspruch nahm, die Bürste bekam ich netterweise von meinen Wirtsleuten gestellt. Zum Abendessen, das ich auch wieder dort einnahm, gab es heute Schweinefleisch mit den üblichen Beilagen (Reis, schwarze Bohnen, Salat, Süßkartoffeln), dennoch war es wieder sehr lecker, insbesondere das Fleisch gut gewürzt. Anschließend wurden die Internetkontakte gepflegt und neue Fotos auf Facebook hochgeladen, ehe es schließlich wieder ins Bett ging.

Mo., 18.12.2017 – Viñales (Botanischer Garten, Abfahrt)

Der letzte Tag in Viñales. Da der Bus erst um 14 Uhr abfahren sollte, hatte ich den Vormittag über noch Zeit, einzelne Dinge anzuschauen, weil er aber auch schon bezahlt war und ich ihn deshalb nicht verpassen wollte, war die Zeit begrenzt. Ich entschied mich für einen Besuch im Besucher-Informationszentrum des Nationalparks, auch um von dort den Ausblick über das Tal vom Hotel Jazmines aus zu genießen, außerdem für einen Besuch im Botanischen Garten. Nach dem Frühstück packte ich daher meine Sachen, denn das Zimmer sollte ich schon im Laufe des Vormittags räumen. Um 9 Uhr fuhr der erste Hop on-Hop off-Bus ab Stadtzentrum, dieser war in ca. 10 Minuten am Hotel Jazmines, wo die meisten Übernachtungsgäste vermutlich schon abgereist waren und die Tagestouristen aus Havanna noch nicht eingetroffen, so war noch nicht allzu viel Betrieb am Aussichtpunkt. Der Blick ins Tal war auch wirklich sehr schön, bei aufsteigenden Nebeln, wie im Reiseführer beschrieben, sicherlich noch etwas mystischer, bei schönem Wetter wie aktuell aber auch gut zu genießen. Ein kurzer Fußweg führte vor dem Hotel rechts zum Besucher-Informationszentrum, das ganz nett gemacht war, aber nichts wirklich Interessantes bot. Es gab allerdings ein paar Fotos von Tieren und Pflanzen, die ich auch gesehen habe und so bestimmen konnte, außerdem waren mehrere Wanderwege beschrieben, die vom Zentrum angeboten wurden und an denen man hätte teilnehmen können, sicherlich eine gute Option, wenn man mehr Zeit in Viñales verbringt. Mit dem nächsten Bus 1½ Stunden später fuhr ich dann weiter, dieser fuhr am Mural de la Prehistoria vorbei zurück ins Zentrum. Dort, am Mural (wie auch am Hotel Jazmines) wurde jeweils ein 5 minütiger Fotostopp eingelegt, so konnte man theoretisch mit einer Bustour die wichtigsten Punkte im Tal auch „abhaken“, wenn man sich dort nicht länger aufhalten will. Gegen 11:30 Uhr war ich wieder in der Stadt, lief noch den kurzen Fußweg zum Botanischen Garten und schlenderte durch diesen. Leider gab es keine Beschilderung der Pflanzen. Manche Besucher erhielten eine persönliche Führung, ich nicht, war letztlich aber auch böse drum. Nach dem gewünschten Eintrag ins Gästebuch und einer ebenso erwarteten Spende ging ich wieder in die Stadt, wo ich noch Getränke kaufte, danach zurück in die Unterkunft, bezahlte dort für die letzten Nächte meine Schulden und machte mich dann mit meinem Gepäck wieder auf den Weg zum Parque Central, wo der Viazul-Bus abfuhr. Auffällig beim Einsteigen war, wie hier in Eigeninitiative Touristenwährung abgegriffen wurde, die beiden Männer, die das Gepäck im Kofferraum verstauten, hatten nämlich einfach eine Geldschatulle aufgestellt und verlangten für jedes Gepäckstück 1 CUC, was auch anstandslos jeder zahlte, vermutlich wollte halt niemand riskieren, dass der eigene Koffer oder Rucksack „aus Versehen“ nicht mit nach Havanna kommt. Rechtens war das garantiert nicht, der Gepäcktransport ist nämlich grundsätzlich im Preis enthalten und auf der Hinfahrt musste auch nichts gezahlt werden, interessant ist es aber trotzdem, mit welch cleveren Methoden man hier an Devisen kommt. Mit etwas Verspätung um 14:10 Uhr ging es los, der Bus war nicht besonders voll, so dass ich 2 Plätze für mich hatte. Angegeben war eine Fahrzeit von 3,5 Stunden, was mich wunderte, zumal wir auf dem Rückweg noch einen Zwischenstopp in Las Terrazas einlegen sollten. Tatsächlich dauerte die Fahrt dann auch knapp 4 Stunden, kurz nach 18 Uhr war ich schließlich am Busterminal in Havanna.