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Bad Oeynhausen – Nienburg

Freitag, 20.05.2022: Tag 6.2 – Minden bis Petershagen

Gegen 12:30 Uhr sind wir wieder in Minden gestartet, 1 ½ Etappen haben wir so „übersprungen“. Auf eine Stadtbesichtigung von Minden haben wir verzichtet und sind stattdessen direkt losgefahren gen Norden, weserabwärts, vor allem auch deshalb, da ab 16:00 Uhr nicht nur Regen, sondern regelrechte Unwetter angesagt waren, da wollten wir, wenn möglich, schon in unserer Unterkunft sein. Die vor uns liegende Wegstrecke war heute auch nur noch kurz, keine 30 km. Das Wetter hielt sich anfangs zum Glück, war durchaus schön, angenehme Temperaturen, nicht so heiß wie an den letzten Tagen, trotzdem mit viel Sonne. Längere Zeit haben wir uns in Minden noch am Wasserstraßenkreuz aufgehalten, die interessante Konstruktion bestaunt und viele Fotos gemacht. Später stoppten wir auch noch kurz an der alten Schleuse. Dann ging es weiter am Fluss entlang bis nach Petershagen. Schön war die Strecke, der Fluss hier schon deutlich breiter als bei Hameln, wo wir ihn zuletzt verlassen hatten. In Petershagen trafen wir auf die ersten beiden Mühlen dieser Gegend, die ja für Mühlen bekannt ist, immerhin verläuft hier auch die Westfälische Mühlenstraße. Der Ort hatte außerdem ein ganz niedliches, älteres Schlösschen, das leider gerade renoviert wurde und deshalb eingerüstet war.

Schließlich legten wir die letzten Kilometer bis zur Unterkunft zurück. Diese lag jetzt ein ganzes Stück weg von der Weser im Landesinneren. Hier sah es ein bisschen aus wie im Münsterland: schöne Radwege, kleine Alleen, Gehöfte und viele Felder, ab und zu auch Fasane. Tatsächlich sahen wir unterwegs sogar zwei Austernfischer, die ich hier gar nicht erwartet hätte! Ankunft im Landgasthaus Zur Mühlenwirtin war gegen 16:15 Uhr. Wir wurden freundlich empfangen und konnten unsere Räder direkt in der Mühle abstellen. Unser Zimmer war ziemlich klein, aber ganz gemütlich und liebevoll dekoriert. Dann haben wir erstmal geduscht und uns etwas entspannt. später im Restaurant der Mühle lecker zu Abend gegessen haben. Währenddessen prasselte der angekündigte, strömende Regen herab, nach dem Essen herrschte aber schon wieder herrlicher Abendsonnenschein. Daher habe ich noch eine kleine Runde um die Mühle gedreht, ein paar Fotos im Abendlicht geschossen und bin dann erst zurück aufs Zimmer und später ins Bett

Landgasthaus Zur Mühlenwirtin: 60,80 € inkl. FS

🚲: 27,4 km

Samstag, 21.05.2022: Tag 7 – Petershagen bis Nienburg

Morgens gegen 6:00 Uhr bin ich aufgewacht, habe mich aber erst noch mal umgedreht und etwas weiter gedöst, bis ich schließlich um 7:20 Uhr vom Wecker geweckt wurde. Später wurde lecker gefrühstückt, wir durften uns sogar ein Brötchen schmieren und als Wegzehrung mitnehmen. Abfahrt war dann gegen 9:30 Uhr. Das Wetter heute war meistens bewölkt, ab und zu kam mal die Sonne heraus, vereinzelt gab es aber auch ein paar Tropfen Regen, nichts Wildes. Nur ein einziger, heftiger Regenschauer fiel, bei dem wir uns aber zum Glück kurz unterstellen konnten. Die Fahrt ging an vielen Getreidefeldern vorbei durch Landschaften, die auch heute wieder wie im Münsterland aussahen. Außerdem passierten wir eine ganze Anzahl Baggerseen, wo Kies oder Sand ausgegraben wurden. Ein erster Stopp wurde in Stolzenau eingelegt, wo wir uns mal wieder mit Getränken eindecken mussten, denn Radfahren machte doch durstig! Direkt danach in Schinna trafen wir auf die Überreste des ehemaligen Klosters. Alles war hier nur von außen zu besichtigen, die gesamte Anlage aber recht hübsch, interessant mit ihren Fachwerkbauten und ganz gut erhalten. Weiter fuhren wir bis Landesbergen, wo wir unser Brötchen vom Morgen als Wegzehrung an der Hochzeitsmühle im Ort verzehrten, während sich die Wolken gerade zu dem schon erwähnten Regenschauer zusammenballten. Unter dem Vordach der Mühle waren wir aber ganz gut geschützt.

Weiter ging die Fahrt weserabwärts, wobei der Weg heute ziemlich oft ein ganzes Stück von der Weser entfernt verlief, nicht immer direkt am Ufer, so war die Weser oft gar nicht zu sehen. Schließlich erreichten wir Estorf. Hier war ein hübsches Scheunenviertel mit einer Ansammlung historischer Scheunen zu bewundern. Man hatte ehemals im 30jährigen Krieg die Scheunen extra hier in den Wald gebaut, um sie vor Dieben zu verstecken und so einigermaßen sicher vor Plünderungen zu sein. Heutzutage dienen sie u.a. als Veranstaltungszentrum, Plakate wiesen u.A. auf einen bevorstehenden Liveauftritt des dänischen Schlagerstars Gitte hin – ich wusste gar nicht, dass die noch Konzerte gibt! Bei der Weiterfahrt trafen wir dann unvermittelt auf eine Straßensperrung ohne Ausschilderung einer Umleitung. Das war etwas ärgerlich, überhaupt war hier nördlich von Minden die Ausschilderung oft um einiges schlechter als im Weserbergland was natürlich schade war. Zum Glück hatten wir aber Karte und Handy dabei und haben so eine Alternative gefunden, die uns parallel zur Bundesstraße bis nach Nienburg führte. Sicherlich war das von der Strecke her nicht so schön, aber so ist das halt oft mit Umleitungen.

In Nienburg haben wir als erstes die gebuchte Unterkunft Casa Mexicana aufgesucht, wobei unser Zimmer in einer Dependance lag, ein kurzes Stück entfernt durch den Ort im Schatten der Kirche. Das Zimmer war ganz nett, es war alles da, bezogen auf den Preis war es aber in meinen Augen doch ein bisschen überteuert. Bei der Buchung waren aber alle anderen Unterkünfte im Ort schon ausgebucht – na ja… Nach dem Duschen machten wir noch einen kleinen Stadtrundgang mit Besuch des deutschen Spargelmuseums, das war ganz hübsch gemacht und informativ. Ansonsten gab es auch hier in der Stadt einige Fachwerkhäuser, wiederum aber kein Vergleich mit Hann. Münden oder Hameln, den bisher schönsten Fachwerkstädten auf unserer Tour. Zu Abend haben wir im Kartoffelhaus lecker gegessen, natürlich musste es hier Spargel aus Nienburg sein, schließlich war ja Spargelsaison und die Gegend ist für Spargel überregional bekannt. Zurück zum Hotel liefen wir durch die Fußgängerzone, mitten in der doch tatsächlich auf einem Haus ein Storch sein Nest gebaut hatte! Abends im Hotel folgte das Übliche: Fotos überspielen, Tagebuch schreiben usw., alles untermalt von nicht allzu toller Live-Bluesmusik aus dem Lokal nebenan, die dann aber irgendwann zu nicht allzu später Stunde auch aufhörte, so dass wir ruhig schlafen konnten.

Casa Mexicana: 108,80 € inkl. FS

🚲: 40,7 km