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Bad Oeynhausen – Nienburg

Sonntag, 04.06.2023: Tag 6.1 – Bad Oeynhausen bis Minden

Von Bad Oeynhausen bis Minden, wo wir 2022 unsere Radtour nach kurzer Unterbrechung wieder aufnahmen, stand heute nur eine sehr kurze Etappe von ca. 20 km auf dem Programm. Da konnten wir uns Zeit lassen und morgens im Hotel erstmal gem├╝tlich fr├╝hst├╝cken. Danach radelten wir zur├╝ck entlang des idyllischen Fl├╝sschens Werre bis zu deren M├╝ndung in die Weser, wo wir wieder auf den Weserradweg trafen. Wesentliche Highlights gab es unterwegs bis zum Etappenziel nicht. “H├Âhepunkt” war lediglich das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica. Die Fahrt hinauf zum Denkmal selbst h├Ątte allerdings einen Abstecher mit 170 zus├Ątzlichen H├Âhenmetern erfordert. Da wir uns das ersparen wollten und au├čerdem im letzten Jahr die W├Ąlder um das Denkmal herum ja auch schon zu Fu├č erkundet hatten, beschr├Ąnkten wir uns heute auf den Anblick des eindrucksvollen Standbilds von unten.

In Minden angekommen waren wir ├╝berrascht, wieviel Betrieb hier herrschte. Das R├Ątsel war aber rasch gel├Âst, denn heute fand hier MindinMundus statt, ein Historienspektakel, dass sich auf die ganze Stadt erstreckte und entsprechende Menschenmassen anzog. Und zus├Ątzlich war auch noch verkaufsoffener Sonntag! Da war eine Stadtbesichtigung mit den R├Ądern in Ruhe nat├╝rlich nur schwer durchf├╝hrbar. Wir versuchten, trotzdem ein paar der historischen Bauwerke zu entdecken, besuchten so die Alte M├╝nze, das “Windloch”, die Museumszeile, das Hagemeyersche Haus, das Hansehaus und noch ein paar andere, sch├Âne Geb├Ąude. Nicht zu vergessen nat├╝rlich den Dom, der eindrucksvoll mitten in der Stadt thronte. Wobei dessen T├╝rme bei der Anfahrt von S├╝den mit dem Rad kaum auffielen, die T├╝rme der anderen Kirchen von Minden waren deutlich h├Âher! Nach unserer Stadtbesichtigung st├Ąrkten wir uns noch f├╝r die R├╝ckfahrt in einem Eiscaf├ę, ehe es mit den R├Ądern zum Bahnhof und von dort mit dem Zug zur├╝ck nach Hause ging. Ein sch├Ânes Wochenende war mal wieder vor├╝ber!

­čÜ▓: 23,6 km

Freitag, 20.05.2022: Tag 6.2 ÔÇô Minden bis Petershagen

Unseren eigentlichen Weserradweg 2022 setzten wir nach 1 Tag Pause in Minden fort. Gegen 12:30 Uhr sind wir dort wieder gestartet, 1 ┬Ż Etappen hatten wir so ÔÇ×├╝bersprungenÔÇť. Ohne Stadtbesichtigung sind wir direkt losgefahren gen Norden, weserabw├Ąrts, vor allem deshalb, da ab 16:00 Uhr nicht nur Regen, sondern regelrechte Unwetter angesagt waren. Da wollten wir, wenn m├Âglich, schon in unserer Unterkunft sein. Die vor uns liegende Wegstrecke war heute auch nur noch kurz, keine 30 km. Das Wetter hielt sich anfangs zum Gl├╝ck, war durchaus sch├Ân, angenehme Temperaturen, nicht so hei├č wie an den letzten Tagen, trotzdem mit viel Sonne. L├Ąngere Zeit haben wir uns in Minden noch am Wasserstra├čenkreuz aufgehalten, die interessante Konstruktion bestaunt und viele Fotos gemacht. Sp├Ąter stoppten wir auch noch kurz an der alten Schleuse. Dann ging es weiter am Fluss entlang bis nach Petershagen. Sch├Ân war die Strecke, der Fluss hier schon deutlich breiter als bei Hameln, wo wir ihn zuletzt verlassen hatten. In Petershagen trafen wir auf die ersten beiden M├╝hlen dieser Gegend, die ja f├╝r M├╝hlen bekannt ist, immerhin verl├Ąuft hier auch die Westf├Ąlische M├╝hlenstra├če. Der Ort hatte au├čerdem ein ganz niedliches, ├Ąlteres Schl├Âsschen, das leider gerade renoviert wurde und deshalb einger├╝stet war.

Schlie├člich legten wir die letzten Kilometer bis zur Unterkunft zur├╝ck. Diese lag jetzt ein ganzes St├╝ck weg von der Weser im Landesinneren. Hier sah es ein bisschen aus wie im M├╝nsterland: sch├Âne Radwege, kleine Alleen, Geh├Âfte und viele Felder, ab und zu auch Fasane. Tats├Ąchlich sahen wir unterwegs sogar zwei Austernfischer, die ich hier gar nicht erwartet h├Ątte! Ankunft im Landgasthaus Zur M├╝hlenwirtin war gegen 16:15 Uhr. Wir wurden freundlich empfangen und konnten unsere R├Ąder direkt in der M├╝hle abstellen. Unser Zimmer war ziemlich klein, aber ganz gem├╝tlich und liebevoll dekoriert. Dann haben wir erstmal geduscht und uns etwas entspannt. sp├Ąter im Restaurant der M├╝hle lecker zu Abend gegessen haben. W├Ąhrenddessen prasselte der angek├╝ndigte, str├Âmende Regen herab, nach dem Essen herrschte aber schon wieder herrlicher Abendsonnenschein. Daher habe ich noch eine kleine Runde um die M├╝hle gedreht, ein paar Fotos im Abendlicht geschossen und bin dann erst zur├╝ck aufs Zimmer und sp├Ąter ins Bett

Landgasthaus Zur M├╝hlenwirtin: 60,80 ÔéČ inkl. FS

­čÜ▓: 27,4 km

Samstag, 21.05.2022: Tag 7 ÔÇô Petershagen bis Nienburg

Morgens gegen 6:00 Uhr bin ich aufgewacht, habe mich aber erst noch mal umgedreht und etwas weiter ged├Âst, bis ich schlie├člich um 7:20 Uhr vom Wecker geweckt wurde. Sp├Ąter wurde lecker gefr├╝hst├╝ckt, wir durften uns sogar ein Br├Âtchen schmieren und als Wegzehrung mitnehmen. Abfahrt war dann gegen 9:30 Uhr. Das Wetter heute war meistens bew├Âlkt, ab und zu kam mal die Sonne heraus, vereinzelt gab es aber auch ein paar Tropfen Regen, nichts Wildes. Nur ein einziger, heftiger Regenschauer fiel, bei dem wir uns aber zum Gl├╝ck kurz unterstellen konnten. Die Fahrt ging an vielen Getreidefeldern vorbei durch Landschaften, die auch heute wieder wie im M├╝nsterland aussahen. Au├čerdem passierten wir eine ganze Anzahl Baggerseen, wo Kies oder Sand ausgegraben wurden. Ein erster Stopp wurde in Stolzenau eingelegt, wo wir uns mal wieder mit Getr├Ąnken eindecken mussten, denn Radfahren machte doch durstig! Direkt danach in Schinna trafen wir auf die ├ťberreste des ehemaligen Klosters. Alles war hier nur von au├čen zu besichtigen, die gesamte Anlage aber recht h├╝bsch, interessant mit ihren Fachwerkbauten und ganz gut erhalten. Weiter fuhren wir bis Landesbergen, wo wir unser Br├Âtchen vom Morgen als Wegzehrung an der Hochzeitsm├╝hle im Ort verzehrten, w├Ąhrend sich die Wolken gerade zu dem schon erw├Ąhnten Regenschauer zusammenballten. Unter dem Vordach der M├╝hle waren wir aber ganz gut gesch├╝tzt.

Weiter ging die Fahrt weserabw├Ąrts, wobei der Weg heute ziemlich oft ein ganzes St├╝ck von der Weser entfernt verlief, nicht immer direkt am Ufer, so war die Weser oft gar nicht zu sehen. Schlie├člich erreichten wir Estorf. Hier war ein h├╝bsches Scheunenviertel mit einer Ansammlung historischer Scheunen zu bewundern. Man hatte ehemals im 30j├Ąhrigen Krieg die Scheunen extra hier in den Wald gebaut, um sie vor Dieben zu verstecken und so einigerma├čen sicher vor Pl├╝nderungen zu sein. Heutzutage dienen sie u.a. als Veranstaltungszentrum, Plakate wiesen u.A. auf einen bevorstehenden Liveauftritt des d├Ąnischen Schlagerstars Gitte hin ÔÇô ich wusste gar nicht, dass die noch Konzerte gibt! Bei der Weiterfahrt trafen wir dann unvermittelt auf eine Stra├čensperrung ohne Ausschilderung einer Umleitung. Das war etwas ├Ąrgerlich, ├╝berhaupt war hier n├Ârdlich von Minden die Ausschilderung oft um einiges schlechter als im Weserbergland was nat├╝rlich schade war. Zum Gl├╝ck hatten wir aber Karte und Handy dabei und haben so eine Alternative gefunden, die uns parallel zur Bundesstra├če bis nach Nienburg f├╝hrte. Sicherlich war das von der Strecke her nicht so sch├Ân, aber so ist das halt oft mit Umleitungen.

In Nienburg haben wir als erstes die gebuchte Unterkunft “Casa Mexicana” aufgesucht, wobei unser Zimmer in einer Dependance “Dat w├Ąhlige Rott” lag, ein kurzes St├╝ck entfernt durch den Ort im Schatten der Kirche. Das Zimmer war ganz nett, es war alles da, bezogen auf den Preis war es aber in meinen Augen doch ein bisschen ├╝berteuert. Bei der Buchung waren aber alle anderen Unterk├╝nfte im Ort schon ausgebucht ÔÇô na ja… Nach dem Duschen machten wir noch einen kleinen Stadtrundgang mit Besuch des Nieders├Ąchsischen Spargelmuseums, das war ganz h├╝bsch gemacht und informativ. Ansonsten gab es auch hier in der Stadt einige Fachwerkh├Ąuser, wiederum aber kein Vergleich mit Hann. M├╝nden oder Hameln, den bisher sch├Ânsten Fachwerkst├Ądten auf unserer Tour. Zu Abend haben wir im Kartoffelhaus lecker gegessen, nat├╝rlich musste es hier Spargel aus Nienburg sein, schlie├člich war ja Spargelsaison und die Gegend ist f├╝r Spargel ├╝berregional bekannt. Zur├╝ck zum Hotel liefen wir durch die Fu├čg├Ąngerzone, mitten in der doch tats├Ąchlich auf einem Haus ein Storch sein Nest gebaut hatte! Abends im Hotel folgte das ├ťbliche: Fotos ├╝berspielen, Tagebuch schreiben usw., alles untermalt von nicht allzu toller Live-Bluesmusik aus dem Lokal nebenan, die dann aber irgendwann zu nicht allzu sp├Ąter Stunde auch aufh├Ârte, so dass wir ruhig schlafen konnten.

Casa Mexicana: 108,80 ÔéČ inkl. FS

­čÜ▓: 40,7 km