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Addo Elephant NP

Mi., 27.03.19: Safari im Addo Elephant National Park

Abfahrt aus dem Mountain Zebra Nationalpark, wo wir uns sehr wohl gef√ľhlt hatten. Als kleines Highlight sahen wir nach Passieren des Main Gates direkt neben der Stra√üe noch die ersten zwei Erdm√§nnchen des Urlaubs, leider rannten die so flink davon, dass uns ein Foto nicht gelang ‚Äď schade! Aber wir hatten ja die Hoffnung, dass wir vielleicht noch weitere Erdm√§nnchen in diesem Urlaub sehen w√ľrden, zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie rasch sich das bewahrheiten sollte! Nach weiteren 10 km trafen wir erst einmal in Cradock ein, wo wir den Wagen wieder volltankten und Lebensmitteleink√§ufe f√ľr die kommenden 2 N√§chte im Addo Nationalpark erledigten. Es folgten 200 Kilometer auf der N10, einer Schnellstra√üe mit recht wenig Verkehr, sodass wir gut durchkamen und schon zur Mittagszeit an unserem Ziel, dem Addo Elephant Park eintrafen. An der Rezeption checkten wir ein, erhielten einen Transponder f√ľr die Zufahrt zum Nyathi Rest Camp, wo wir √ľbernachten wollten, und fuhren dann aber bis etwa 17 Uhr erst einmal im Park umher. Schon wenige Meter hinter dem Gate machte dieser seinem Namen alle Ehre, die ersten zwei Elefanten liefen quer √ľber die Stra√üe und verursachten einen kleinen Verkehrsstau. Auch im Laufe des weiteren Tages sahen wir immer mal wieder Elefanten, die zu finden war also √ľberhaupt kein Problem, davon waren offensichtlich genug im Park unterwegs. Da wir aufgrund der Mittagszeit inzwischen allerdings auch schon Hunger hatten, steuerten wir als n√§chstes den Picknickplatz mitten im Park an, an dem man aus dem Auto aussteigen darf und wo h√ľbsche Nischen mit Picknicktischen und Grillvorrichtungen zur Rast einluden. Das wussten auch einige V√∂gel, eine Schildkr√∂te und eine kleine Maus, die uns bei unserer Mittagspause belagerten, zu der wir zwei mit Fleisch gef√ľllte Bl√§tterteigtaschen a√üen, die wir morgens in Cradock eingekauft hatten. Solche Taschen gab es f√ľr wenig Geld (ca. 1 Euro) mit verschiedenen F√ľllungen fast √ľberall, sie sind zwar vermutlich nicht allzu gesund, aber s√§ttigend und lecker, daher gab‚Äôs die im Verlauf der Reise noch √∂fter. Anschlie√üend fuhren wir zu einem Aussichtspunkt am Spekboom Camp, wo allerdings nichts los war, dann weiter zum Hapoor Damm, an dem sich im Gegensatz dazu eine ganze Herde Elefanten aufhielt, unter anderem auch ein ganz, ganz junges Tier, so klein, das es unter dem Bauch der Erwachsenen durchgehen konnte! Hier verbrachten wir einige Zeit und beobachteten die Tiere, ehe wir weiterfuhren. Ansonsten gab es in diesem Nationalpark neben den Elefanten vor allem jede Menge Warzenschweine zu sehen, au√üerdem Kudus, Red Hartebeests und Zebras, wobei die, die wir sahen, offensichtlich sogenannte Burchell’s Zebras waren und keine Mountain Zebras. Es ging vom Hapoor Damm weiter gen Norden, wo wir den Zuurkopp-Aussichtspunkt ansteuern wollten, um von dort die Aussicht zu genie√üen. Kurz nach dem Abzweig vom Nzipondo Loop fiel mir dann pl√∂tzlich ein kleines, aufmerksam seine Umgebung betrachtendes Tier unter einem Busch auf, und tats√§chlich – es war wieder ein Erdm√§nnchen, das Wache hielt f√ľr einige Kollegen, die in der Umgebung nach Nahrung suchten! Auch diese putzigen Tierchen konnte man eine ganze Zeit lang bestaunen, bis sie sich schlie√ülich immer weiter aus unserem Sichtfeld entfernten. Die anschlie√üende Aussicht vom Zuurkopp in der inzwischen schon tiefstehenden Sonne war sch√∂n, allerdings sah man hier, anders als etwa im Mountain Zebra Nationalpark, hinter den Grenzz√§unen des Nationalparks doch √ľberall die Anzeichen menschlicher Zivilisation wie z.B. Steinbr√ľcke oder Gew√§chsh√§user, was den Eindruck, man sei mitten in der Wildnis, doch sehr tr√ľbte, das hatte man im letzten Nationalpark deutlich st√§rker! Gegen 17:15 Uhr verlie√üen wir den Park schlie√ülich durch den n√∂rdlichen Nebenausgang und √ľberquerten die Landstra√üe, die den eigentlichen Park vom n√∂rdlichen Teil trennte, in dem unsere Unterkunft lag. Daf√ľr mussten wir doch tats√§chlich hupen, damit der W√§rter im Kontrollh√§uschen am Eingang das Gate √∂ffnet. Nachdem er unsere Daten registriert und mit seinen Angaben verglichen hatte, fuhren wir schlie√ülich in den n√∂rdlichen Teil des Nationalparks ein. Mehrere Kilometer Schotterstra√üe f√ľhrte uns zum Nyathi Rest Camp, vorbei an weiteren Zebras, Warzenschweinen und Kudus. Das Camp selbst bestand aus mehreren Rundh√ľtten, die auf Stelzen einen tollen Blick √ľber die umgebende Landschaft boten, einen Talkessel zwischen mehreren H√ľgeln, hier kam echtes ‚ÄěJenseits von Afrika‚Äú-Feeling auf! Nachdem wir die H√ľtte inspiziert und einger√§umt hatten, warf ich den Grill auf der Terrasse an, wir grillten Bratw√ľrste, a√üen dazu Baguette und frischen Salat und g√∂nnten uns eine Flasche des k√∂stlichen Cabernet Sauvignon, den wir beim Weingut Plaisir de Merle in Franschhoek gekauft hatten. So wie wir m√ľssen sich die Kolonialherren einst gef√ľhlt haben. Okay, die haben nicht selbst gegrillt, sondern hatten daf√ľr ihr Personal, aber wir f√ľhlten uns den damaligen Verh√§ltnissen doch schon recht nahe!

gefahren: 275 km

Do., 28.03.19: Wanderung und 2. Safari im Addo Elephant National Park

Nachdem wir in den letzten Tagen w√§hrend der Safari und aufgrund l√§ngerer Fahrtstrecken viel im Auto gesessen haben und nur wenig gelaufen sind, stand heute zur Abwechslung endlich mal wieder eine etwas l√§ngere Wanderung auf dem Programm. In der Zuurberg Section des Addo Nationalpark gibt es einige Wanderwege, die ich daf√ľr herausgesucht hatte, dort sollte es daher hingehen. Zun√§chst erwachten wir allerdings gegen 6:15 Uhr erstmal bei herrlichen Morgenrot in unserem 180 Grad-Panorama-Fenster, dessen Vorh√§nge wir √ľber Nacht extra offen gelassen hatten, der Ausblick vom Bett war grandios! Wir fr√ľhst√ľcken gem√ľtlich, unter uns auf der Wiese grasten die Zebras. Um kurz nach 8 Uhr fahren wir ab, am Gate aus dem Park heraus, ein kurzes St√ľck entlang der Schnellstra√üe und dann folgten noch beinahe 15 Kilometer Piste bis zum Start des Trails, was mich √ľberraschte, denn entlang der Stra√üe lagen zahlreiche Lodges und Zitrusfarmen, dennoch war die Stra√üe bisher eine der am schlechtesten gewarteten Schotterpisten des ganzen Urlaubs mit viel Wellblecheffekt und Schlagl√∂chern. In Serpentinen ging es den Berg hoch, bis man die Region der Bergkuppen erreichte, hier bot die Natur nun ein ganz anderes Bild, fast wie in Schottland, die Landschaft war offen und karg. Am Nationalpark Office mussten wir uns anmelden, zur Wahl standen 2 Touren von 1 bzw. 5 Stunden Dauer, wobei man letztere durch Abk√ľrzen auf angeblich 3 Stunden reduzieren konnte nach Anraten der Rangerin. Wir entschieden uns wegen der Flexibilit√§t f√ľr diese Variante, waren trotz meist z√ľgigen Gehens auf der abgek√ľrzten Runde, die wir dann letztlich nahmen, allerdings auch 4,5 Stunden unterwegs, wenn auch mit vielen Pausen. Der Weg war in √ľberraschend guter Verfassung, immer eindeutig erkennbar und prima zu laufen. Es ging zun√§chst bergab in ein Flusstal, dann dieses entlang bis zum tiefsten Punkt der Wanderung. Dort befand sich ein sch√∂ner T√ľmpel mit leuchtend blauem Wasser, der sich f√ľr ein kurzes Bad anbot, was ich auch wahrnahm, auch, wenn ich keine Badehose dabei hatte, aber die Wahrscheinlichkeit, auf andere Wanderer zu treffen war sehr gering, die Wege hier waren kaum frequentiert, den ganzen Tag √ľber trafen wir nur ein einziges, weiteres P√§rchen. Anschlie√üend ging es zwar steil, aber doch gut zu laufen wieder auf die H√∂he oberhalb des Waldes und dort entlang des Bergkammes auf einem Fahrweg zur√ľck. An Tieren sahen wir nicht sehr viele, sch√∂n war aber die Sichtung zweier Turakos im Tal und zweier Red Hartebeests auf der Anh√∂he, Antilopen bei so einer Wanderung zu sehen ist nochmal was anderes, als bei einer Safari vom Auto aus. Die Wanderung im Flusstal war teilweise nicht so spannend, da man vor lauter B√§umen nicht viel sah, insgesamt war die Runde aber doch durchaus abwechslungsreich durch sp√§ter dann wechselnde Vegetation, sicherlich nicht spektakul√§r, aber alles in allem lohnenswert.

Schlie√ülich mussten wir die anstrengende Schotterpiste wieder zur√ľck zur Hauptstra√üe nehmen und drehten dann noch einmal eine kleine Safarirunde im Hauptteil des Nationalparks, nachdem wir im zugeh√∂rigen Laden noch jeder ein T-Shirt als Souvenir gekauft hatten. Im Vergleich zum Vortag war diesmal nur wenig Fauna unterwegs, Elefanten sahen wir erst ganz zum Schluss, dann aber auch gleich in gro√üer Anzahl, andere Tiere waren fast gar nicht zu sehen, lediglich die Dungk√§fer waren heute aktiver als am Vortag. Gegen 17 Uhr verlie√üen wir den Hauptteil des Parks wieder und fuhren in unseren ‚Äěprivaten‚Äú Abschnitt. Auf dem Weg zum Camp in diesem Teil waren gestern ausschlie√ülich Zebras, Warzenschweine und Kudus zu sehen, heute kamen noch Strau√üe, Elenantilopen und ein Elefant hinzu. Zur√ľck im Camp berichtete der Ranger sogar, dass tags√ľber das hier ans√§ssige Nashorn zu sehen gewesen sein soll, das haben wir aber leider verpasst. Wir genossen noch einmal den Abend auf der Terrasse, von wo aus wir jetzt nicht nur Zebras, sondern auch √ľber zehn Elefanten beobachten konnten, der Grill wurde angeworfen und es gab wieder einmal Braai, diesmal in Form von Steaks und gegrillter Paprika. Beim Zu-Bett-Gehen musste ich erstmal einen witzigen Skorpion von meinem Bett entfernen, ich wusste gar nicht, dass es Skorpione gibt, die nur 1 cm gro√ü sind! Oder aber es war ein ganz junger… Morgen wird die Zeit in den Nationalparks mit Safaris enden, wir waren uns beide einig, dass es uns von allen drei Nationalparks im Mountain Zebra am besten gefallen hat, dort war die Landschaft eindeutig am abwechslungsreichen, die Tierwelt aber auch sehr vielf√§ltig. Der Karoo Nationalpark war ebenfalls sch√∂n, wenn auch etwas einseitiger von der Landschaft her. Im Addo imponierten vor allem die Elefanten, die es nur hier gab, die Landschaft dem gegen√ľber war allerdings eher unspektakul√§r, haupts√§chlich freie Fl√§chen und Buschland, dar√ľber hinaus st√∂rten auch die N√§he zur Zivilisation und die zahlreichen Touristen doch sehr, insbesondere dann, wenn sich letztere nicht an die Parkregeln hielten, was leider sehr h√§ufig der Fall war, etwa viel zu schnell fuhren oder die Dungk√§fer ignorierten.

gefahren: 86 km

Fr., 29.03.19: Abschied vom Addo Elephant National Park

Der Tag fing so sch√∂n an, mit einem tollen Morgenrot, wieder fr√ľhst√ľckten wir auf der Terrasse und beobachteten dabei die Zebras, Kudus und Warzenschweine unter uns. Nachdem wir das Haus ordentlich verlassen und unser Auto einger√§umt hatten, wollten wir gegen 8 Uhr aufbrechen, um noch eine letzte Safari im Addo zu machen, diesmal im s√ľdlichen Teil, den wir bisher noch nicht durchstreiften. Da merkte mein Freund leider, dass wir schon wieder einen Platten am Auto hatten, diesmal vorne links‚Ķ Sehr √§rgerlich! Also stand dieselbe Prozedur an wie schon einmal vor genau einer Woche: Kofferraum ausger√§umt, Reserverad herausgeholt und ein weiterer Reifenwechsel. Auf die geplante Safari √ľber die Schotterstra√üen des s√ľdlichen Teils des Nationalparks verzichteten wir dann allerdings leider schweren Herzens, wollten mit dem Notreifen kein Risiko eingehen, so hatten wir noch ein paar letzte, sch√∂ne Tiersichtungen w√§hrend der Fahrt von unserer Unterkunft aus dem Park heraus zur Stra√üe.

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